© Kärntner Messen/Zangerle
Wirtschaft
11.09.2026

Das war die Kärntner Holzmesse

Holz, Forstwirtschaft, Technologie und jede Menge Praxis: Vier Tage lang stand Klagenfurt ganz im Zeichen der internationalen Holzbranche. Die 58. Internationale Holzmesse zeigte nicht nur Innovationen und neue Technologien, sondern auch die wirtschaftliche Bedeutung des Rohstoffs Holz für Kärnten und Österreich. 

Von 2. bis 5. September präsentierten mehr als 500 Aussteller aus rund 20 Nationen (darunter Delegationen aus Südkorea und Äthiopien) auf dem Klagenfurter Messegelände ihre Produkte und Entwicklungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Mehr als 22.000 Besucher:innen informierten sich über aktuelle Trends, knüpften Geschäftskontakte und bereiteten konkrete Investitionsvorhaben vor. Harald Kogler, Aufsichtsrat, und Bernhard Erler, GF der Kärntner Messen betonen: „Die große Besucherresonanz, die hohe Fachkompetenz und die starke Präsenz von Entscheidungsträgern zeigen eindrucksvoll, welchen Stellenwert die Holzmesse für die Branche und den Wirtschaftsstandort Österreich hat.“  

Innovation trifft Praxis 


Thematisch reichte das Angebot von Forsttechnik über Holzbau und Sägewerkstechnik bis zu Transport, Logistik, Bioenergie und Umwelttechnik. Moderne Maschinen, digitale Lösungen und neue Technologien konnten vielfach direkt im praktischen Einsatz erlebt werden. Für zusätzliche Praxisnähe sorgte die Demo Action Area mit Harvester-Vorführungen, Motorsägen-Schnitzen, Waldsport-Shows und Einblicken in die Arbeit der Forstlichen Ausbildungsstätte Ossiach. Mit „Holz&Bau“ widmete sich zudem ein eigener Bereich dem modernen Holzbau und den Anforderungen von Zimmerer:innen, Tischler:innen und Holzbaumeister:innen.
 

© Kärntner Messen/Zangerle

Zimmerernachwuchs zeigt Können 


Ein besonderer Höhepunkt war der Bundeslehrlingswettbewerb der Zimmerer und einer Teilnehmerin. Österreichs beste Nachwuchskräfte stellten in Klagenfurt ihr Können unter Beweis – und dabei entschieden wenige Millimeter über die Platzierungen. Drei Kärntner Nachwuchszimmerer hatten sich dafür qualifiziert und traten gegen die österreichische Spitze ihres Ausbildungsjahrgangs an. Den Sieg holte Florian Hollaus aus Niederösterreich. Peter Gabriel aus Oberösterreich kam auf Platz zwei, den dritten Platz belegte David Luttenberger aus der
Steiermark. „Dieser Bundeslehrlingswettbewerb ist eine beeindruckende Leistungsschau des österreichischen Holzbaus“, unterstreicht Carmen Goby, WKÖ-Vizepräsidentin. Für die jungen Fachkräfte ging es um weit mehr als handwerkliches Geschick: Pläne mussten gelesen, Bauteile exakt angerissen und zugeschnitten sowie Holzverbindungen passgenau ausgearbeitet werden.„Unsere Lehrlinge haben Kärnten mit viel Können und Nervenstärke vertreten. Wer bei diesem Wettbewerb antritt, muss jeden Schnitt vorausdenken und bis zum letzten Handgriff konzentriert bleiben“, bestätigt Fritz Klaura, Landesinnungsmeister der Zimmerer.  

Bundeslehrlingswettbewerb der Zimmerer:innen © WKK I PSB

Holz als Wirtschaftsfaktor 


Wie bedeutend der Rohstoff Holz für Kärnten ist, unterstreicht eine aktuelle Studie von econmove: Rund
24.000 Arbeitsplätze hängen im Bundesland direkt oder indirekt mit der Forst- und Holzwirtschaft zusammen. Rund 16.200 Menschen sind unmittelbar in Kärnten in diesem Wirtschaftszweig beschäftigt. „Die Forst- und Holzwirtschaft ist für Kärnten unverzichtbar“, sagt proHolz-Kärnten-Obmann Johann Weinberger. Die Wertschöpfungskette reicht dabei weit über Wald, Sägewerke und Holzverarbeitung hinaus. Sie verbindet unter anderem Bauwirtschaft, Architektur, Transport, Handel, Forschung und Bildung. Entlang der gesamten Wertschöpfungskette werden jährlich rund 15,9 Milliarden Euro Umsatz erzielt, die Wertschöpfung liegt bei 2,1 Milliarden Euro.  

„Fast jeder zwölfte Euro, der hier erwirtschaftet wird, lässt sich direkt oder indirekt auf den Rohstoff Holz zurückführen.“

Johann Offner, Fachgruppenobmann der Kärntner Holzindustrie © Offner

Zwischen Zukunftschancen und Herausforderungen 


So groß die wirtschaftliche Bedeutung der Branche ist, so deutlich sind derzeit die Herausforderungen. Schwache Nachfrage, hohe Kosten und zunehmende Regulierung belasten die Wettbewerbsfähigkeit von Sägeindustrie und
Holzhandel. „Eine echte Trendwende ist weiterhin nicht in Sicht. Hinzu kommen internationale Krisen, die für zusätzliche Unsicherheit sorgen, Lieferketten belasten und Kosten erhöhen“, gibt Markus Schmölzer, Vorsitzender der österreichischen Sägeindustrie, zu bedenken. 

Ohne Forstdienstleister:innen kein Holz 


Angesichts von Trockenheit, Hitze, Stürmen, Schädlingen und Waldbränden wird eine aktive Waldbewirtschaftung wichtiger, um vitale und klimafitte Wälder für die Zukunft zu entwickeln. Hierbei spielen die gewerblichen Forstdienstleister:innen eine wichtige Rolle. Rund 6.000 Unternehmen sind österreichweit tätig und erwirtschaften mehr als 500 Millionen Euro Umsatz. Sie übernehmen unter anderem Holzschlägerung, Aufforstung und Waldpflege sowie die rasche Aufarbeitung von Sturm- und Käferholz.
Aber es fehlt an Nachwuchs. In Kärnten gibt es derzeit nur vier Lehrlinge im Bereich Forsttechnik. „Wir müssen den jungen Menschen viel stärker vermitteln, dass Forsttechnik ein moderner, vielseitiger Beruf ist“, appelliert Roman Kittinger.

„Man arbeitet mit großen Maschinen, trägt viel Verantwortung und braucht umfangreiches Fachwissen.“

Roman Kittinger, Sprecher der Fachgruppe der Kärntner Forstunternehmer in der WK Kärnten © WKK I Peter Just

Die 58. Internationale Holzmesse hat einmal mehr gezeigt, wie breit und leistungsfähig die Holzbranche aufgestellt ist und vor welchen Aufgaben sie steht. Zwischen Digitalisierung, Fachkräftesicherung, Klimawandel und wirtschaftlichem Druck bleibt eines klar: Holz ist ein bedeutender Rohstoff und Wirtschaftsfaktor für Kärnten, Österreich und den gesamten Alpen-Adria-Raum. 

Save the Date:  
Die nächste Internationale Holzmesse
findet von 30. August bis 2. September 2028
in Klagenfurt statt.
 

Teilnehmer:innen und Gewinner des Bundeslehrlingswettbewerb der Zimmerer:innen © WKK I PSB

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