„Wer die Zukunft aktiv mitgestalten möchte, braucht offenen Austausch, unterschiedliche Perspektiven und Räume, in denen gemeinsames Nachdenken möglich ist.“
AK-Tagung Klagenfurt: Geschlechterrollen im Wandel
Wie sich fest verankerte Geschlechterrollen auf Bildung, Arbeitsmarkt und gesellschaftliche Teilhabe auswirken, stand kürzlich im Fokus der AK-Tagung in Klagenfurt. Zum Auftakt der Veranstaltung betonte AK-Vorständin und ÖGB-Landesfrauenvorsitzende Silvia Igumnov in ihren Begrüßungsworten die Relevanz des Themas: „Rollenbilder prägen, oft unterschwellig, aber manchmal auch ganz offensichtlich, unsere Gesellschaft, unsere Bildungswege sowie die beruflichen Entscheidungen von Mädchen und Buben. Wer die Zukunft aktiv mitgestalten möchte, braucht offenen Austausch, unterschiedliche Perspektiven und Räume, in denen gemeinsames Nachdenken möglich ist – genau solche Räume schafft die AK mit dieser Tagung.“
Strukturen im Fokus
Dass Geschlechterrollen keine Naturgegebenheit sind, sondern gesellschaftlich entstehen und daher keineswegs unveränderlich sind, zeigte Barbara Blaha, Leiterin des Momentum Instituts, in ihrer Keynote auf. Dabei verwies sie auch darauf, dass wirtschaftliche Ungleichheiten zwi-schen Männern und Frauen eng mit diesen Rollenbildern verknüpft sind. Zugleich betonte sie, dass ein Umdenken nicht nur individuelle Entscheidungen betrifft, sondern strukturelle Veränderungen voraussetzt.
Erkenntnisse in die Praxis bringen
Die Themenschwerpunkte wurden schließlich in drei Workshops zu dem Themen Arbeitswelt, Social Media und Alltagsstereotypen näher behandelt. Dabei konnten die Teilnehmenden konkrete Fragestellungen aus unterschiedlichen Perspektiven bearbeiten. Durch den interaktiven Austausch konnten eigene Erfahrungen eingebracht und gemeinsam neue Lösungsansätze generiert werden. Organisiert wurde die Tagung von der Abteilung Bildungspolitik, Jugend und Kultur. „Die Diskussionen haben deutlich gemacht, dass es nicht an Erkenntnissen fehlt, sondern oft an der konsequenten Umsetzung“, so Anna Enderle, Referentin für Geschichte, Gesellschaft und politische Bildung. „Genau hier müssen wir ansetzen, strukturell und langfristig.“
© Johannes Puch