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Bildung
04.09.2025

FFG-Projekt: Kind­gerechtere Schul­wege

Gemeinsam mit verkehrplus und stadtLABOR untersucht JOANNEUM RESEARCH, wie kindgerechte Infrastruktur und gezielte Aktivitäten das Mobilitäts­verhalten nachhaltig verändern können.

Für jüngere Kinder ist der Schulweg oft die erste selbstständige Mobilitätserfahrung. Mangelnde Infrastruktur und Sicherheitsbedenken führen dazu, dass viele Eltern ihre Kinder mit dem Auto bringen. Das verschärft die Verkehrssituation. „Der Schulweg ist ein Schlüssel für die eigenständige Mobilität von Kindern. Je kindgerechter das Umfeld, desto eher können Kinder ihn selbstständig und aktiv zurücklegen“, sagt Sebastian Seebauer, Umweltpsychologe und Nachhaltigkeitsexperte bei LIFE, dem Institut für Klima, Energiesysteme und Gesellschaft der JOANNEUM RESEARCH.

Die Zahlen aus dem Vorjahr zeigen den Handlungsbedarf: Laut Statistik Austria wurden von Jänner bis September 2024 2.476 Kinder bis 14 Jahre bei Verkehrsunfällen verletzt, vier Kinder starben. Allein in der Steiermark sind 2024 72 Schüler:innen auf dem Schulweg verunglückt.

„Der Schulweg ist ein Schlüssel für die eigenständige Mobilität von Kindern. Je kindgerechter das Umfeld, desto eher können Kinder ihn selbstständig und aktiv zurücklegen.“

Sebastian Seebauer, Umweltpsychologe und Nachhaltigkeitsexperte JOANNEUM RESEARCH

Im Fokus: Bedürfnisse, Sicht und Ideen der Kinder

Die Forscher:innen starten direkt in den Schulen. An drei Volks- und drei Mittelschulen in der Steiermark wurden Schüler:innen sowie deren Eltern in einer ersten Befragungsrunde zum Mobilitätsverhalten und zur Wahrnehmung des Schulwegs einbezogen. Im Anschluss fanden zwölf Workshops mit ausgewählten Klassen der zweiten bis fünften Schulstufe statt. Die Kinder brachten dabei zunächst ihre Sichtweisen, Ideen und Bedürfnisse ein. In einem weiteren Schritt wurden mit ihnen konkrete Maßnahmen erarbeitet, die derzeit vor Ort umgesetzt werden. Hans Peter Ellmer, Soziologe bei LIFE, erklärt den partizipativen Prozess: „Die aktive Beteiligung von Kindern an der Gestaltung ihres Schulumfelds soll sie dazu ermutigen, öffentlichen Raum etwa zu Fuß oder mit dem Fahrrad eigenständig zu nutzen.“

Konkrete Maßnahmen

Gerade jüngere Kinder schätzen ihren Schulweg als attraktiver ein und trauen sich mehr zu, als es ihre Eltern tun. Ziel des Projekts ist daher, im kommenden Schuljahr an allen Standorten konkrete Maßnahmen umzusetzen, die aktive und eigenständige Mobilität ermöglichen. In Folge werden diese Maßnahmen evaluiert, wie sie sich auf das Mobilitätsverhalten der Kinder und der Eltern, in Bezug auf Bringen und Abholen, auswirken.

Über JOANNEUM RESEARCH
Die JOANNEUM RESEARCH ist Innovations- und Technologieanbieter im Bereich der angewandten Forschung. Als Forschungsgesellschaft der Länder und Regionen prägt sie mit ihren Forschungskompetenzen die Entwicklung der modernen Gesellschaft und Wirtschaft nachhaltig und menschenzentriert. Das multidisziplinäre Team in flexiblen, innovationsfreundlichen Strukturen lebt höchste gesellschaftliche und wissenschaftliche Ansprüche.

Im FFG-Projekt „Auf vertrauten Wegen“ untersuchen Forscher:innen von JOANNEUM RESEARCH gemeinsam mit verkehrplus und stadtLABOR, wie kindgerechte Infrastruktur und gezielte Aktivitäten das Mobilitätsverhalten nachhaltig verändern können.

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