„Wenn wir aus Reststoffen hochwertige Produkte produzieren, schaffen wir zusätzlich Wertschöpfung in den Regionen.“
Ein zweites Leben für Reststoffe
Konkret sind es die Reststoffe der Brillen-, Möbel- und Holzindustrie, die im Fokus dieses EU-Projekts stehen. „Diese Branchen sind in den Projektregionen Kärnten mit Holz und Veneto mit der Brillenproduktion stark verwurzelt“, erklärt Projektleiterin Katrin Fradler. Daher fallen hier ausreichend Reststoffe an, denen ein zweites Leben in Form eines hochwertigen Produkts eingehaucht werden kann. Damit kann in den Regionen auch zusätzlich Wertschöpfung generiert werden. Weite Transportwege sollen vermieden werden, auch das ist Teil des nachhaltigen Konzepts.
Bisher landet ein Großteil dieser Reststoffe auf Deponien oder wird verbrannt. Das sind Steinmehl aus der Möbelerzeugung (Arbeitsplatten), Rinde und Sägemehl aus der Holzindustrie sowie die nicht mehr verwendbaren Schleifkörper der Brillenbearbeitung. Diese Schleifkörper sind entweder Keramikbasiert oder bestehen aus Holz mit einer abrasiven Paste. Es werden nun Verfahren entwickelt, um diese Abfallstoffe zu trennen, damit die einzelnen Komponenten weiterverarbeitet werden können. So könnte die anorganische Paste beispielsweise für Schleifpapiere einsetzbar sein
Projektpartner
Erste Entwicklungen sind bereits vielversprechend. So wurden aus Zirbenspänen Verbundplatten entwickelt und aus den Stoffen, die bei der Brillenproduktion anfallen, können Verbundplatten entstehen, aus denen wiederum Brillenfassungen gefräst werden. Projektpartner sind in den Regionen Kärnten und Veneto das Forschungsinstitut Wood K plus, das Prüfinstitut Certottica Scrl als LeadPartner, Elite Ambiente srl, ein Spezialist im Recycling von Kunststoffen und Metallen sowie der assoziierte Partner aus Tirol Organoid Technologies GmbH, der die Laminate aus Zirbenspänen herstellt.
Workshop zur Vernetzung
Bei einem Workshop bei Wood K plus am 27. November 2025 werden die bisher erarbeiteten Projekte vorgestellt. Interessent:innen, bei denen die genannten Reststoffe anfallen, und Betriebe, die diese Sekundärrohstoffe verarbeiten könnten und darin Potenziale sehen, haben die Chance, sich zu vernetzen und Neues zu entwickeln. Die Organisator:innen hoffen auf viele Unternehmer:innen, die sich für Kreislaufwirtschaft und innovative Produkte interessieren und neugierig sind, Neues kennenzulernen und zu probieren. Das Programm zum Workshop wird unter News auf der Wood-K-plus-Website veröffentlicht.