Ein starkes Zeichen für Leistung und Verantwortung
Die zahlreichen Betriebe in Kärnten sichern Arbeitsplätze, investieren und tragen wesentlich zur wirtschaftlichen Stabilität bei. Im Gespräch mit advantage betont WK-Präsident Jürgen Mandl die aktuellen Herausforderungen – von wachsender Bürokratie bis hin zum Fachkräftemangel – weist aber auch auf die Chancen durch die bereits in Betrieb befindliche Koralmbahn und den neuen Wirtschaftsraum AREA SÜD hin. Nun sei entscheidend, die richtigen Rahmenbedingungen zu schaffen, damit aus diesen Chancen auch konkrete Wertschöpfung entsteht.
advantage: Herr Präsident, warum braucht es den „Tag der Arbeitgeber“ jetzt mehr denn je?
Jürgen Mandl: Weil unternehmerische Leistung oft als selbstverständlich wahrgenommen wird – sie ist es aber nicht. Mehr als 38.000 Betriebe in Kärnten schaffen Arbeitsplätze, bilden aus und tragen unser Sozialsystem. Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten zeigt sich, wie viel Verantwortung Unternehmer:innen tatsächlich übernehmen. Dafür braucht es Sichtbarkeit und Anerkennung.
Viele Betriebe sprechen von zunehmender Belastung. Wo drückt der Schuh aktuell am meisten?
Die größte Herausforderung ist derzeit die Kombination aus schwacher Konjunktur, Fachkräftemangel und wachsender Bürokratie. Gerade kleine und mittlere Unternehmen stoßen dabei an ihre Grenzen. Sie verbringen immer mehr Zeit mit Berichtspflichten und Genehmigungen statt mit ihren Kunden. So kann es nicht weitergehen. Wir brauchen endlich weniger Regulierung und mehr Vertrauen in die Betriebe.
Sie sprechen oft von einem notwendigen Wertewandel in der Gesellschaft. Was meinen Sie damit konkret?
Wir müssen wieder stärker anerkennen, dass Arbeit und Leistung die Grundlage unseres Wohlstands sind. Unternehmertum bedeutet Verantwortung – für Mitarbeiter:innen, für Regionen und für die Zukunft. Wer arbeitet, investiert und Risiken eingeht, muss auch spüren, dass sich das lohnt. Respekt gegenüber Arbeitgebern sollte selbstverständlich sein.
Mit der Koralmbahn ist ein Jahrhundertprojekt Realität geworden. Was bedeutet das für Kärnten?
Die Koralmbahn ist ein Meilenstein und eröffnet mit dem Wirtschaftsraum AREA SÜD neue Perspektiven. Aber jetzt beginnt erst die eigentliche Arbeit. Damit diese Chancen genutzt werden können, müssen wir nachlegen: beim Ausbau des Logistikcenters Fürnitz, beim Verladebahnhof Kühnsdorf und bei einer leistungsfähigen Güterbahntrasse im Zentralraum. Nur dann wird aus Infrastruktur echte Wertschöpfung.
Was erwarten Sie sich konkret für die kommenden Monate?
Tempo bei Entscheidungen. Wenn wir jetzt die richtigen Rahmenbedingungen schaffen, haben wir große Chancen. Weniger Bürokratie, eine bessere Infrastruktur und eine gezielte Fachkräftepolitik können Kärnten wirtschaftlich deutlich stärken.
Was ist Ihr Wunsch für die Zukunft?
Dass es den „Tag der Arbeitgeber“ irgendwann nicht mehr braucht. Weil Wertschätzung für unternehmerische Leistung dann selbstverständlich geworden ist. Denn eines ist klar: Ohne Arbeitgeber gibt es keine Arbeit, kein Einkommen und keinen Wohlstand.