BKS Bank- Vorstandsvorsitzende Herta Stockbauer © Gernot Gleiss
Wirtschaft
12.09.2022

„Banken spielen Schlüsselrolle bei der Erreichung der Klimaziele“

Herta Stockbauer, Vorstandsvorsitzende der BKS Bank, im Gespräch über das Thema Nachhaltigkeit im Bankwesen. (Anzeige)

advantage: Die BKS Bank feiert heuer ihr 100-Jahr-Jubiläum. Was sind bzw. waren die Erfolgsfaktoren der Bank?

Herta Stockbauer: Die BKS Bank ist ihrer ursprünglichen Geschäftsphilosophie immer treu geblieben: Wir sind ein verlässlicher Partner für die Wirtschaft. Das und wohl auch die Tatsache, dass Herausforderungen immer mit Weitsicht und Mut gemeistert wurden, sind ausschlaggebend für die beispielhafte Erfolgsgeschichte der BKS Bank. Ein weiterer wichtiger Grundsatz, der bis heute als Leitmotiv gilt ist, stets darauf zu achten, langfristigen Erfolg über kurzfristige Strohfeuer zu stellen. Das alles und mehr hat dazu geführt, dass die BKS Bank heute nicht nur die größte Bank in Kärnten, sondern ein international agierender Konzern ist.

Welchen Herausforderungen werden sich die Banken in den nächsten Jahren stellen müssen? Wie bewältigt die BKS Bank diese Herausforderungen?

Jede Zeit hat ihre Herausforderungen. Unsere derzeit dringendsten sind die Bewältigung der wirtschaftlichen Auswirkungen des Ukraine-Krieges, der Pandemie und die Erreichung der Klimaziele. Bei Letzteren übernehmen Banken eine Schlüsselrolle, welche die BKS Bank aus Überzeugung wahrnimmt. Die EU gibt mit dem Green Deal und zahlreichen Verordnungen die Richtung vor. Eine zukunftsfähige und kreislaufbasierte Wirtschaft ist das Ziel. Daran geknüpft sind Veränderungen, mit welchen sich Investoren und Unternehmen konfrontiert sehen. Als BKS Bank ist es unsere Aufgabe, unsere Kunden mit Know-how und innovativen Produkten auf ihren Wegen in eine nachhaltige Zukunft zu begleiten. Die Digitalisierung unterstützt und beschleunigt diese Transformation in vielen Bereichen.

Welche Ziele wollen die Mitglieder der Green Finance Alliance, zu denen auch die BKS Bank zählt, erreichen?

Die Green Finance Alliance gehört zu den weltweit ersten staatlichen Initiativen, die eine freiwillige Selbstverpflichtung von Finanzunternehmen zur Erreichung der Pariser Klimaziele vorsieht und wir sind sehr stolz darauf, zu den Gründungs­mitgliedern zu zählen. Im Fokus steht die Ausrichtung der Finanzierungs- und Invest­mentportfolios am 1,5 Grad-Klimaschutzziel von Paris. Die BKS Bank hat bereits vor rund 20 Jahren das gesamte Unternehmen strategisch nachhaltig aus­gerichtet und leistete in vielen Bereichen Pionierarbeit. Unter anderem waren wir im Jahr 2017 die erste Bank in Österreich, die einen Social Bond gegeben hat. Seit damals konnten wir durch Green Bonds der BKS Bank jährlich rund 23.500 t CO2-Äquivalente einsparen. Durch die Mitgliedschaft in der Green Finance ­Alliance erwarten wir uns aber, dass wir die Dekarbonisierung im Hause künftig noch stärker vorantreiben werden können.

Warum ist es heutzutage so wichtig, aktiv Klimaschutz zu betreiben – auch für die Banken?

Banken spielen eine Schlüsselrolle bei der Erreichung der Klimaziele. Wir finanzieren die wirtschaftliche Transfor­mation, die stattfinden muss, damit wir bis 2050 die Ziele des Pariser Klimaabkommens erreichen können. Wenn nicht, wird die steigende Erderwärmung fatale Folgen haben. Die Herausforderungen für die Wirtschaft sind immens. Man denke nur an die ESG-Kriterien, die branchen­spezifisch erfüllt werden müssen. Als BKS Bank sehen wir es als eine unserer wichtigsten Aufgaben, unsere Kunden auf ihrem Weg dorthin mit unserer Expertise bestmöglich zu unterstützen.

Warum werden Green Buildings heutzutage als so große Chance angesehen?

Da darin enormes Potenzial zur Re­duktion unserer CO2-Emissionen steckt. Im Green Deal berichtete die Europäische Union, dass auf Gebäude rund 40 Prozent des Energiebedarfs der EU entfallen. Green Buildings rücken daher immer mehr in den Mittelpunkt der Klimaaktivitäten und berücksichtigen über den gesamten Lebenszyklus hinweg die Öko­logie, Ökonomie und soziokulturelle Aspekte. Dies beginnt bei der Planung, dem Einsatz von Technik und Materialien und reicht bis zur genauesten Berechnung der zu erwartenden Emissionen im laufenden Betrieb. Als BKS Bank konnten wir bereits drei Green Buildings in Kärnten und im ­Burgenland erfolgreich als Bau­träger umsetzen.

Das BKS Holzquartier ist das erste von der BKS Bank errichtete Green Building. Was ist das Besondere an dem Gebäude?

Wir sind mit dem BKS Holzquartier vollkommen neue Wege gegangen. Es ist ein gelungenes Ensemble im Stadtzentrum von Klagenfurt, das aus 16 Kleinhäusern besteht. Die Konstruktion erfolgte in Holzbauweise, wobei die Fassade in Vor- und Rücksprünge gegliedert ist. Jedes Haus ist über den Hof erschlossen und ist zweigeschoßig ausgeführt. Alle Wohnungen sind nach Süden orientiert, haben eine Terrasse oder einen Balkon und im begrünten Freiraum gibt es einen Gemeinschaftsbereich. Wir sind sehr stolz darauf, dass wir für unser erstes Green Building gleich ausgezeichnet wurden und das DGNB-Zertifikat in Gold erhalten haben. Finanziert wurde das Gebäude ebenso nachhaltig, nämlich mit dem Emissions­erlös eines Green Bonds.

Auch Green Banking ist derzeit ein großes Thema. Was steckt dahinter?

Green Banking ist die große Klammer über allen nachhaltigen Aktivitäten, die wir als BKS Bank setzen. Das beginnt bei unserer strategischen Ausrichtung, unserem umfangreichen nachhaltigen ­Produktangebot und reicht bis zu den Maßnahmen, die wir als zukunftsorientierte Bank setzen, um unseren Carbon Footprint zu reduzieren. Unser großes, übergeordnetes Ziel ist dabei die Klimaneutralität. Wobei auf dem Weg dorthin nicht nur unsere eigenen, unmittelbaren CO2-Emissonen erfasst werden, sondern auch jene Emissionen, welche wir anteilsmäßig durch Investments und durch die Vergabe von Krediten verursachen. Wir orientieren uns dabei an den Science Based Targets, an wissenschaftsbasierten Dekarbonisierungszielen, die genau fest­legen, welche CO2-Reduktion ganzheitlich erforderlich ist, damit wir unser Klimaziel erreichen.

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