Wirtschaft

Erntebilanz 2021: Erträge liegen im langjährigen Durchschnitt

Die Ernte ist im heurigen Jahr zufriedenstellend, aber steigende Betriebsmittelpreise bringen die Landwirtschaft unter Druck. LK-Präsident Siegfried Huber fordert deshalb bessere Bauernpreise und begrüßt die Maßnahmen für die Landwirtschaft im Zuge der ökosozialen Steuerreform.

„Bei Mais, der wichtigsten Ackerkultur in Kärnten, liegen die Erträge im langjährigen Durchschnitt. Auch bei Getreide und Soja sind die Erträge und die Qualität trotz des kalten Frühjahrs in Summe zufriedenstellend. Im Obstbau sehen wir gute Qualitäten bei einer durchschnittlichen Erntemenge, im Kärntner Weinbau ist ein sehr guter Jahrgang zu erwarten“, fasst LK-Präsident Siegfried Huber die Erntebilanz 2021 zusammen. Während die Erträge auf dem Ackerland durchwegs herzeigbar sind, liegen die Erträge im Grünland rund 30 Prozent unter der Ernte 2020 - einem sehr guten Erntejahr. Hintergrund sind vor allem die Trockenheit und Engerling-Schäden auf rund 10.000 Hektar. Huber: Auch der Klimawandel hat wieder seine Spuren in der Erntebilanz hinterlassen. In Summe liegen die Schäden durch Dürre und Hagel bei rund 4,5 Millionen Euro auf knapp 50.000 Hektar.

Licht und Schatten auf den internationalen Agrarmärkten

Neben den Erntemengen und Qualitäten beeinflussen auch die Agrar- und Rohstoffmärkte die Erntebilanz des Jahres 2021. DI Rudolf Grünanger, Gremialobmann des Agrarhandels in der Wirtschaftskammer Kärnten, sieht „Licht und Schatten“ auf den internationalen Agrarmärkten: „Nicht zuletzt auf Grund des Klimawandels wurde weltweit das vierte Mal in Folge weniger Getreide produziert als verbraucht wurde. Das lässt die Lagerbestände schrumpfen.“ Nach Jahren mit für die Landwirte nicht zufriedenstellenden Preisen zeigen die Börsen-Preise nun endlich nach oben. Doch was die Ackerbauern freut, zeichnet den Milchbauern Sorgenfalten ins Gesicht. Obwohl in Kärnten auf Grund des hohen Anteils an Gras und Heu relativ wenig Kraftfutter eingesetzt wird, bekommen auch die Milchbauern die höheren Futtermittelpreise zu spüren. Sorgen bereitet Grünanger die Entwicklung auf den internationalen Märkten für Düngemittel, die für den Anbau im Frühjahr 2022 benötigt werden - die Düngemittelpreise auf den internationalen Märkten haben sich nämlich mehr als verdoppelt. Als Ursache nennt Grünanger die im Windschatten der stark anziehenden Konjunktur ansteigenden Energiepreise.

Rudolf Grünanger, LK-Präsident Siegfried Huber und Erich Roscher berichteten über die Ernte 2021. Foto: LK Kärnten
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