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Bildung
22.01.2026

AK: Bildung als Schlüssel zur Chancen­gerechtigkeit

Anlässlich des internationalen Tages der Bildung am 24. Jänner zog die AK Kärnten Bilanz über das Bildungsjahr 2025.

Das Engagement der Arbeiterkammer Kärnten im Bildungsbereich ist vor allem von zwei Leitlinien geprägt: dem Einsatz für Chancengerechtigkeit und der konkreten Unterstützung beim Zugang zu Bildungsangeboten. Im Zuge dessen setzt die AK vielfältige Projekte in verschiedenen Bereichen um. „Studien zeigen seit Jahren, dass Bildungswege in Österreich stark von sozialer Herkunft beeinflusst sind. Die AK Kärnten setzt sich daher für eine gerechte und bedarfsorientierte Verteilung öffentlicher Mittel ein – vom frühen Bildungsbereich bis zur Erwachsenenbildung. Mit Förderungen, kostenlosen Weiterbildungsangeboten, Beratungsleistungen und bildungspolitischen Initiativen begleiten wir unsere Mitglieder und deren Familien“, betonte AK-Präsident Günther Goach. „Bildung ist kein Privileg, sondern ein Grundrecht und sie darf nicht davon abhängen, wie viel Geld die Eltern verdienen oder wo jemand aufgewachsen ist.“

„Bildung ist kein Privileg, sondern ein Grundrecht und sie darf nicht davon abhängen, wie viel Geld die Eltern verdienen oder wo jemand aufgewachsen ist.“

Günther Goach, AK-Präsident

Wie groß der Handlungsbedarf ist, zeigt die regelmäßig von der AK durchgeführte Nachhilfestudie: 2024 nahm in Kärnten jedes sechste Schulkind private Nachhilfe in Anspruch. Rund 850 EUR gaben Eltern pro Kind für die zusätzlichen Lerneinheiten aus. Insgesamt flossen fast zehn Mio. EUR in private Nachhilfe. In Reaktion darauf baute die AK Kärnten ihre Lernunterstützung unter dem Titel „Lernchancen“ weiter aus. Auch für Lehrlinge gibt es mittlerweile Angebote. Ergänzend dazu wurde mit „Bildungswege entdecken“ ein neues Beratungsformat geschaffen, das Eltern und Jugendlichen Orientierung im komplexen Bildungs- und Ausbildungssystem bietet.

Umfassende Bildungsinitiativen

Ein wichtiges Instrument ist die AK-Akademie, die als Weiterbildungsplattform fungiert: „Sie ermöglicht Mitgliedern den kostenlosen Erwerb von Zukunftskompetenzen, insbesondere im Bereich Digitalisierung“, so Daniel Weidlitsch, Leiter der Abteilung Bildungspolitik, Jugend und Kultur. Rund 1000 Kurse wurden im Vorjahr angeboten, zukünftig soll ein neuer Schwerpunkt auf KI gelegt werden. Ein weiterer Grundpfeiler der Bildungsförderung im Erwachsenenbereich ist zudem der AK-Bildungsgutschein. Damit unterstützt die Arbeiterkammer ihre Mitglieder, aber auch Lehrlinge und ältere Arbeitnehmer:innen finanziell bei der Teilnahme an Weiterbildungsangeboten, etwa von bfi oder VHS.

„Unser Fortbildungsprogramm ist ein direktes Investment in die Arbeitsfähigkeit der Berufsangehörigen und damit in die Zukunftsfähigkeit der Pflege in Kärnten.“

Günther Goach, AK-Präsident

Für Bedienstete im Pflege- und Gesundheitsbereich bietet die AK kostenlose Fortbildungsprogramme an, die von digitalen Kompetenzen über pflegerische Fachthemen bis hin zu gesundheits- und persönlichkeitsbildenden Angeboten reichen. „Unser Fortbildungsprogramm ist ein direktes Investment in die Arbeitsfähigkeit der Berufsangehörigen und damit in die Zukunftsfähigkeit der Pflege in Kärnten“, so Goach. Umgesetzt wird das Angebot gemeinsam mit bfi und VHS Kärnten. Insgesamt stehen heuer 130 Termine zur Auswahl, pro Mitglied können jährlich zwei Kurse bzw. bis zu 16 Unterrichtseinheiten kostenlos besucht werden. 2025 wurden rund 270.000 EUR für das Programm ausgegeben, das gemeinsam mit bfi und VHS umgesetzt wird.

Bibliotheken und Jugendarbeit

Die AK ist in Kärnten Betreiber der größten öffentlichen Bibliotheken des Landes – den AK-Bibliotheken in Klagenfurt und Villach. 2025 wurden rund 615.000 Entlehnungen verzeichnet, 90.000 physische Medien und 110.000 e-Medien sind insgesamt verfügbar. Für die Nutzer:innen bieten Bibliotheken nicht nur einen finanziellen Mehrwert, indem Kosten für Bücher gespart werden – sie sind auch Lernorte, Treffpunkte und niederschwellige Zugänge zu Wissen, Information und Medienkompetenz für Menschen aller Altersgruppen. „Wir verstehen uns als Bildungspartner für das ganze Land. Deshalb ist unser umfangreiches Angebot für alle Bürger:innen zugänglich, nicht nur für AK-Mitglieder“, betont Weidlitsch.

„Wir verstehen uns als Bildungspartner für das ganze Land. Deshalb ist unser umfangreiches Angebot für alle Bürger:innen zugänglich.“

Daniel Weidlitsch, Leiter der Abteilung Bildungspolitik, Jugend und Kultur

Mit der Marke AK Young bildet die AK eine zentrale Anlaufstelle für Beratung, rechtliche Unterstützung und Qualitätssicherung für Jugendliche und Lehrlinge. 2025 wurden 519 Überprüfungen und 3.200 Beratungen durchgeführt bzw. Jugendliche arbeitsrechtlich vertreten. 4.200 Schüler:innen wurden mittels Workshops wie „Cyber-mobbing“, Bewerbungstrainings und Ausstellungen erreicht. „Die Lehre ist und bleibt ein zentraler Ausbildungsweg und ein wesentlicher Faktor für die Fachkräftesicherung in Kärnten. Gleichzeitig steht sie durch demografische Entwicklungen, strukturelle Ungleichgewichte und den Wettbewerb mit schulischen Ausbildungswegen unter Druck“, erklärte Goach. Auch für 2026 plant die Arbeiterkammer, die Jugendmarke AK Young weiterzuentwickeln und gezielte Schritte in Bezug auf Wissensvermittlung, die Förderung von kritischem Denken und demokratische Kompetenzen zu setzen.

© Helge Bauer

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