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Bildung
05.12.2025

FH Kärnten: Erstes Jubi­läum für ACE²–EU-Allianz

Im Rahmen des International Day präsentierte die Fachhochschule erste Erfolge einer außergewöhnlichen Hochschulzusammenarbeit.

Am 1. November 2024 nahm ein Projekt seinen Anfang, das die FH Kärnten über Jahre hinweg nachhaltig prägen wird – und das nun sein erstes Jubiläum feiert. Die ACE²–EU-Allianz (Applied, Connected, Entrepreneurial and Engaged – European University) ist ein Zusammenschluss von neun europäischen Hochschulen, die durch enge Zusammenarbeit, intensiven Austausch und gemeinsame Projekte Lösungen für die großen Herausforderungen unserer Zeit erarbeiten wollen. Als Teil der Initiative „European Universities“ der Europäischen Kommission zählt die Allianz zu den zentralen Zukunftsprojekten der europäischen Hochschulpolitik. Doch nicht nur innerhalb der EU, auch global betrachtet handelt es sich um ein außergewöhnliches Projekt: „Ein solcher Zusammenschluss ist weltweit einzigartig“, betont Martin Waiguny, Geschäftsführer der FH Kärnten.

„ACE²–EU stärkt unsere Position im Europäischen Hochschulraum und gibt uns die Möglichkeit, Lösungen für zentrale gesellschaftliche Herausforderungen aktiv mitzugestalten.“

Peter Granig, Rektor der FH Kärnten

Die gesamte Allianz wird von der EU mit 14,4 Millionen EUR gefördert; allein der FH Kärnten steht ein Fördervolumen von 2,2 Millionen EUR zur Verfügung. Nur fünf Fachhochschulen in ganz Österreich sind Teil einer European University – im konkreten ACE²–EU-Projekt konnte sich die FH Kärnten als einzige österreichische Hochschule durchsetzen. Besonders ist nicht zuletzt die heterogene Zusammensetzung innerhalb von ACE²–EU, die von medizinischen über künstlerische bis hin zu technischen Hochschulen reicht.

Peter Granig, Rektor der FH Kärnten, verweist auf die außergewöhnlichen Chancen, die sich durch die Allianz ergeben: „Mit unseren Partnern entwickeln wir Bildungs- und Forschungswege, die auf die Anforderungen einer dynamischen, europäischen Zukunft vorbereiten. ACE²–EU stärkt unsere Position im Europäischen Hochschulraum und gibt uns die Möglichkeit, Lösungen für zentrale gesellschaftliche Herausforderungen aktiv mitzugestalten.“ Julia Christine Marinaccio, Projektleiterin der ACE²-EU an der FH Kärnten, fügt hinzu: „Die Allianz zeigt, wie viel Potenzial in Kooperationen über Grenzen hinweg steckt. Ob Mobilität, gemeinsame Studienangebote oder Forschungsinitiativen – wir vernetzen Menschen, Ideen und Institutionen.“

Erfolgreiches erstes Jahr

Seit dem offiziellen Start des Projektes hat sich Einiges getan. Zentrale Strukturen wurden innerhalb der Allianz etabliert und zahlreiche kooperative Formate entwickelt. Ein Highlight bildete der Jahreskongress im Oktober in Ingolstadt, der von einem Kulturfestival und einem einwöchigen Workshop zur nachhaltigen Stadtentwicklung begleitet wurde. Die FH Kärnten nahm mit rund 40 Vertreter:innen am Kongress teil.

„Das erste Jahr ACE²–EU hat gezeigt, wie wirkungsvoll unsere europäische Zusammenarbeit bereits funktioniert. Die Allianz hat uns ermöglicht, Lehre, Forschung und Mobilität gezielt weiter auszubauen und neue Impulse in die Hochschule zu tragen. Dadurch entstehen Rahmenbedingungen, die Studierenden und Mitarbeitenden gleichermaßen zugutekommen – quer durch Disziplinen und Standorte“, so Geschäftsführer Waiguny rückblickend. Rektor Peter Granig ergänzt: „A fast start is a good start – denn dieses erste Jahr hat gezeigt, wie viel wir gemeinsam erreichen können und wie viel in den kommenden drei Jahren noch vor uns liegt.“

„Das erste Jahr ACE²–EU hat gezeigt, wie wirkungsvoll unsere europäische Zusammenarbeit bereits funktioniert.“

Martin Waiguny, Geschäftsführer der FH Kärnten

 

Für das akademische Jahr 2025/26 sind über 50 neue internationale Lernformate geplant, acht davon sollen an der FH Kärnten umgesetzt werden. Ein transnationales Traineeship-Programm soll beispielsweise unternehmerische Kompetenzen an den Hochschulen fördern und die europaweite Bildung von unternehmerischen Netzwerken unterstützen. Sowohl die Studierenden als auch das Personal der teilnehmenden Hochschulen profitieren klar von der Allianz. „Ein Studium an der FH Kärnten zu absolvieren heißt nun, an neun europäischen Hochschulen gleichzeitig zu studieren. Das ist ein massiver Vorteil“, betont Granig. Dass das Angebot gerne angenommen wird, zeigen die Zahlen: 159 physische Mobilitäten konnten im ersten Jahr an der FH Kärnten verzeichnet werden.

Mehrtägiges ACE²–EU Arbeitstreffen

Von 2. bis 4. Dezember 2025 waren Delegationen der Partneruniversitäten an der FH Kärnten zu Gast. Gemeinsam wurden Workshops zu aktuellen Themen rund um Nachhaltigkeit durchgeführt. Unter dem Motto „Designing Future Solutions for Sustainable Development“ entwickelten Lehrende mehr als 20 neue Lernformate, die Allianzstudierenden bereits in diesem und im kommenden akademischen Jahr zur Verfügung stehen werden. Der parallel durchgeführte Workshop „Collaborate for Climate – Design for Impact: Energy & Climate Resilience“ brachte Forschende aus mehreren Partnerinstitutionen zusammen, um gemeinsame Ideen für Projektanträge in internationalen Förderprogrammen zu erarbeiten und künftige Kooperationsprojekte vorzubereiten.

Im Rahmen des Arbeitstreffens besuchte Landeshauptmann Peter Kaiser die FH Kärnten, um sich ein Bild von der ACE²–EU-Allianz zu machen und die internationalen Gäste zu begrüßen. „Das ist ein großer Meilenstein nicht nur für die FH Kärnten sondern für das gesamte Land. Dieser Erfolg unterstreicht die hohe Qualität der Bildungs- und Forschungseinrichtungen in Kärnten und positioniert die Region als wichtigen Akteur in der Bildungslandschaft“, so der Landeshauptmann.

„Dieser Erfolg unterstreicht die hohe Qualität der Bildungs- und Forschungseinrichtungen in Kärnten und positioniert die Region als wichtigen Akteur in der Bildungslandschaft.“

Landeshauptmann Peter Kaiser

Der International Day am 4. Dezember bildete den krönenden Abschluss des ACE²–EU-Arbeitstreffens. Neben einer Keynote des Coaches und Speakers Jim Hetherton und musikalischen Darbietungen des Tenors und FH Kärnten-Forschers Paolo Scariano bot sich für Studierende und Angestellte die Gelegenheit, gemeinsam ein internationales Buffet zu genießen und sich auszutauschen. Aleksandra Jama, Head of International Relations Office an der FH Kärnten, zeigte sich erfreut über die rege Teilnahme: „Über 200 Hochschulangehörige haben am diesjährigen International Day teilgenommen – ein Signal für die internationale Öffnung unserer Hochschule. Die Workshops haben gezeigt, wie wertvoll es ist, Lehrende und Forschende aus ganz Europa zusammenzubringen. Aus diesem Austausch entstehen neue Ideen und Kooperationen, die unseren Studierenden und der Region zugutekommen“, so Jama abschließend.

Wissenswert

Internationalisierung ist neben neuen Bildungsformaten und -angeboten, einer zeitgemäßen Didaktik und Methodik sowie einer starken Forschungsorientierung eine von vier strategischen Säulen der FH Kärnten. Acht Bachelor- und elf Masterstudiengänge werden aktuell in englischer Sprache angeboten. Und auch auf Bundesebene wurde Internationalisierung erst kürzlich auf der Agenda für die kommenden 20 Jahre fixiert.

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ACE²–EU – Zusammensetzung der Allianz

Zur ACE²–EU-Allianz gehören Studierende, PhD-Kandidat*innen, Forschende, Mitarbeitende, Alumni sowie externe Stakeholder der FH Kärnten und der folgenden acht europäischen Hochschulen:

  • Polytechnic University of Santarém (Portugal)
  • University Constantin Brâncusi Târgu-Jiu (Rumänien)
  • Goce Delčev University (Nordmazedonien)
  • Lietuvos Inzinerijos Kolegija Higher Education Institution / Lithuanian Enginering College (Litauen)
  • Universidad Francisco de Vitoria (Spanien)
  • Medical University of Gdańsk (Polen)
  • Latvian Academy of Culture (Lettland)
  • Technische Hochschule Ingolstadt (Deutschland)

Als assoziierte Partner der FH Kärnten sind zudem Teil der Allianz:

  • Land Kärnten
  • Wirtschaftskammer Kärnten
  • Infineon Technologies Austria
  • Start-up Carinthia
  • Global Case Study Challenge
  • ECO Institut für Ökologie

 

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