Gesundheit

Corona-Zeit: Alkoholkonsum steigt stark an

Suchtbeirat in Kärnten zog Bilanz: Seit Ausbruch der Corona-Pandemie starker Anstieg bei Alkoholkonsum, Drogentote gab es seitdem weniger als vorher.

Gestern traf sich der Kärntner Suchtbeirat – virtuell – und sprach über die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf das Suchtverhalten der Kärntner. Gesundheitsreferentin Beate Prettner ist vom Ergebnis durchaus erstaunt: "Einerseits hat sich die Situation im Bereich Alkoholkonsum verschärft. Andererseits sind im Bereich Drogen keine Steigerungen ersichtlich. Im Gegenteil: Die Zahl der Drogentoten ist 2020 auf fünf, und damit auf den tiefsten Wert seit Jahren, gesunken. Auch bei Beratungs- und Therapiegesprächen hat sich kein Anstieg gezeigt."

Bereich Drogen

In den Drogen-Beratungsstellen spiele das Thema "Corona" kaum eine Rolle, so Claudia Scheiber, Leiterin der Drogenambulanz Klagenfurt. "Anders als für die Allgemeinbevölkerung wird Corona für diese Gruppe nicht als zusätzliche Belastung wahrgenommen." LSD scheint allerdings wieder im Kommen zu sein.

Bereich Alkohol

Beim Alkohol ist es anders. Im ersten Lockdown ist der Konsum rückläufig gewesen, seitdem steigt er schnell an. "Es wird mehr und häufiger getrunken, auch die Rückfälle nehmen zu", meint Renate Clemens-Marinschek, ärztliche Leiterin des Krankenhauses de La Tour. Die Spitze des Eisbergs ist für sie noch nicht erreicht, erst nach der Krise werden sich die Auswirkungen so richtig zeigen.

Drogenberatungsstelle in St. Veit in Aufbau

Barbara Drobesch ist Leiterin der Prävention und Suchtkoordination Kärnten, die nach einer Suchthilfe-Strategie vorgeht. Die Schwerpunkte seien aktuell Schnittstellen-Management und hochrisikokonsumierende Jugendliche. Im Bezirk St. Veit wird eine Drogenberatungsstelle aufgebaut. Prettner dazu: "Wenn wir St. Veit mit 100 Plätzen eröffnen, ist es uns gelungen, das Beratungsangebot seit 2017 beinahe zu verdoppeln." Aufgestockt wurden nämlich schon die Plätze in Klagenfurt, neue Beratungsstellen gibt es in Feldkirchen und Wolfsberg.

Trotzdem sei Prävention essenziell und hier will man früh ansetzen. Es gibt Programme für Volksschulen, die an Corona angepasst wurden. Unterrichtsmaterial wurde neu erarbeitet und den Schulen übermittelt.

Alkohol-Patienten werden seit Corona ständig mehr. – Foto: Pixabay/jarmoluk
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