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Leben
09.04.2026

Finanzielle Freiheit geht mit Bequem­lich­keit zu Ende

„Ich habe nichts zu verbergen!“ Doch, hast du! Wer mit Kredit­karte zahlt, stimmt für die totale Über­wachung. Bargeld­zahlung ist unsere Freiheit. Eine Glosse von Hans Lach.

Bar oder Karte? Diese Frage gehört mittlerweile beim Bezahlvorgang zur Normalität – ob im Supermarkt, im Café oder in der Autowerkstätte. Die digitale Zahlung wird forciert. Besonders von Konzernen, Banken und Politik.

Warum diese „Werbung“?

Die Antwort ist einfach: Es ist kein Geheimnis, dass die Staaten in der EU extrem verschuldet sind. Eine Rückzahlung solcher Summen ist völlig unrealistisch. Auf den Sparkonten liegen große Geldsummen. Der Staat hat darauf allerdings keinen Zugriff . Die einzige Möglichkeit besteht über das digitale Geld. Die Zentralbanken stehen vor dem Problem, dass sie die Wirtschaft ankurbeln müssen. Mit „billigem“ Geld. Derzeit gibt es noch Zinsen für Spareinlagen. Eine Zinssenkung unter Null ist allerdings mit dem derzeitigen Geldsystem nicht möglich. Bei einer Einführung von Negativzinsen würden die Menschen das Geld bei der Bank abholen und es unter den Kopfposter oder die Matratze legen. Solange es Bargeld gibt, können somit keine Negativzinsen durchgesetzt werden.

Bargeld ist Freiheit

Wenn der Onkel dem Neffen 200 Euro gibt, dann wechselt dieser Betrag den Besitzer, ohne dass ein Dritter davon etwas erfährt. Es entstehen keine nachverfolgbaren Daten. Das ist echte Privatsphäre. Jede digitale Zahlung hinterlässt Spuren: genaue Uhrzeit, Datum, Ort und über welches Konto der Transfer erfolgte. Daten sind heute wertvoller als Gold. Den Menschen wird das Märchen von der Geldwäsche eingetrichtert. Das Mantra der Politik lautet: Wir müssen die Obergrenze der Bargeldzahlung beschränken, um die Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung zu verhindern. Kriminelle amüsieren sich über so ein Verbot. Drogenbosse lässt das völlig kalt. Medien, die über angeblich konfiszierte Geldkoffer berichten, sind Märchenerzähler. Professionelle Geldwäsche erfolgt heute ausschließlich digital und über Briefkastenfirmen. Hier sei an den im Sommer 2020 aufgeflogenen Wirecard-Skandal erinnert. Ein Bargeldverbot ist auf die arbeitenden Menschen und den Mittelstand ausgerichtet. Menschen, die ihr Geld redlich verdient und angespart haben, werden unter Generalverdacht gestellt.

Gläserner Bürger

Mit einem Bargeldverbot wird jeder Mensch zum gläsernen Bürgen (sorry: Bürger). Sollte zum Beispiel der Kauf einer Wohnung angedacht sein, könnte der Algorithmus das gesamte Leben vom künftigen Schuldner prüfen: Ernährungsgewohnheiten, die ganz persönliche Krankenakte, Gasthausbesuche, Familienverhältnis usw. Ein Blick nach China ist ein Augenöffner. Was ist nun der digitale Euro? Es wird behauptet, der sei gleich wie Bargeld, lediglich digital. Man muss aber wissen, dass dieses „Geld“ programmierbar ist (Software) und es können „Regeln“ hinterlegt werden. So kann beispielsweise eine Teilnahme an einer Demonstration dazu führen, dass kein Flug gebucht werden kann. Auch kann dem digitalen Geld ein Verfallsdatum hinterlegt werden usw.

Im Jänner 2022 fanden in Kanada Trucker-Proteste statt. Dabei hat die Regierung einigen Teilnehmern die Bankkonten gesperrt. Sie hatten offenbar auch nichts zu verbergen? In einer bargeldlosen Gesellschaft ist man ohne ein Konto ausgeschlossen. Kein Essen, kein Treibstoff, keine Zugfahrt ... Noch ist Bargeld das gesetzliche Zahlungsmittel und man sollte es nutzen. Wer heute mit Karte zahlt, stimmt für die totale Überwachung.

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