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Wirtschaft
20.07.2026

Die steirische Exportwirtschaft bleibt resilient

2025 erzielten steirische Betriebe trotz schwierigem Umfeld Auslandsumsätze von 28,2 Milliarden Euro und damit ein stabiles Ergebnis. Nur drei Bundesländer schnitten besser ab.

Trotz des leichten Rückgangs von einem Prozent gilt das Ergebnis als stabil. Die Exporte nach Deutschland stiegen sogar um 1,9 Prozent auf 7,6 Milliarden Euro – Deutschland bleibt damit klar der wichtigste Handelspartner.
Wirtschaftslandesrat Willibald Ehrenhöfer sieht im Export den Treibstoff des Wohlstandes: „Die Hälfte der steirischen Wertschöpfung erwirtschaften wir auf internationalen Märkten. Die heimische Wirtschaft kann also nur wachsen, wenn unsere Unternehmen entsprechende Exporterfolge erzielen. Angesichts der schwierigen nationalen und internationalen Rahmenbedingungen ist die Bilanz 2025 äußerst respektabel. Unsere exportorientierten Betriebe haben sich trotz großer Herausforderungen als sehr resilient erwiesen, auch im Vergleich mit anderen Bundesländern. Besonders erfreulich ist, dass die Exporte nach Deutschland deutlich zugelegt haben und wir auch auf anderen Märkten im EU-Raum Zuwächse erzielen konnten. Es gilt daher einerseits, Europa noch stärker als einen Raum der Chancen für unsere Wirtschaft zu begreifen und andererseits auch konsequent Zukunftsmärkte außerhalb Europas zu bearbeiten.“

„Wir brauchen wieder mehr Wendigkeit und die erreichen wir durch geringere Kosten und weniger Bürokratie im eigenen Land sowie einen Staat, der durch strukturelle Reformen die Steuer- und Abgabenlast senkt.“

Kurt Maier, Präsident der IV-Steiermark

Bundesländervergleich

Der Rückgang fiel 2025 geringer aus als in anderen Industrie-Bundesländern. Kurt Maier, Präsident der IV-Steiermark, sagt dazu: „Die steirische Industrie behauptet sich weiterhin in einem äußerst schwierigen internationalen Umfeld, aber die Dynamik hat spürbar nachgelassen. Der leichte Rückgang der Warenexporte ist kein Alarmsignal, aber ein deutlicher Hinweis darauf, dass geopolitische Unsicherheiten, schwächere Nachfrage in wichtigen Märkten und hohe Standortkosten anhaltend auf unsere exportorientierten Leitbetriebe drücken. Für die Industrie ist entscheidend, dass die Politik die richtigen Schlüsse zieht. Wir brauchen wieder mehr Wendigkeit und die erreichen wir durch geringere Kosten und weniger Bürokratie im eigenen Land sowie einen Staat, der durch strukturelle Reformen die Steuer- und Abgabenlast senkt.“

„Gerade jetzt braucht die Steiermark eine klare Außenhandelsstrategie, Mut zu neuen Märkten und verlässliche internationale Handelsabkommen, die Zölle senken und faire Regeln schaffen.“

Manfred Kainz, Obmann des Landesgremiums Außenhandel in der Wirtschaftskammer Steiermark

Kostendruck und Wettbewerbsfähigkeit

Für WKO-Steiermark-Präsident Josef Herk ist der Außenhandel die Lebensader des Wohlstands: Rund jeder zweite Euro an Wertschöpfung entsteht auf Auslandsmärkten. „Dass wir 2025 trotz Krisenumfelds Exporte von 28,2 Milliarden Euro erreichen, zeigt die Stärke unserer Betriebe, für die wir – im Sinne der Wettbewerbsfähigkeit – dringend die Rahmenbedingungen, speziell was Arbeits- und Energiekosten betrifft, weiter verbessern müssen. Um sich in diesem herausfordernden Umfeld durchsetzen zu können, bieten wir unseren Betrieben ein dichtes Unterstützungsnetz: vom ICS über maßgeschneiderte Exportberatung bis hin zu unserem weltweit tätigen Netzwerk der Außenwirtschaft Austria mit rund 100 Stützpunkten in 70 Ländern“, so Herk.
Manfred Kainz, Obmann des Landesgremiums Außenhandel in der Wirtschaftskammer Steiermark, ergänzt: „Die vorliegende Außenhandelsbilanz zeigt: Unsere Unternehmen behaupten sich, doch der Wettbewerb wird mit Blick auf unsere Lohnstückkosten härter – hier sind sich, mit Blick auf die bevorstehenden KV-Verhandlungen, hoffentlich alle Beteiligten ihrer Verantwortung bewusst. Dazu verschieben sich Absatzmärkte rasant – etwa hin zu Japan oder Polen, wobei Deutschland als wichtigster Markt ebenfalls Zuwächse verzeichnet. Gerade jetzt braucht die Steiermark eine klare Außenhandelsstrategie, Mut zu neuen Märkten und verlässliche internationale Handelsabkommen, die Zölle senken und faire Regeln schaffen. Das Landesgremium Außenhandel unterstützt Betriebe mit praxisnaher Beratung, Markt-Checks, Trainings, Delegationsreisen und Kontakten zu Partnern vor Ort – von der ersten Idee bis zum Vertragsabschluss im Ausland.“

Neue Märkte, alte Stärken

Mehr als ein Viertel der steirischen Exporte ging nach Deutschland (7,6 Milliarden Euro). Es folgen die USA mit 3,8 Milliarden Euro (+0,9 Prozent) und Italien mit 1,7 Milliarden Euro (−0,4 Prozent). Besonders stark wuchsen die Exporte nach Japan (+30,1 Prozent auf 734 Millionen Euro) und Polen (+10,8 Prozent auf 876 Millionen Euro). Deutliche Rückgänge gab es dagegen bei Großbritannien (−35,3 Prozent auf 736 Millionen Euro) und China (−29,5 Prozent auf 1 Milliarde Euro).
Bei den Produktgruppen entwickelten sich „Pharmazeutische Erzeugnisse“ (+23,6 Prozent) sowie „Holz und Holzwaren“ (+11,9 Prozent) positiv, während „Waren aus Eisen und Stahl“ (−12,9 Prozent) und „Eisen und Stahl“ (−5,9 Prozent) rückläufig waren. Wichtigste Warengruppe bleiben „Fahrzeuge und Fahrzeugteile“ mit 5,5 Milliarden Euro bzw. 19,6 Prozent aller Exporte, gefolgt von „Maschinen und mechanischen Geräten“ (4,3 Milliarden Euro, 15 Prozent) sowie „Elektrischen Maschinen und elektrotechnischen Waren“ (2,8 Milliarden Euro, 10 Prozent).

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