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Leben
20.03.2026

AK Kärnten fordert mehr Sicherheit und faire Mietpreise

Die Wohnkosten-Studie der Arbeiterkammer Kärnten zeigt einen durchschnittlichen Anstieg von 12,37 Prozent bei den Quadratmeterpreisen in Kärnten. Besonders hohe Wohnkosten werden in Klagenfurt und Villach festgestellt, in regionalen Zentren wie Feldkirchen steigt der Preisdruck ebenso.

Die aktuelle Wohnkostenstudie, beauftragt von der AK Kärnten und durchgeführt vom JOANNEUM RESEARCH zeigt, im Schnitt sind die Wohnkosten in Kärnten um 12,37 Prozent gestiegen. Außerdem wurde festgestellt, dass dort, wo Genossenschaften stark vertreten sind steigen die Preise langsamer. Neben den hohen Wohn- und Mietnebenkosten werden unsichere Vertragsverhältnisse wie durch befristete Mietverträge zur weiteren Belastung.

„Für viele Menschen ist die Wohnung zu einem finanziellen Dauerstress geworden. Wenn ein Großteil des Einkommens für Miete und Betriebskosten draufgeht, bleibt am Monatsende kaum Luft zum Leben.“

Günther Goach, AK-Präsident

Preisunterschiede in den Bezirken

Seit der letzten AK-Wohnkostenstudie 2023 sind die Wohnkosten kärntenweit im Schnitt um 12,37 Prozent gestiegen. Im geförderten Wohnbau klettern sie um 10,47 Prozent auf 9,50 Euro, private Quadratmeterpreise hingegen sind im Schnitt um 14,41 Prozent auf 12,70 Euro gestiegen. Studienautor Eric Kirschner vom JOANNEUM Research erklärt: „Wo Genossenschaften stark vertreten sind, steigen die Preise langsamer. Fehlt dieses Gegengewicht, ziehen die privaten Mieten wesentlich schneller an.“
Zu beobachten ist, dass die Preise seit Jahren kontinuierlich steigen. Das betrifft besonders Menschen mit niedrigen Einkommen. „Während Eigentümer:innen teilweise von stabileren Kosten profitieren, geraten vor allem Mieter:innen zunehmend unter Druck. Für viele Haushalte wird die Wohnung damit zum größten Kostenblock im Alltag – noch vor Energie, Lebensmitteln oder Mobilität,“ so AK-Präsident Günther Goach.
In den Zentralräumen rund um Klagenfurt und Villach wurden besonders hohe Wohnkosten festgestellt. In den regionalen Zentren wie zum Beispiel in Feldkirchen wird der Preisdruck ebenfalls immer höher. Die günstigsten Mieten wurden in den Bezirken Völkermarkt und Hermagor beobachtet.

Steigende Belastung und sinkende Zufriedenheit

Die Energiepreise liegen trotz leichtem Rückgang weiterhin deutlich über dem Vorkrisenniveau. Die Folgen treffen Mieter:innen oft zeitverzögert, wie etwa über die Heizkosten- oder Betriebskostenabrechnungen. Viele dieser Kostenfaktoren können Bewohner:innen selbst kaum beeinflussen. „Schlechte Dämmung oder veraltete Gebäude treffen am Ende jene, die dort wohnen und nicht jene, die über Investitionen entscheiden,“ erklärt Michael Tschamer, Leiter des AK-Referats Mietrecht und Wohnen. Grundsätzlich ist die Mehrheit noch mit ihrer Wohnsituation zufrieden, doch es zeigt sich ein klarer Trend. Im genossenschaftlichen Wohnbau ist die Zufriedenheit zuletzt spürbar gesunken. Steigende Nachzahlungen, Sanierungsrückstände oder steigende laufende Kosten sind einige der Gründe dafür. „Viele Mieter:innen erleben derzeit böse Überraschungen bei Abrechnungen. Transparenz, planbare Kosten und längere Mietverträge sind entscheidend, damit Wohnen wieder Sicherheit bedeutet,“ so Goach.

Gezielte Maßnahmen gefordert

Um den Bedarf an leistbarem Wohnraum decken zu können, fordert die AK den finanziellen Spielraum gemeinnütziger Wohnbaugenossenschaften und -gesellschaften sicherzustellen. Außerdem brauche es mehr qualitativ hochwertigen Wohnraum im gemeinnützigen Wohnbau, vor allem Drei- und Vier-Zimmer-Wohnungen ab 70m2 werden benötigt. Ein weiterer Punkt der Forderungen ist die strategische Sicherung von Bauflächen, insbesondere entlang der Koralmbahn, denn durch die Bahnverbindung können künftig ganze Regionen schneller und besser erreicht werden. Transparente Abrechnungen und frühzeitige Information über Nachzahlungen zur Steigerung der Zufriedenheit im genossenschaftlichen Wohnbau sind weitere forcierte Maßnahmen. Ein Aus für befristete Mietverträge bei gewerblicher Vermietung würde mehr Sicherheit schaffen.

WISSENSWERT

Zur Studie:

kaernten.arbeiterkammer.at

Im Jahr 2025 nahmen 1.050 Kärntner Haushalte an der Wohnkostenstudie der Arbeiterkammer teil. Durchgeführt und ausgewertet wurde diese vom JOANNEUM Research. Befragt wurden die teilnehmenden Haushalte online und mittels Fragebogen über die Mitgliederzeitschrift „AKtipp“. Forschungsgruppenleiter und Studienautor ist Eric Kirschner. Neben Mietwohnungen wurden erstmals verstärkt Eigentum und Eigenheime berücksichtigt, um die Auswirkungen der Teuerung umfassend abzubilden.

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