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Wirtschaft
03.07.2024

Fließend übergeben, erfolgreich übernehmen

Damit die Betriebsnachfolge einwandfrei klappt, steht die Wirtschaftskammer Kärnten Übergeber:innen und Übernehmer:innen mit vielen Angeboten beratend zur Seite.

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In Kärnten sind es jedes Jahr rund 450 Unternehmen, die zur Übergabe anstehen. Ein bevorstehender Pensionsantritt, eine neue Lebenssituation oder gesundheitliche Herausforderungen – die Gründe, sein Unternehmen in neue Hände legen zu wollen, sind vielfältig. Wertvolle Hilfe bei einer geplanten Betriebsübergabe bietet die Wirtschaftskammer Kärnten. Im Zuge der WK-Initiative zur Betriebsnachfolge werden Unternehmer:innen aktiv bei der Suche nach geeigneten Nachfolger:innen unterstützt und mittels konkreter Beratungen für die Übergabe fit gemacht. „Je professioneller und genauer eine Übergabe vorbereitet wird, desto besser für beide Seiten“, betont Jürgen Mandl, Präsident der WK Kärnten und ergänzt: „Für den Wirtschaftsstandort ist jeder Betrieb verbunden mit Mitarbeiter:innen, Know-how und Lebensleistung. Das gilt es bestmöglich zu übergeben.“

Chancen für beide Seiten

Gerade in traditionellen Branchen stellt die Übernahme eines Betriebs eine gute Alternative zur Neugründung dar: Man fängt nicht bei Null an, sondern kann auf Bestehendem aufbauen, man hat von Beginn an einen bestehenden Kundenstock und profitiert vom Know-how der Belegschaft. Auch die Übergeber:innen profitieren: Einerseits wird ihr Lebenswerk weitergeführt, andererseits bringt die Betriebsübergabe einen finanziellen Vorteil. „Eine Übergabe ist aber auch ein höchst emotionales Thema, denn schließlich geht es um Lebenswerke, die in neue Hände gelegt werden“, sagt Mandl. „Mir ist es daher besonders wichtig, den Unternehmen zu einer gelungenen Nachfolge zu verhelfen. Es gibt viele sensationelle Betriebe in Kärnten – sie wegen einer nicht gelungenen Übergabe zu verlieren, wäre fatal für die Wettbewerbsfähigkeit des Landes.“

„Wer persönliche und wirtschaftliche Fragen rechtzeitig klärt, verhilft dem erfolgreichen Durchstarten mit einem bereits bestehenden Betrieb.“

Jürgen Mandl, Präsident der WK Kärnten

Heraus­forderungen gut meistern

Eine Betriebsnachfolge zu meistern, ist mit vielen Herausforderungen verbunden. „Eine Übergabe ist kein Lichtschalter. Sie sollte gut vorbereitet und geprüft werden“, rät Übergabe-Berater Raimund Doppelreiter Unternehmer:innen zur frühzeitigen Vorbereitung. Schließlich gilt es neben der Nachfolgesuche, steuerrechtliche und finanzielle Fragen zu klären. Wichtig ist es außerdem, Lieferant:innen und Kund:innen rechtzeitig über die geplanten Veränderungen zu informieren und den Mitarbeiter:innen mögliche Ängste zu nehmen, damit sie im Betrieb bleiben, betont Doppelreiter: „Es gibt nicht die eine Lösung, denn jedes Unternehmen ist anders. Zu bedenken sind immer der Faktor Zeit und der Faktor Mensch. Für Übergeber:innen ist es wichtig, sich Gedanken über die Zukunft zu machen, Übernehmer:innen sollten bestehende Haftungen und Verpflichtungen im Auge haben.“ Den Rat von Fachleuten einzuholen, sei in jedem Fall enorm hilfreich. Das WK-Gründerservice arbeitet daher eng mit Übergabe-Berater:innen der ExpertsGroup, mit Expert:innen aus der Kammer der Steuerberater:innen und Wirtschaftsprüfer:innen sowie der Rechtsanwaltskammer für Kärnten zusammen.

„Es gibt nicht die eine Lösung, denn jedes Unternehmen ist anders. Zu bedenken sind immer der Faktor Zeit und der Faktor Mensch.“

Übergabe-Berater Raimund Doppelreiter

Angebote zum Thema Nachfolge

Das WK-Gründerservice steht sowohl jenen, die eine Übernehmer:in suchen, als auch jenen, die gerne einen Betrieb übernehmen möchten, mit Rat und Tat zur Seite. Das Angebot reicht von Erstgesprächen über vertiefende Gespräche mit Übergabe-Berater:innen bis hin zur Beratungsförderung. Bis zu 50 % bzw. maximal 500 € der anfallenden Beratungskosten der ExpertsGroup Übergabe Consultants, des Steuerberaters und des Rechtsanwalts werden übernommen. Bei verschiedenen Info-Veranstaltungen, an den Sprechtagen, per E-Mail oder Telefon stehen die WKExpert:innen mit wertvollen Informationen zur Verfügung. Zudem kann man sich auf der Website www.gruenderservice.at umfassend über das Thema Betriebsnachfolge informieren. Außerdem hat sich die „Nachfolgebörse“ der Wirtschaftskammer schon häufig dabei bewährt, dass die „richtigen Menschen“ zusammenfinden. Die Online-Plattform bietet detaillierte Suchmöglichkeiten nach aktuellen Angeboten und Nachfragen. Die Inserate sind kostenlos und können auch anonym geschaltet werden.

Kärntner Erfolgsbeispiele

Erfolgreiche Beispiele, wo der Topf bereits den richtigen Deckel gefunden hat, gibt es einige. So übernahm im Jänner Michelle Pav das beliebte Lokal „Häferle“ in Möllbrücke. Seitdem verwöhnt die 22-Jährige in ihrem neuen Frühstückscaf. „Mein Wertvolles“ ihre Gäste mit einer großen Auswahl an Frühstücken und selbstgebackenen Kuchen. Ein Inserat in der WK-Nachfolgebörse hat weiters „Holzmeister“ Herbert Schurian dieses Jahr zu einem engagierten Nachfolger verholfen. Jungunternehmer Andreas Ronacher berät nun mit Begeisterung die Kund:innen des Feldkirchner Betriebs. Ihre berufliche Erfüllung hat heuer auch Madeleine Tusch mit der Übernahme des „Perro Shops“ in Velden gefunden. Die diplomierte Hundefriseurin verkauft in ihrem Geschäft nicht nur österreichische Premium-Produkte für Haustiere, sondern betreibt an dem Standort auch einen gut besuchten Hundesalon.

SUCHEN NACHFOLGER

„Die Teedose“ in Klagenfurt

Das 100 m2 große Teefachhandelgeschäft sucht aufgrund Pensionsantritt eine Nachfolge. Durch den vorhandenen Onlineshop gibt es einen österreichweiten Kundenstamm. Infos: Rabitsch Willibald, 0699/134 122 00

GEA Waldviertler in Villach

Das Fachgeschäft für fair produzierte und nachhaltige Schuhe, Taschen, Möbel und Besonderheiten sucht aufgrund Pensionierung eine Nachfolge. 120 m2 Verkaufsfläche. Infos: Gerlinde Hiebl, 0664/280 41 34, gerlinde.hiebl@gmx.net

ADEG-Markt in Reichenfels/Lavanttal

Der Markt besteht seit 1955 und ist mittlerweile der einzige Nahversorger im Ort. Die 320 m2 Verkaufsfläche befinden sich in einem sehr guten Zustand. Neuinvestitionen sind daher nicht notwendig. Infos: Harald Theißbacher, 04359/227, office.adeg@aon.at

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