Ausgezeichnete Artenvielfalt bei der Goldenen Apis 2025
Biodiversität ist unsere Lebensgrundlage – und sie ist in Gefahr. Rund die Hälfte aller Tier- und Pflanzenarten in Kärnten ist mittlerweile vom Aussterben bedroht. Die Verantwortung dafür trägt der Mensch – eine Art unter vielen, die allerdings durch Bodenversiegelung, Landnutzungsänderungen, Umweltverschmutzung oder klimaschädliches Verhalten die Lebensgrundlage anderer Arten zerstört. Und das, obwohl wir uns als „Homo sapiens sapiens, also quasi als ‚besonders gescheiter Mensch‘“ bezeichnen, wie es Michael Jungmeier, Professor für Naturschutz und Nachhaltigkeit an der FH Kärnten, in seinem Vortrag auf den Punkt brachte.
Diese Zerstörung von Arten und Lebensräumen geht jedoch nicht ohne Widerspruch vonstatten. Unzählige Initiativen, Institutionen, Privatpersonen und Unternehmen setzen sich weltweit für die Erhaltung der Biodiversität ein. Dass es allein in Kärnten eine beeindruckende Bandbreite solcher Initiativen gibt, zeigte sich bei der Verleihung der Goldenen Apis – dem Biodiversitätspreis der Kärntner Sparkasse, der heuer zum zweiten Mal vergeben wurde.
100.000 EUR für Weitsicht und Engagement
Die Goldene Apis wurde von der Privatstiftung der Kärntner Sparkasse ins Leben gerufen, um das wichtige Thema der Biodiversitätserhaltung öffentlich sichtbar zu machen und finanziell zu unterstützen. Der Gesamtwert von 100.000 EUR wird dabei auf fünf Kategorien – landwirtschaftliche Betriebe, Vereine, Unternehmen, Schulen und Kindergärten und Bildungsinstitutionen – aufgeteilt. Die Erstplatzierten erhalten jeweils 20.000 EUR, die zweiten Plätze 6.000 und die Drittplatzierten 4.000 EUR. Zudem wurde heuer ein Sonderpreis in der sechsten Kategorie Gemeinden vergeben. Die Biene (Gattungsbezeichnung Apis) ist als Symbol des Preises nicht zufällig gewählt: Als Bestäuberinnen sind Bienen grundlegend für das Wachstum von Blumen und Pflanzen – und damit für die gesamte Artenvielfalt.
Von Mini-Museum bis Baumschutz
Die diesjährigen Siegerprojekte der Goldenen Apis sind so vielfältig wie die Arten, die durch sie erhalten werden. In der Kategorie Schulen und Kindergärten überzeugte das Mini-Museum in Mallnitz, in dem sich Kinder als Kurator:innen erproben und ihre Fundstücke aus der Natur ausstellen dürfen. Der Holzwerkstoff-Hersteller FunderMax erzielte mit den weltweit ersten biogenen und biologisch abbaubaren Baumschutzhüllen gegen Wildschäden den ersten Platz in der Kategorie Unternehmen. Der von Martina und Mario Payer geführte Bauernhof Simonhof wurde für seine vielseitigen, biodiversitätsfördernden Maßnahmen – etwa Streuobstwiesen, eine Edelkastanien-Plantage oder die Kultivierung von Tauernroggen und Ackerbohne – in der Kategorie landwirtschaftliche Betriebe ausgezeichnet. In der Kategorie Vereine schaffte es der Verein INIZIA durch die umfassende multimediale Dokumentation der Artenvielfalt im Natura 2000 Gebietes Lendspitz-Maiernigg auf den ersten Platz. Unter den Bildungsinstitutionen wurde das Kärntner Botanikzentrum im kärnten.museum für eine innovative Methode ausgezeichnet, die es ermöglicht, das historische Traunfellner-Herbarium für die Biodiversitätsforschung nutzbar zu machen. In der Sonderkategorie Gemeinden schließlich überzeugte die Gemeinde Eberstein mit einem Erholungsraum im Ortszentrum, der nicht nur den Ortsbewohner:innen zugute kommt, sondern auch einen wertvollen Lebensraum für unzählige Arten bildet.
Die Erstplatzierten der Goldenen Apis 2025
- Kategorie Schulen und Kindergärten: Mini-Museum in Mallnitz, eingerichtet von Kindern mit ihren Fundstücken aus der Natur
- Kategorie Unternehmen: FunderMax in St. Veit für die weltweit ersten Bio-Baumschutzhüllen (gegen Wildschäden)
- Kategorie landwirtschaftliche Betriebe: Martina und Mario Payer für bahnbrechende Innovationen zur Förderung der Biodiversität auf dem Bauernhof
- Kategorie Vereine: INIZIA in Klagenfurt für die umfangreiche multimediale Präsentation des zuvor erforschten Natura 2000 Gebietes Lendspitz-Maiernigg
- Kategorie Museen: Botanikzentrum Kärnten für die Rettung einer sehr wertvollen historischen Pflanzensammlung mit einer weltweit neuen Methode
- Kategorie Gemeinden (Sonderpreis): Marktgemeinde Eberstein für das Öko-Projekt Schmetterlingswiese und Kräutergarten
Bühne für die Biodiversität
Die Preisverleihung der Goldenen Apis fand im Veranstaltungssaal der neu renovierten Zentrale der Kärntner Sparkasse in Klagenfurt statt. Neben den Preisträger:innen wohnten zahlreiche Gäste der Veranstaltung bei, die von Marco Ventre unterhaltsam moderiert wurde.
Ein Highlight bildete der Vortrag des „Biodiversitäts-Popstars“ Michael Jungmeier, Professor für Nachhaltigkeit und Biodiversität und Leiter des UNESCO-Lehrstuhls für Nachhaltiges Management von Schutzgebieten an der FH Kärnten. Mit viel Witz und Eindringlichkeit präsentierte Jungmeier den Ist-Stand der Biodiversität in Kärnten – von verschiedenen Pilzarten über die Bauchige Windelschnecke bis hin zu den Renaturierungsplänen für das Metschacher Moos, das von der Kärntner Sparkasse für Forschungszwecke in Kooperation mit der FH Kärnten angekauft wurde.
Um die Artenvielfalt langfristig zu stabilisieren, gelte es, in Konflikten mit der Biodiversität besonnen zu agieren: „Ich finde die Wespe super, solange sie nicht auf meiner Erdbeerschnitte sitzt; ich finde das Moor super, solange es nicht dort ist, wo ich meine Straße bauen will“ – ein solches Denken sei in dieser Frage kontraproduktiv, so Jungmeier anschaulich.
Die Preisträger:innen der Goldenen Apis 2025. © Daniel Waschnig
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Ausführliche Berichte und Videos zu den Preisträgerprojekten finden Sie hier.