„Ohne Hören, Riechen, Tasten und Schmecken wird die Welt nicht erlebt. Der Mensch ist mehr als seine Augen. Und dieses Mehr ist das Potenzial des Museums der Zukunft.“
Das Museum der Zukunft: Vision oder Realität?
Das Smartphone hat unsere Gesellschaft verändert. Streaming Angebote und SocialMedia beherrschen den Alltag. Bequem können wir uns Wissen und Unterhaltungsangebote „auf die Hand“ und in unser Haus holen. Die ganze Welt ist quasi auf einen Wisch verfügbar. Warum also noch die Mühe auf sich nehmen und in eine Ausstellung oder in ein Museum gehen? Es kostet Zeit, es kostet Geld und in der Nähe gibt es oft nur sehr eingeschränkte Angebote.
Der Mensch ist Mehr
Die moderne Kommunikationstechnik hat vieles erleichtert und neue Möglichkeiten geschaffen. Doch sie hat noch einen entscheidenden Nachteil: Es wird meist nur der Sehsinn und ein wenig der Hörsinn angesprochen! Aber der Mensch ist mehr: Er selbst ist ein einzigartiges Sinnesorgan – der Mensch ist neugierig, spielt gerne und sucht Herausforderungen. Erst durch die Kombination aus Sehen, Hören, Riechen, Tasten und Schmecken kreieren wir uns ein ganzheitliches Bild von der Welt!
Erlebnisse
Das Museum der Zukunft schafft den Raum, um die Welt mit allen Sinnen erlebbar zu machen. Dabei geht es um mehr als die bloße Betrachtung von Ausstellungsstücken. Denn Gegenstände haben einen besonderen Klang. Indem wir sie ertasten, entsteht eine einzigartige Wahrnehmung der Welt. Und der Geruch der Welt macht unser „Sinnesbild“ erst komplett.
Mehrwert für Alle
Gleichzeitig gibt es zahlreiche Hilfsmittel für Blinde und Sehbehinderte, die sich für das Museum der Zukunft wunderbar nutzen lassen: Ein sprechender Stift zum Beispiel, mit dem Ausstellungsstücke Punkt für Punkt erforscht werden können. Der Taktonom-Reader bringt den eigenen Finger zum Sprechen. Die Welt wird mit dem Tastsinn erforscht und erlebt. In Kombination mit Tastvorlagen tauchen die Besucher:innen in die Welt der Dinge und erleben die Exponate auf eine völlig neue Weise. Ohne Hören, Riechen, Tasten und Schmecken wird die Welt nicht erlebt. Der Mensch ist mehr als seine Augen. Und dieses Mehr ist das Potenzial des Museums der Zukunft. Wenn es um die Vielfalt der Sinne geht, sind blinde und sehbehinderte Menschen wahre Expert:innen. Mit ihrem speziellen Blick haben auch „Sehende“ die Chance, die Welt neu zu erleben.
WISSENSWERT
Im Mercator Center Nova Gorica befindet sich noch bis 30. März 2026 die größte internationale taktile Galerie in Slowenien – ein Museum, das speziell auf das Tasterlebnis ausgerichtet ist!
Die Beschreibung der Exponate ist seit kurzem – zusätzlich zu Italienisch, Slowenisch und Englisch – per QR-Code auch in deutscher Sprache verfügbar. Möglich macht dies eine inklusive Alpen-Adria-Kulturkooperation: Der Blinden- und Sehbehindertenverband Kärnten stellte die Beschreibungen auf Deutsch bereit!
Weitere Infos zum Tastmuseum in Nova Gorica gibt es unter www.go2025.eu.
Art beyond the visible: BSVK-Präsident Heinz E. Pfeifer gemeinsam mit Igor Miljavec von der lokalen Interessensvertretung im Tastmuseum der europäischen Kulturhauptstadt Nova Gorica. © BSVK