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Wirtschaft
21.09.2026

ALPSiX: Kärnten wird zur digitalen Daten­dreh­scheibe

Beim „Digital Future Summit“ in Klagen­furt ging der neue Internet­knoten ALPSiX offiziell in Betrieb. Er soll Kärnten schneller und sicherer mit inter­natio­nalen Daten­netzen verbinden.

Mehr als 400 internationale Gäste trafen sich im Rahmen des Digital Future Summit“ in den Lakeside Park Klagenfurt, bei dem der neue Internet Exchange ALPSiX powered by DE-CIX offiziell seinen Betrieb aufnahm. Realisiert wird das Projekt von der BIK Breitbandinitiative Kärnten GmbH gemeinsam mit DE-CIX. Die Anexia Group übernimmt als Technologiepartner den operativen Betrieb vor Ort. Das Land Kärnten investiert rund 5,7 Mio. Euro in die neue Infrastruktur.

Neue Ära für Kärnten

„Mit diesem international angebundenen Knoten beginnt für die digitale Infrastruktur in Kärnten eine neue Ära“, wie Wirtschaftslandesrat Sebastian Schuschnig bei der Veranstaltung betonte. Kärnten positioniere sich damit bewusst als digitale Drehscheibe im Alpen-Adria-Raum. „Gemeinsam zeigen wir heute, dass Kärnten in der digitalen Infrastruktur nicht am Rand liegt, sondern ein zentraler Akteur im Herzen Europas ist.“ Auch WK-Vizepräsidentin Nika Basic unterstrich bei der Auftaktveranstaltung die Bedeutung für den Wirtschaftsstandort. Gerade junge Unternehmen, Start-ups und digitale Geschäftsmodelle seien auf leistungsfähige Rahmenbedingungen angewiesen. „Schnelle, sichere und verlässliche Datenverbindungen sind heute genauso wichtig wie Straßen, Schienen oder die Energieversorgung. Mit ALPSiX schafft Kärnten eine Grundlage, auf der neue Ideen, moderne Arbeitsformen und innovative Unternehmen wachsen können.“

„Wo Menschen und Waren unterwegs sind, fließen auch Daten. Ein moderner Standort braucht neben Straße und Schiene zwingend auch eine starke digitale Infrastruktur.“

Wirtschaftslandesrat Sebastian Schuschnig

Kürzere Wege, mehr Sicherheit

Der Internetknoten wird an den Standorten Klagenfurt und Villach aufgebaut und ermöglicht Netzbetreibern, Daten künftig direkt in der Region auszutauschen. Bisher nehmen Daten aus Kärnten häufig den Umweg über Wien oder andere Internetknoten. Durch ALPSiX können solche Wege deutlich verkürzt werden. Gleichzeitig wird der Knoten in das globale Netzwerk von DE-CIX mit mehr als 60 Standorten weltweit eingebunden.

Welche Bedeutung kurze Datenwege angesichts neuer digitaler Anwendungen haben, betonte auch Ivo Ivanov, CEO von DE-CIX. Nicht allein die Rechenleistung entscheide über den Erfolg von KI-Anwendungen, sondern auch die Geschwindigkeit des Datenaustauschs. „Deshalb entstehen Internetknoten künftig näher an den Menschen und Unternehmen. ALPSiX ermöglicht genau das: Lokale Daten bleiben lokal und vermeiden einen Umweg von mehr als 600 km über Wien.“

Geschwindigkeit als Standortfaktor

Für Unternehmen, Forschungseinrichtungen und öffentliche Institutionen bedeutet das vor allem geringere Latenzzeiten, schnellere Datenübertragung und zusätzliche Ausfallsicherheit. Norditalien und Zagreb sollen künftig in rund vier Millisekunden erreichbar sein, der wichtige Internetknoten Frankfurt in rund elf Millisekunden. Gerade für datenintensive Anwendungen werde die Geschwindigkeit zunehmend zum Standortfaktor, so Schuschnig: „Latenzzeiten werden mitentscheiden, wo investiert wird, wo Forschung und Entwicklung wachsen und wo 5G-Anwendungen tatsächlich funktionieren.“ Neben der Geschwindigkeit spiele auch die Versorgungssicherheit eine zentrale Rolle. Mit ALPSiX würden zusätzliche Alternativen geschaffen und damit die Ausfallsicherheit der digitalen Infrastruktur erhöht.

„Mit ALPSiX schafft Kärnten eine Grundlage, auf der neue Ideen, moderne Arbeitsformen und innovative Unternehmen wachsen können.“

WK-Vizepräsidentin Nika Basic

Neues Technologie-Ökosystem

Die Breitbandinitiative Kärnten GmbH (BIK) verbindet mit ALPSiX den regionalen Glasfaserausbau mit weltweiten Datenverbindungen. Als neutraler und unabhängiger Internetknoten soll die Infrastruktur einen schnellen und sicheren Datenaustausch für Unternehmen, Netzbetreiber und Institutionen ermöglichen. Eine Besonderheit ist die technische Umsetzung: Statt in klassischen Rechenzentren kommt ALPSiX in kompakten Edge-Containern zum Einsatz.

Nachbarländer digital verbinden

Auch Alexander Windbichler, CEO der Anexia Group, sieht darin bedeutende Chancen für den Standort: „Mit ALPSiX entsteht ein Technologie-Ökosystem, in dem digitale Geschäftsmodelle wachsen können.“ Der Internetknoten schaffe zusätzliche Redundanz und stärke damit die digitale Souveränität der Region. Der nächste Schritt ist bereits geplant: Kärnten und die Steiermark sollen auch digital enger zusammenrücken. Schuschnig hat dazu mit dem steirischen Wirtschaftslandesrat Willibald Ehrenhöfer vereinbart, den gemeinsamen Wirtschaftsraum mit mehr als 1,8 Mio. Menschen künftig auch über die digitale Infrastruktur stärker zu verbinden.

Bild 1 (v. l.): Peter Schark, Nika Basic,LR Sebastian Schuschnig, Ivo Ivanov, Alexander Windbichler, Marc Korthaus, Alvin Bijedić beim Digital Future Summit im Lakeside Park Klagenfurt
© LPD Kärnten/Helge Bauer

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