Gesundheit

Digital vernetzt, zum Nutzen der Patienten

Das Krankenhaus des Deutschen Ordens in Friesach feiert ein erfolgreiches Jahr Tagesklinik und hat in den Bereichen geriatrische Versorgung und Digitalisierung entscheidende Schritte gesetzt. (Anzeige)

Im Oktober 2019 ging die Tagesklinik auf dem Gelände des Deutschordenskrankenhaus Friesach in Betrieb und wird seither für kleinere Eingriffe als Alternative zu einer stationären oder ambulanten Behandlung gern angenommen. Patientinnen und Patienten schätzen sie nicht nur wegen der medizinischen Leistungen, sondern auch wegen ihres Sanatoriumcharakters mit Blick ins Grüne. Bis zu 20 Patienten täglich können hier versorgt werden. Der Lockdown im Frühjahr hatte zwar die kurzfristige Schließung der Tagesklinik zur Folge, im Frühsommer lief der Betrieb – unter strengen Sicherheitsvorkehrungen – aber wieder mit voller Kapazität an.

Krankenakte und Teleradiologie

Vollständig digitalisiert wurden im Laufe der vergangenen Monate die Krankenakte und die radiologische Befundung. In der elektronischen Fieberkurve sind alle medizinischen und pflegerischen Informationen erfasst. Die in die Behandlung und Betreuung involvierten Personen können darauf zugreifen, was die Sicherheit für die Patientinnen und Patienten erhöht. Die Daten sind an jedem PC oder Laptop im Haus von den jeweils Berechtigten abrufbar und können bei der Visite auf mobilen Geräten mitgeführt werden.

Die Radiologie ist ebenfalls vollständig digitalisiert und über Teleradiologie mit anderen Häusern vernetzbar. Befunde können per Mail direkt an behandelnde Ärztinnen und Ärzte geschickt, zweite Meinungen eingeholt werden. Den Patientinnen und Patienten stehen im Krankenhaus Friesach unter anderem ein Computertomograph (CT) und ein Magnetresonanzgerät (MRT) zur Verfügung. MRT-Untersuchungen sind für ÖGK-Versicherte nach Überweisung durch den Hausarzt auch ambulant möglich.

Digitalisierung verbessert die Vernetzung und ermöglicht rasche und zeitunabhängige Weiterbildung. So wurde ein Besprechungsraum mit neuester digitaler Technik ausgestattet. Medizinische Boards aus verschiedenen Häusern können so über verschiedene Plattformen, wie Zoom oder Skype, untereinander Informationen austauschen oder Fälle besprechen. Elektronische Referate zu Fortbildungszwecken können ebenfalls auf diese Weise abgehalten werden. Ein Tool ermöglicht Ärztinnen und Ärzten den Einstieg in eine elektronische Fachbibliothek mit aktueller Literatur zu einzelnen Fachbereichen.

Alles für die ältere Generation

In Übereinstimmung mit dem Regionalen Strukturplan 2025 des Landes entwickelt das Krankenhaus Friesach die Versorgung der geriatrischen Patienten weiter. Die Betten in der geriatrischen Station werden um zwei erhöht und eine geriatrische Tagesklinik mit sechs Betten wird ab 2021 ein breit gefächertes Angebot an Therapiemöglichkeiten in allen Bereichen bieten. Ergänzt wird die Versorgung älterer Patientinnen und Patienten mit der ambulanten geriatrischen Reha

Credit: A.ö. Krankenhaus des Deutschen Ordens; Jannach

„Das Krankenhaus ist der sicherste Ort“

Interview mit Dr. Ernst Benischke, MBA, dem Geschäftsführer und ärztlichen Leiter des A.ö. Krankenhauses des Deutschen Ordens in Friesach

Wie hat Ihr Haus auf die Pandemie-Situation reagiert?

Wir sind für infektiöse Geschehen bestens gerüstet. Wir haben den Sommer genützt und drei Schleusenambulanzen errichtet. Dort werden alle Patientinnen und Patienten, bei denen der Verdacht auf eine isolierpflichtige Infektionskrankheit besteht, untersucht. Es gibt ja nicht nur COVID-19, so sind in den Wintermonaten häufig auch Noroviren aktiv, die hochansteckend sind, schwere Erkrankungen des Magen-Darmtraktes auslösen und für kleine Kinder und ältere Menschen gefährlich sein können.

Führen Sie SARS-CoV-2-Tests durch?

Wir können Schnelltests durchführen. Das Ergebnis liegt innerhalb weniger Minuten vor. Darüber hinaus waren wir eines der ersten Häuser in Kärnten, das eine Maschine zur Auswertung des PCR-Tests, mit dem wir den Schnelltest ab­sichern, angeschafft haben. Damit können wir vier Personen pro Stunde testen. So sind wir in diesem Bereich autark, testen aber ausschließlich krankenhauspflichtige Patientinnen und Patienten. Denn die Anzahl der Test-Kits, die ausgegeben werden, ist begrenzt.

Welche Aufgaben hat Ihr Haus im Zusammenhang mit der Pandemie?

Wir müssen in einer sogenannten Phase 1 bis zu 15 COVID-19-Patienten von anderen Häusern übernehmen. Darüber hinaus haben wir eine weitere, kleine Station für fünf Patientinnen und Patienten eingerichtet. So können wir in unserem Haus bis zu 20 Personen betreuen, ohne dass der Normalbetrieb betroffen wäre. Die Behandlung von bis zu 30 Fällen gleichzeitig wäre möglich. In diesem Fall wäre die Versorgung in den anderen Bereichen auf das Notwendige beschränkt.

Wie ist die Situation mit Mitte November?

In der Region selbst haben wir mit Mitte November vereinzelt COVID-19-Fall in Spitalsbehandlung. Von der KABEG (Kärntner Krankenanstalten-Betriebsgesellschaft, Anm.) haben wir Patienten übernommen, die wir nun gesundpflegen. Bis zur Aufnahme von 15 Covid-positiven läuft alles im Normalbetrieb. Leider sagen derzeit verunsicherte Patientinnen und Patienten Termine für Behandlungen und Operationen ab. Das ist absolut nicht notwendig. Das Krankenhaus ist der sicherste Ort.

Wie sehen Sie die Entwicklung es Spitalswesens in der Zukunft?

Ich glaube, dass in hochspezialisierten Bereichen die Zentralisierung fortschreiten wird. Das macht Sinn, wenn es sich um teure Verfahren und Apparate oder Robotik handelt. Hier sollte Infrastruktur effizient eingesetzt und Expertise gebündelt werden. Gleichzeitig werden die Häuser wie unseres ihre Aufgaben in Kernbereichen, wie Innerer Medizin oder Unfallchirurgie, weiterhin auf hohem Niveau wahrnehmen. Das heißt, dass diese Bereiche stets auf dem neuesten medizinischen Stand sein werden. Gleichzeitig wird jedem dieser Spitäler ein Schwerpunkt zugewiesen. In Friesach ist es die geriatrische Versorgung.

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