Wirtschaft

COVID-19: Stillstand oder Wendepunkt? Teil 2

Ein Land in der Krise und Köpfe voller Ideen: Unsere heimischen Unternehmer beweisen einmal mehr, was sie können. Auch wenn die Zeiten schwierig sind, geben sie alles, um das Beste aus der aktuellen Krise herauszuholen. Wir haben uns umgehört.

Ingrid Weinhandl, Direktorin HBLA Pitzelstätten

Das Jahr 2020 stellte uns alle vor sehr große und mannigfaltige Herausforderungen. Von einem Tag auf dem anderen wurde im Frühjahr von Präsenzunterricht auf Distance-Learning umgestellt. Dasselbe wiederholte sich 8 Wochen nach Schulbeginn. Wir haben vom ersten Lockdown vieles gelernt, sind als Team noch enger zusammengewachsen, haben uns EDV-technisch intern weitergebildet und mit digitalen Medien auseinandergesetzt. Wir können dadurch unseren Bildungsauftrag ausgezeichnet bewältigen. Gestützt durch ein hervorragendes, innovatives Team von Pädagoginnen und Pädagogen werden unsere Schülerinnen und Schüler durch die schwierige Zeit begleitet. Hoffnungsvoll blicken wir jedoch in die Zukunft; hoffend auf eine Normalität, einen normalen Schulalltag, soziale Kontakte, ein Lernen und Leben im Miteinander. Gemeinsam schaffen wir es!

Martin Reiner, Flex Österreich

Gen.m.b.H. „Die aktuelle Situation ist natürlich für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Flex mit Herausforderungen verbunden. Die Flex Familie zeigt immer wieder große Flexibilität und Engagement für unseren Standort, dies ist vor allem wichtig, da wir unter anderem auch lebensnotwendige Medizinprodukte erzeugen. Auch haben wir zu Beginn der Pandemie binnen kürzester Zeit die Produktion von Masken von Asien zurück nach Österreich geholt. Unsere Kolleginnen und Kollegen leisten wirklich Großartiges!

Dir. Helmut Petschar, Geschäftsführer Kärntnermilch reg.

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie hat uns alle vor große Herausforderungen gestellt. Der abrupte Ausfall der Gastronomie und des Großhandels, ein wichtiger Abnehmer unserer Produkte, während der anlieferungsstärksten Zeit im Frühjahr hat große Umsatzeinbußen verursacht und trifft uns jetzt mit der zweiten verlängerten Schließung ebenfalls. Mit der Einführung eines Mengensteuerungssystems in den Monaten April und Mai ist es uns gelungen, den Milchauszahlungspreis zu halten bzw. ab Juni sogar leicht zu erhöhen. Verstärkte Hygienemaßnahmen zur Sicherheit unserer Mitarbeiter und Kunden haben weitere enorme Kosten verursacht. Obgleich die aktuelle Situation für uns die gesamte Gesellschaft sehr fordernd ist, bietet diese Krise aber auch eine historische Chance, Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion als unverzichtbaren Bestandteil der regionalen Wirtschaft neu zu positionieren.

Dieter Jandl, CEO, addIT Dienstleistungen GmbH & Co KG

Die Corona Krise hat das hohe Tempo des digitalen Wandels nochmals merkbar beschleunigt. Wir sehen  einen klaren „Mind Change“ bei EntscheidungsträgerInnen. Digitalisierung und Automatisierung sind keine „Zukunftsprojekte“ mehr, sondern wichtige Voraussetzungen, um Geschäftspotentiale zu generieren. Für alle Unternehmen, die innovative Technologien nachhaltig entlang ihren Wertschöpfungsketten integriert haben, ist diese Krise mit Sicherheit eine Chance. Für alle anderen wird es ungleich schwieriger.

WK-Präsident, Jürgen Mandl

Gemeinsam durch die Krise. Das Jahr 2020 hatte es in sich! Wir erlebten erstmals Lockdowns. Welche enormen Schwierigkeiten es bereitet, die Wirtschaft mit ihrem hochkomplexen, fein verzahnten Mechanismus in Gang zu halten, merken wir täglich. Für ein Comeback von Kärnten sind Infrastruktur, Bildung und Digitalisierung die Hoffnungsfelder. Die gute Nachricht: Optimismus ist für uns Unternehmer eine genetische Grundvoraussetzung. Es ist überaus motivierend zu sehen, welch eine „Das pack ma“-Mentalität an den Tag gelegt wird. Das gibt uns allen Kraft!

Christina Hirschl, Silicon Austria Labs GmbH

Durch Home-Office fehlte zwar der persönliche Austausch im Büro, aber wir konnten alle Projekte weiterführen. Elektronikbasierte Systeme haben enormes Innovationspotential, daher nutzten wir die Krise, um gemeinsam mit unseren Industriepartnern Grabher und NXP an der Erstellung intelligenter Masken zu arbeiten. Corona hat uns allen auch gezeigt, wie wichtig lokale Produktion in Europa ist. Daher freut es uns, in vielen Projekten entlang der Wertschöpfungskette mit österreichischen Partnern zusammenzuarbeiten.

LR. Mag. Sara Schaar (zuständig für die Referate „Gesellschaft und Integration“ sowie „Klimaschutz, Umwelt, Energie und Naturschutz“)

In der Krise zeigt sich, dass unsere Gesellschaft im Bereich des Miteinanders leidet und dass sich die Leute viel zu sehr voneinander entfernt haben: auf jene, die am unteren Ende der Einkommensskala sind, wirkt sich die Krise massiver aus, als auf jene die gut eingebettet sind. Das gilt auch für die Unternehmerstrukturen: EPUs und KMUs leiden eklatant! Alleinstehende Mütter haben Riesenprobleme, Job und Familie zu vereinbaren. Viele haben ihren Job verloren. Besonders die ältere Generation befindet sich mit Ausnahme der 3 Monate ohne Lockdown in sozialer Isolation. In der aktuellen Krise sehe ich neben all den Hürden auch viele Chancen. Es gilt zu begreifen, dass wieder verstärkt ein Miteinander gesucht werden muss. Leider kann man an manchen Maßnahmen ganz klar ablesen, dass noch immer von unten nach oben verteilt wird. Es geht darum systemisch etwas zu verändern, denn wir befinden uns nicht nur in der Corona-Krise, sondern auch in der Klimakrise!

KommR Otto Scheiflinger, Geschäftsführender Gesellschafter der „Wie daham ...“ Senioren- und Pflegezentren

Das letzte Jahr bleibt für mich ohne Zweifel, als das herausforderndste meines bisherigen unternehmerischen Lebens zurück. Trotz der schwierigen Umstände galt und gilt es in dieser Zeit, den Bewohnerinnen und Bewohnern weitestgehend Normalität zu bieten und ihnen bei uns, in ihrem behaglichen Zuhause, ein Gefühl von Heimat, Geborgenheit und Sicherheit zu vermitteln. Es freut mich zu berichten, dass dies an allen einzelnen Standorten sehr gut gelingt und die ‚Wie daham…‘ Senioren- und Pflegezentren einmal mehr ihrem Ruf als erste Adresse für Betreuung und Pflege gerecht werden.

Günther Goach , AK-Präsident

Als Arbeiterkammer ist die Bekämpfung der pandemie­bedingten Arbeitslosigkeit eine der größten Herausforderungen, mit der wir es je zu tun hatten. Wenn die Unterstützungsmaßnahmen des Staates – wie etwa Kurzarbeit oder diverse Stundungen für Unternehmen – auslaufen, müssen wohldurchdachte Schritte für den Erhalt sowie die Schaffung von Jobs gesetzt werden. Deshalb haben sich Kärntens Sozialpartner mit dem AMS und dem Land zusammen­geschlossen, um einen gemeinsamen Weg zu koordinieren, damit auch nach der Krise Gerechtigkeit herrscht.

Alexander Tischler, ATV Immobilien

Die Corona-Situation ist für uns alle eine Herausforderung. Homeoffice unserer Mitarbeiter, mehr privater Einsatz und den Plan B im Kopf, sollte ein Coronafall in der Firma auftreten. Am Wichtigsten ist aber wohl die Gesundheit unserer Partner und Klienten, sowie die unserer Familie und der Mitarbeiter. Der Immobilienmarkt zeigt mehr und mehr, dass hochwertige Immobilien gefragt sind. Eine eigene Immobilie in Seeblick- oder Seelage zu besitzen wird auch in Zukunft immer wertvoller: Zeit für sich und die Familie finden, sich auf die schönen Dinge des Lebens konzentrieren und vorausschauend und langfristig planen und agieren. Es gibt immer wieder kleinere und größere Wolkenbrüche, doch auch dann scheint wieder die Sonne. Ich glaube, die wahren Werte des Lebens werden uns allen wieder bewusst: Familie, Natur, Gesundheit, Freiheit, Solidarität und Verantwortung.

DI Herfried Lammer, Wood K plus

Investitionen für Innovationen wie Forschung und Entwicklung zahlen sich gerade jetzt aus, damit Unternehmen schneller und gestärkt aus der Krise kommen. Mit der Impfung in Sichtweite wird es einfacher diese Chancen auch trotz aktueller Schwierigkeiten zu ergreifen. Wir haben die Wichtigkeit von regionalen Lieferketten nun erkannt. Und die Chancen, die dadurch entstehen, sind langfristig wichtige Maßnahmen, um mit dem Klimawandel umzugehen, in gewisser Weise eine Impfung für die Zukunft.

Dr. Iris Straßer, Netzwerk „Verantwortung zeigen!“

2020 hat gezeigt: Mut lohnt sich und Unternehmertum hat ganz viel mit Verantwortung zu tun. Nicht auf fremde Hilfe warten, kreativ sein, auch neue Wege gehen, dabei aber dem Auftrag des Unternehmens immer verpflichtet bleiben. Wer das geschafft hat, geht gestärkt aus der Krise hervor. Ich selbst habe so viel gelernt in dieser Zeit wie lange nicht. Auch, dass sich langfristige Orientierung bezahlt macht, dass unser Unternehmen auf guten Beinen steht und viel tragfähiges Vertrauen unserer Partner da ist. Ein wertvoller Auftrag für die Zukunft.

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