© Knauder Fotografie
Wirtschaft
19.06.2025

Die Zukunft des Bauens im Fokus

Expert:innen und Young Professio­nals trafen sich beim „Tag der Kärntner Bau­wirtschaft“ an der Fach­hoch­schule in Villach, um über die Entwick­lungen der Branche zu disku­tieren.

 

Unter dem Motto „Wandel und Aufbruch: Die Zukunft der Bauwirtschaft in Kärnten gestalten“ fand Ende Feber die vierte Auflage des Bauforums in Villach statt. 350 Teilnehmer:innen ließen sich am Campus der Fachhochschule Kärnten von einer Mischung aus innovativen Fachvorträgen und spannenden Networking-Möglichkeiten inspirieren.

Chance für den Nachwuchs

Organisiert wurde das Bauforum vom Österreichischen Ingenieur- und Architekten-Verein (ÖIAV) Regionalverein Süd. Die Veranstaltung machte deutlich, dass sich die Baubranche aktiv um den Nachwuchs bemüht und vielfältige Zukunftsperspektiven für ihre Mitarbeiter:innen – vom Handwerker bis zum Akademiker – eröffnet. Zudem zeigte das Bauforum auf, was die Branche in ihrer Gesamtheit leistet, dass sie Visionen hat und Krisen gemeinsam meistert. Eingebettet in globale Mechanismen rund um Energie, Rohstoffe und Zinsproblematik versucht die heimische Bauwirtschaft den aktuellen Herausforderungen zu trotzen. Gleichzeitig ist die öff entliche Hand bemüht, bei Investitionen nicht zu sparen, weil man weiß, man braucht sie.

 

Wertschätzung – ein Commitment

Für Andreas Geiger, Swietelsky, soll die Veranstaltung einen positiven Impuls setzen und ein Anknüpfen der Schüler:innen und Studierenden an die Bauwirtschaft ermöglichen: „Speziell bei diesem Forum geht es darum darzustellen, was in Kärnten geleistet wird: Top Vortragende aus Kärnten, eingebettet in Soft-Skills-Themen.“ Als Keynote-Speakerin konnte u. a. die renommierte Arbeitspsychologin Viktoria Lanthier gewonnen werden, die sich dem Thema Wertschätzung als unterschätzte Superkraft widmete. „Das Wertschätzungsthema ist auch eine Wertschätzung für die Teilnehmer:innen. Wir geben ihnen etwas mit, was nicht Bauwesen ist. Etwas, das für sie persönlich bereichernd sein soll“, bekräftigt Geiger. „Das Thema ist bei den Mitarbeiter:innen heute angekommen, aber auch bei den Chefs! Es ist ein Commitment, dass man es hört, ohne dass man es anspricht. Die Mitarbeiter:innen wissen es, die Chefs wissen es.“

 

„Ich glaube, dass wir derzeit genau an einem Wende­punkt sind. Wir haben diese schwie­rige Phase, diese Delle hinter uns. Wir sind am Beginn einer Phase, wo es wieder aufwärts geht. Der beste Baustoff, den es gibt, ist Opti­mismus.“

Andreas Geiger, Swietelsky

Miteinander auf Augen­höhe

Eine Podiumsdiskussion mit Führungskräften von Strabag, PORR, Swietelsky und Raiffeisen beleuchtete die aktuellen Entwicklungen und Herausforderungen in der Baubranche. „Klimawandel, Digitalisierung, KI und der akute Fachkräftemangel sind Themen, die für uns Herausforderungen, zugleich aber auch Chancen sind. Das Bauforum bietet eine perfekte Plattform, um einerseits Schüler:innen und Studierende als zukünftige Mitarbeiter:innen der Branche anzusprechen und andererseits das Bewusstsein unserer Auftraggeber für diese Themen zu schärfen“, betonte Günther Hartweger, Technischer Direktionsleiter Strabag.

Dass Veranstaltungen wie diese für die Vernetzung der Bauwirtschaft in Kärnten von hoher Bedeutung sind, hob auch PORR COO Josef-Dieter Deix hervor: „Gerade wenn es darum geht, die Mitarbeiter:innen von Morgen für uns zu gewinnen und uns über aktuelle Herausforderungen wie nachhaltiges Bauen und die Digitalisierung der Baustellen auszutauschen, bietet der Tag der Kärntner Bauwirtschaft eine wertvolle Plattform.“ Martin Pucher, Swietelsky, unterstrich die Rolle der Nachwuchsförderung. „Es ist wichtig, dass man die Angst nimmt und Perspektiven aufzeigt.“ Die Koralmbahn sieht er als große Chance.

Als führender Finanzierungspartner war auch Raiffeisen vor Ort präsent, um direkt mit Unternehmen ins Gespräch zu kommen, aktuelle Herausforderungen zu verstehen und gemeinsam Perspektiven für zukünftige Projekte zu erörtern, wie Guido Philipp, Leitung Abteilung Immobilien & Projektfinanzierung der Raiffeisen Landesbank Kärnten, betont: „Das Bauforum 2025 war eine gelungene Veranstaltung und setzte wichtige Impulse für die Kärntner Bauwirtschaft.“ „Wenn gebaut wird, profitiert das ganze Land. Vom Handwerksbetrieb über die Zulieferer bis hin zu den Gemeinden – die Wertschöpfung bleibt in Kärnten. Jetzt kommt es darauf an, die richtigen Weichen zu stellen, damit die Investitionen wieder anspringen und die Bauwirtschaft wieder zum Wachstumsmotor wird,“ so WK-Präsident Jürgen Mandl.

WISSENSWERT

Mit rund 5.000 Unternehmen, einer Gesamtwertschöpfung von 2,7 Mrd. Euro und rund 40.000 Beschäftigten ist die Baubranche eine zentrale Säule der Kärntner Wirtschaft. Zudem ist sie auch der größte Lehrlingsausbildner: Mehr als 2.000 Lehrlinge werden in Bau- und Technikberufen ausgebildet – was rund einem Drittel aller Lehrlinge in Kärnten entspricht.

1. + 2.: Führungspersönlichkeiten von Strabag, PORR und Swietelsky diskutierten gemeinsam mit Raiffeisen über die Zukunft der Bauwirtschaft in Kärnten. © Knauder Fotografie
3. – 5.: Ein Highlight des Bauforums am FH Campus Villach war die „Lebende Baustelle“. © Knauder Fotografie

Schlagwörter