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AK-Schulkostenstudie: Spürbare Entlastung und Planungssicherheit für Familien gefordert

(AK/39) – Bildung ist am Papier, aber nicht in der Realität kostenfrei. Eltern und Kinder durch Pandemie zusätzlich finanziell und psychisch stark belastet. Schulbesuch in Kärnten kostet Eltern im Durchschnitt für ein Kind 1.243 Euro pro Jahr.

Der Schulbesuch an einer öffentlichen Schule in Österreich soll per Gesetz kostenlos sein, doch die Ergebnisse der aktuellen Schulkostenstudie der Arbeiterkammern durch das Forschungsinstitut SORA zeigen, dass die Realität anders aussieht: „Ein guter Schulerfolg und die Bildungschancen der Kinder hängen davon ab, ob die Eltern über ausreichend Zeit und Ressourcen verfügen und geht mit hohen, zumeist ‚versteckten‘ Kosten einher – eine Ungerechtigkeit sondergleichen!“, findet AK Präsident Günther Goach klare Worte zum bevorstehenden Schulstart in Kärnten.
 
Der Schulbesuch kostet Eltern pro Kind im Schnitt 1.243 Euro jährlich. Bereits ein normales Schuljahr stellt Familien mit schulpflichtigen Kindern vor enorme Herausforderungen. Die Studie aus dem Jahr 2015/16 zeigte im Vergleich dazu, dass Familien im Schnitt 855 Euro pro Kind ausgaben. Mit der Corona-Pandemie hat sich die finanzielle Belastung verstärkt. Schon zu Schulbeginn im Oktober 2020 sagten 26 Prozent aller Familien, dass sich ihre Situation seit Beginn der Pandemie verschlechtert habe. Sie mussten im vergangenen Schuljahr vor allem für Homeschooling und Distance-Learning ihrer Kinder tief in die Tasche greifen, um die notwendige Technik – Laptops oder Tablets – für den Distanz-unterricht zu besorgen. „Für Eltern mit niedrigem Einkommen – weniger als 2.000 Euro im Monat – machen diese Schulkosten 12 Prozent ihres Gesamteinkommens aus“, so Goachund, fordert „Familien mit schulpflichtigen Kindern müssen dringend entlastet werden!“
 
Psychische Belastung durch Pandemie
 
Die Studie erhob auch psychosoziale Themen wie psychische Belastungen. Diese Belastungen waren für Eltern und Kinder im vergangenen Schuljahr enorm, unabhängig von den familiären Ressourcen. Besonders die Betreuungsunsicherheit während der Pandemie zu gewährleisten, stellte Eltern vor Schwierigkeiten. Bei etwa jedem dritten Kind haben sich die fehlenden sozialen Kontakte und der häufige Wechsel zwischen Distance-Learning und Präsenzunterricht negativ auf die psychisch-emotionale Gesundheit ausgewirkt. Kinder und Jugendliche waren gereizter und verängstigter.
 
Forderungen der Arbeiterkammer
 
„Der kostenlose Schulbesuch war eine wichtige Errungenschaft für unseren Sozialstaat. Jetzt müssen wir weitere Schritte gehen, um Bildung und den Zugang dazu, unabhängig der familiären Ressourcen, auch weiterhin sicherzustellen. Es braucht dringend schulpolitische Reformen, damit Eltern, Schülerinnen und Schüler sowie Lehrerinnen und Lehrer die Unterstützung bekommen die sie brauchen!“ bekräftigt Goach
 
  • Kinderbetreuung und Elementarbildung: Rechtsanspruch ab 1. Lebensjahr für alle, kurzfristige Befreiung armutsbetroffener Familien von den Elternbeiträgen; mittelfristig soll Elementarbildung als Bildungseinrichtungen generell kostenlos werden.
  • Kostenlose Schule: Schulmaterial, digitale Ausstattung, Verpflegung, Schulveranstaltungen sowie kostenlose Unterstützung bei Lernschwächen.
  • Verstärkte digitale Grundbildung von Lehrern und Schülern
  • Flächendeckende Umsetzung einer gerechten und transparenten Schulfinanzierung nach dem AK-Chancen-Index, dabei auch Ausbau von Schulsozialarbeit, inkl. zusätzliche Schulpsychologen.
  • Sensibilisierung von Lehrern, hinsichtlich möglicher Vorurteile gegenüber armuts-betroffenen Familien.
  • Ausbau kostenloser außerschulischer sowie Ferien- und Freizeitangebote
  • Bonuszahlung der Familienbeihilfe in der Höhe von 200 Euro pro Schulkind – zusätzlich braucht es Antragswege für Familien mit Schulkindern, die aus der Familienbeihilfe rausfallen, z.B. subsidiär Schutzberechtigte.
  • Sonderzahlung für alle, die Schülerbeihilfe beziehen, sowie eine weitere Erhöhung der Schülerbeihilfe: die Schülerbeihilfe wurde zwar kürzlich erhöht, angesichts der vorliegenden Zahlen jedoch zu gering und der Kreis der Bezieher muss vergrößert werden, damit Bildungsteilhabe auch für Kinder und Jugendliche aus Familien mit niedrigem Einkommen möglich ist.

AK Kärnten unterstützt Eltern und Schüler

Mit dem Projekt AK-Lerncoaching werden Kurse für Mathematik, Englisch und Deutsch für Schüler angeboten – in diesen Schulfächern gibt es nämlich den größten Nachhilfebedarf. Mit einer Einschreibgebühr von 10 Euro pro Kurs können Eltern ihrem Kind diese kostengünstige Nachhilfe ermöglichen. Abgewickelt wird das Arbeiterkammer-Projekt von den Kärntner Volkshochschulen (VHS)in allen Kärntner Bezirken. Information und Anmeldung direkt bei den Kärntner Volkshochschulen unter: 050 477 - 7070

 
Hilfe bei (vor)wissenschaftlichen Arbeiten mit der AKademie
 
Für Schüler ist es wichtig zu wissen, an welcher Stelle sie die richtigen Informationen für ihre ersten schulischen Facharbeiten finden können und wie sie diese kritisch bewerten müssen. Der Kurs „Hilfe! Ich schreibe eine (vor)wissenschaftliche Arbeit“ soll Tipps und Tricks vermitteln und die etwaige Angst vor dem Verfassen erster vorwissenschaftlicher Arbeiten nehmen. Alle Infos unter: ktn.ak.at/akademie2
 
Auch mit dem Familienbonus (FB+) können sich Eltern Geld zurückholen. Der Absetzbetrag, der den Kinderfreibetrag sowie die Absetzbarkeit von Kinderbetreuungskosten ersetzt, wird jedoch nur auf Antrag gewährt, entweder monatlich über die Lohnverrechnung oder jährlich nachträglich über die Arbeitnehmerveranlagung. Familien können sich dazu in der Steuerabteilung der AK Kärnten beraten lassen: 050 477 - 3002
 
Infos, Methodik und Grafiken zur Schulkostenstudie für Kärnten unter www.schulkosten.at
 
Befragungszeitraum 1. September 2020 – 10. Juli 2021
 
Gewinner der Schulkostenstudie
 
Unter allen Teilnehmern der Schulkostenerhebung wurden drei Gewinner ermittelt, die heute am Mittwoch ihren Gewinn von jeweils 1.000 Euro von AK-Präsident Günther Goach entgegennahmen.
 
Foto: AK_Fasser
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