Umwelt

Biomasse: Eine Energie für die Zukunft

Bioenergie aus Biomasse ist das Allround-Talent unter den erneuerbaren Energien. Biomasse liefert flüssige und feste Kraftstoffe, Wärme und Strom.

Klimaneutral und immer verfügbar

In der Bereitstellung erneuerbarer Energie nimmt Kärnten europaweit bereits jetzt eine führende Rolle ein. Wir befinden uns auf dem richtigen Weg, trotzdem muss, im Kampf gegen den Klimawandel, noch einiges getan werden. Biomasse bzw. Bioenergie trägt den Hauptteil zum Port­folio der erneuerbaren Energien in Österreich bei. Alle Bereiche des Energiebedarfs (Wärme, Mobilität und Strom) können damit bedient werden. Die Vorteile, die der Einsatz von Biomasse mit sich bringt, sind vielfältig: Ganzjährig bedarfs­gerechte Verfügbarkeit rund-um-die Uhr, Klimaneutralität, Nachhaltigkeit, Umweltfreundlichkeit, langfristige Beschäftigungs- und Wertschöpfungseffekte der Biomassenutzung in unserer Region und regionale Versorgungssicherheit durch eine hervorragende Waldausstattung und engagierte Waldbesitzer. Biomasse trägt auch dazu bei, dass wir auf fossile Brennstoffe verzichten und so österreichweit mehrere Millionen Tonnen CO2 einsparen.

Der wichtigste heimische Energieträger

Derzeit werden mehr als 55 Prozent des gesamten Energiebedarfs in Kärnten heimisch und erneuerbar abgedeckt. Den Löwenanteil macht dabei die Biomasse aus. Die Biomasse ist, noch vor der Wasserkraft, der wichtigste heimische Energie­träger. „Innerhalb der erneuerbaren Energie beträgt der Anteil der Biomasse in Kärnten 53 Prozent, der der Wasserkraft 44 Prozent. Der Rest teilt sich auf Solarenergie und Geothermie auf. Auch beim Pro-Kopf-Verbrauch ist Kärnten bei der Bioenergie weit vorne, der Durchschnitts­verbrauch ist um mehr als 1/3 höher als beim Zweitplatzierten Salzburg“, erklärt Martin Mayer vom Biomasseverband Kärnten.

Herausforderungen für die Zukunft

Betrachtet man die Entwicklungen der vergangenen Jahre, ist das aber noch nicht genug. In ganz Österreich, aber auch in Kärnten, sind die Herausforderungen für die Zukunft nach wie vor sehr groß. „Sieht man sich die einzelnen Sektoren an wird schnell klar, dass überall dringender Handlungs­bedarf gegeben ist. Die größte Herausforderung stellt dabei die Mobilität bzw. der Verkehrssektor dar. Der Anteil der erneuerbaren Energie stagniert hier bei rund 15 Prozent, ­bezogen auf den Gesamtenergieeinsatz“, erklärt Mayer.

„Innerhalb der erneuerbaren Energie beträgt der Anteil der Biomasse in Kärnten 53 Prozent, der der Wasserkraft 44 Prozent. Der Rest teilt sich auf Solarenergie und Geothermie auf.“

Martin Mayer, Biomasseverband Kärnten.

Es gibt noch viel zu tun

Allein mit der Umstellung auf E-Mobilität kann dieses Problem aber nicht gelöst werden. „Ansatzpunkte wie Forcierung des öffentlichen Verkehrs, Einsatz alternativer Antriebsarten und Kraftstoffe und vor allem Verzicht dürfen nicht aus den Augen verloren werden. Aber auch Industrie, Haushalte, Landwirtschaft und Gewerbe haben Aufholbedarf“, so Mayer. Der Anteil der erneuer­baren Energien liegt in diesen Sektoren ­zwischen 50 und 80 Prozent.

Hin zu mehr Nachhaltigkeit

Der Pariser Klimaschutzvertrag gibt vor, dass Österreich bis zum Jahr 2050 komplett aus fossilen Energieträgern aussteigen muss. Die Bundesregierung hat sich das Ziel der Klimaneutralität bereits für 2040 gesteckt – was bedeutet, dass es bis dahin keine Ölheizungen und keine Gasheizungen mehr in unserem Land geben soll. „Um diese Klimaschutzziele erfüllen zu können, wird es noch mehr Förderungen und gesetzliche Regelungen für den Umstieg auf klimafreund­liche Optionen wie Biomasse geben müssen. Denn das bedeutet, dass umgehend alle neu installierten Energiesysteme mit klimafreundlichen und regenerativen Energien wie Biomasse betrieben werden müssen, um Lock-in-Effekte zu vermeiden“, erklärt Kasimir Nemestothy von der Landwirtschaftskammer Österreich.

Gute Kommunikation der Biomasse-Erfolge

Der Trend in Österreich gehe aber derzeit eindeutig hin zu mehr Nachhaltigkeit. „Die wichtigste Herausforderung für die kommenden Monate und Jahre wird die gute Kommunikation der Biomasse-­Erfolge, um dem Störfeuer der Biomassegegner zu begegnen“, so Nemestothy. Dass die Menschen immer mehr Wert auf Nachhaltigkeit legen, kann auch Josef Stocker, Pressesprecher der Kelag Kärnten bestätigen. „Der Trend ist eindeutig. In unseren Fernwärmenetzen, wo wir Biomasse nutzen, entschließen sich laufend Kunden für die Fernwärme. Das betrifft Neubauten genauso wie bestehende Gebäude, in denen die Eigentümer beschließen die Heizung umzurüsten und aus Heizöl auszusteigen.“ Wo es keine Fernwärme gibt, geht der Trend hin zu Pellets, Hackschnitzeln oder zur Wärmepumpe.

Tragende Säule der Energieversorgung

Biomasse hat sich in den vergangenen Jahren zu einer tragenden Säule der Energieversorgung auf Basis erneuerbarer Energie ent­wickelt und trägt dazu bei, dass weniger Heizöl und Erdgas importiert wird. „Das ist zukunftsweisend, erhöht die Unabhängigkeit bei der Energieversorgung und bedeutet Wertschöpfung und Arbeitsplätze in der Region“, so Stocker. Die Kelag Energie & Wärme GmbH hat in den vergangenen drei Jahren sieben Fernwärmenetze auf Basis Biomasse erworben und ein Fernwärmeprojekt auf Basis industrieller Abwärme in Betrieb genommen. „Österreich bekennt sich zum Klimaschutz und will klimaneutral werden. Das bedeutet, dass wir Energie noch effizienter einsetzen müssen und dass wir erneuerbare Energieträger brauchen, um aus fossiler Energie aussteigen zu können. Biomasse spielt schon heute eine sehr wichtige Rolle und wird in Zukunft eine noch größere Rolle spielen“, erklärt Josef Stocker.

© Kelag
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