„Kärnten verfügt über ein einzigartiges Holzbau-Ökosystem, das jahrhundertealte Expertise mit den Spitzentechnologien einer hochinnovativen Holzindustrie verbindet.“
Bauen mit Weitblick
Wie lassen sich Nachhaltigkeit, Energieeffizienz und hohe architektonische Qualität miteinander verbinden, welche Rolle spielt Holz bei der Transformation des Bauens, und wie können die Gebäude von morgen ressourcenschonend geplant und realisiert werden? Mit diesen Fragen beschäftigen sich nicht nur Bau- und Entscheidungsträger, sondern auch die Fachkräfte der Zukunft. An der Fakultät für Bauingenieurwesen, Architektur und Nachhaltiges Immobilienmanagement der CU – Carinthia University of Applied Sciences | Hochschule Kärnten werden Themen rund um nachhaltiges Bauen wissenschaftlich fundiert und praxisnah bearbeitet. Moderne Studienangebote, anwendungsorientierte Forschung und enge Verbindungen zur Berufspraxis schaffen ein Umfeld, in dem Innovation und Expertise aufeinandertreffen. Seit 2025 rückt eine Stiftungsprofessur für innovativen und nachhaltigen Holzbau den Bereich noch stärker in den Fokus. „Holz ist ein wertvoller Rohstoff, der historisch stark in der Region verankert ist. Kärnten verfügt über ein einzigartiges Holzbau-Ökosystem, das jahrhundertealte Expertise mit den Spitzentechnologien einer hochinnovativen Holzindustrie verbindet. Als regionaler Bildungspartner ist es unsere Aufgabe, Forschung in diesem Bereich zu betreiben und zukunftsorientierte Ausbildungsangebote zu entwickeln“, erklärt Peter Granig, Rektor der Hochschule Kärnten. Damit leistet die Hochschule einen wichtigen Beitrag zur Fachkräftesicherung und zur Entwicklung neuer Berufsbilder in einem Zukunftsfeld mit hoher gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Relevanz.
Nachhaltiges Bauen im Fokus
Am Campus Spittal an der Drau forschen und lehren ausgewiesene Expert:innen aus Bauingenieurwesen und Architektur. Sie verbinden wissenschaftliche Expertise mit langjähriger Berufserfahrung – wie der Unternehmer Richard Woschitz, Inhaber der Stiftungsprofessur für Holzbau, oder die mehrfach ausgezeichneten Architekten Sonja Hohengasser und Jürgen Wirnsberger. Hohengasser sieht zahlreiche Vorteile in dem regionalen Werkstoff: „Holz ist ein leistungsfähiger und nachhaltiger Baustoff, der vor unserer Haustüre wächst. Geruch und Haptik tragen nachweislich zum Wohlbefinden bei, wie zahlreiche Studien belegen“, so die Architektin und FH-Professorin. Gerade in ländlichen Regionen präge Holz die Baukultur seit Jahrhunderten, was den Baustoff für die Hochschule Kärnten umso interessanter mache. „Als einzige Hochschule auf dem Land beschäftigen wir uns intensiv mit dem ländlichen Raum – mit dem Ziel, die Region gesellschaftlich und wirtschaftlich zu stärken“, ergänzt Hohengasser. Besonderen Wert legt sie darauf, ihren Studierenden ein ausgeprägtes Bewusstsein für die Verantwortung ihres Berufs mitzugeben: „Bestandsbauten gibt es genug. Wir müssen bestehende Bauten als Ressource sehen und uns in Zukunft mit der Transformation des Bestandes, dem Weiterbauen und dem Sanieren beschäftigen.“ Entscheidend seien dabei ein sensibler Umgang mit Landschaft, Freiraum und Materialien sowie der Einsatz nachhaltiger Baustoffe wie Holz oder Lehm.
Im Bachelor können Studierende zwischen den Studiengängen Architektur, Bauingenieurwesen und Nachhaltiges Immobilienmanagement wählen. Durch die Schwerpunkte „Bauen mit Allen“, „Bauen mit Bestand“ oder „Bauen mit Holz“ können Masterstudierende zusätzlich Akzente in den Bereichen Inklusion, Bestandsentwicklung und Holzbau setzen. Ökologische, ökonomische und soziale Nachhaltigkeit bilden dabei die Grundlage aller Studienangebote. Unter Berücksichtigung der Sustainable Development Goals (SDGs) der Vereinten Nationen sind sie fest in der Strategie 23-30 der Hochschule Kärnten verankert.
„Als einzige Hochschule am Land beschäftigen wir uns intensiv mit dem ländlichen Raum – mit dem Ziel, die Region gesellschaftlich und wirtschaftlich zu stärken.“
Grenzenloses Holz
Seit 2023 ist die Hochschule Kärnten Teil des INTERREG-Projekts LifeLongWood, das im Herbst 2026 endet. Mit einem Gesamtbudget von rund 1,3 Mio. Euro setzen sich die Projektpartner aus Kärnten, Steiermark und Slowenien dafür ein, die Wettbewerbsfähigkeit der regionalen Holzindustrie zu stärken. Im Sinne des lebenslangen Lernens wurden dafür neue Informations- und Bildungsangebote entwickelt, darunter ein mobiler Escape Room für Schüler:innen sowie die interaktive Ausstellung „WanderWood“, die bereits in Kärnten, Slowenien und der Steiermark gezeigt wurde. „Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit im Rahmen des Projekts war sehr bereichernd“, erzählt Hohengasser. „Auch die Studierenden konnten sich einbringen und im Rahmen der neu entwickelten Micro-Credentials Anwendungswissen direkt aus der Praxis mitnehmen.“ Die kompakten Weiterbildungsformate richten sich an Studierende und Berufstätige. Während das Micro-Credential „Holz am Wasser“ interdisziplinäre Perspektiven von Landschaftsökologie über Neuroarchitektur bis hin zur Umweltmedizin abdeckt, vermittelt das Format „BRAND-AKTUELL – Brandschutz im Holzbau“ kompaktes, praxisnahes und interdisziplinäres Wissen zu diesem zentralen Thema. Diese intensive Auseinandersetzung mit dem Baustoff Holz habe auch regionale Bedeutung, betont Granig: „Mit unserem Engagement im Holzbau stärken wir gezielt die regionale Wertschöpfung und leisten einen direkten Beitrag zur heimischen Wirtschaft.“
Allgemeines: Von der FH Kärnten zur CU
Nachhaltig wirksam entwickelt sich auch der Markenauftritt der Hochschule: Im neuen Namen „Carinthia University of Applied Sciences | Hochschule Kärnten“ – kurz: CU – kommt die Verbindung zwischen regionaler Identität und internationaler Ausrichtung noch stärker zum Ausdruck. Ziel des Markenrelaunches war es, die Hochschule nicht nur optisch weiterzuentwickeln, sondern ihre Identität strategisch neu zu definieren. So werden zentrale Kompetenzen der Hochschule noch deutlicher sichtbar: praxisnahe Lehre, angewandte Forschung, persönliche Begleitung, internationale Vernetzung und Verantwortung für die Zukunft. Ausgangspunkt für das Rebranding war eine Novelle des Fachhochschulgesetzes im Jahr 2024 mit dem Ziel, die Expertise der Fachhochschulen stärker anzuerkennen. „Die Gesetzesnovelle bestätigt unseren Weg, exzellente, anwendungsnahe Forschung und Lehre mit unseren Partnern aus Wirtschaft und Gesellschaft zu gestalten. Das spüren unsere Absolvent:innen auch am Arbeitsmarkt“, so Granig. Auch die Internationalisierung werde dadurch gestärkt: Die Einbindung in die European-University-Allianz ACE²-EU eröffne neue Möglichkeiten für Forschung, Lehre und den Austausch von Studierenden und Lehrenden – das neue Branding unterstreiche diese positive Entwicklung. Ab dem Wintersemester 2026/27 wird es durchgängig in Verwendung gebracht.
WISSENSWERT
Der Masterstudiengang „Architektur – Fit für die BAUwende“ erfuhr kürzlich eine besondere Anerkennung – beim Sustainability Award 2026 wurde er mit Gold in der Kategorie Lernen ausgezeichnet.
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