„In Kärnten werden jährlich rund drei Millionen Erntefestmeter Holz genutzt, österreichweit sind es etwa 20 Millionen. Diese aktive Waldbewirtschaftung bildet in Kärnten die Grundlage für rund 29.000 Arbeitsplätze und eine Wertschöpfung von 3,6 Milliarden Euro."
Forstverbände fordern mehr Spielraum für klimafitte Wälder
Die zentrale Botschaft des Forstlichen Informationstags lautet: Aktive Waldbewirtschaftung ist kein Widerspruch zum Klimaschutz, sondern eine wesentliche Voraussetzung dafür. Im Mittelpunkt standen die nachhaltige Bewirtschaftung der Wälder, ihre Klimafitness sowie die Rolle von Holz als CO₂-Speicher. „Die Pflege der heimischen Wälder ist Teil der Lösung“, sind sich die drei Obleute der vier Landesforstvereine einig.
Intakte Wälder erfüllen einerseits wichtige Schutzfunktionen, andererseits wird Holz als Baustoff und Energieträger gebraucht. Denn Wald, Holzprodukte und der Ersatz emissionsintensiver Materialien durch Holz leisten einen wesentlichen Beitrag zur CO₂-Bindung und damit zum Klimaschutz in Österreich. Gemeinsam tragen diese drei Bereiche maßgeblich zum Klimaschutz bei.
Holz als Schlüssel im Klimaschutz
Holz ist CO₂-Speicher und Energiequelle zugleich – und damit ein zentraler Faktor für wirksamen Klimaschutz. Seit 1990 wurden rund 400 Millionen Tonnen CO₂ zusätzlich in Österreichs Wäldern gebunden, weitere 80 Millionen Tonnen in Holzprodukten gespeichert. Durch den Ersatz fossiler Rohstoffe ergibt sich insgesamt eine Entlastung von rund 900 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalent. Johannes Thurn-Valsassina, Obmann des Kärntner Forstvereins und Arbeitgeberverbands, betont die Systemleistung nachhaltiger Waldbewirtschaftung: „Dieses System der nachhaltigen Waldbewirtschaftung führt zu vorratsreichen Wäldern, langfristiger CO₂-Speicherung und ermöglicht durch Holzverwendung die Substitution klimaschädlicher Materialien. Gleichzeitig macht es ein Leben und Wirtschaften in alpinen Regionen überhaupt erst möglich.“
„Wenn wir als Gesellschaft uns die Waldfunktionen, erhalten wollen, benötigen wir eine handlungsfähige Forstwirtschaft und eine leistungsfähige Wertschöpfungskette. Dieses System der nachhaltigen, multifunktionalen Waldbewirtschaftung hat sich über Jahrhunderte entwickelt, und ist alles andere als selbstverständlich.“ Holz ist damit nicht nur Rohstoff, sondern ein zentraler Hebel im Klimaschutz.
Wirtschaftlicher Faktor
Die nachhaltige, multifunktionale Waldbewirtschaftung gilt als eines der erfolgreichsten Modelle zur Nutzung und Pflege von Wäldern in Europa. Sie basiert auf fundierter Ausbildung, langjähriger Erfahrung und regionaler Wertschöpfung. Christian Benger, Obmann von Land und Forst Betriebe Kärnten, macht klar, dass die Wertschätzung und das Vertrauen in die Expertise der Forstleute ein wichtiger Schlüssel zur Bewältigung des Klimawandels sind: „Der Klimawandel verlangt entschlossenes Handeln – Nichtstun ist keine Option. Die Gesellschaft erwartet einen gesunden Wald, der Schutz bietet, Erholung ermöglicht, Wasser speichert und den nachhaltigen Rohstoff Holz liefert.“
Österreich zählt mit mehr als vier Millionen Hektar Waldfläche zu den waldreichsten Ländern Europas. Rund 140.000 Waldbesitzer:innen bewirtschaften ihre Flächen nachhaltig und verantwortungsvoll. Seit Jahren wächst mehr Holz nach, als genutzt wird – allein in den vergangenen zehn Jahren nahm die Waldfläche täglich um mehr als sechs Hektar zu. Vor pauschalen Stilllegungen von Waldflächen warnen die Vertreter der Branche, jedoch ausdrücklich: Würden österreichweit zehn Prozent der Wälder außer Nutzung gestellt, wären rund 27.000 Arbeitsplätze gefährdet.
Forderung der Forstverbände
Die Branche sieht sich zunehmend mit umfangreichen Regulierungen konfrontiert. Zusätzliche Nachweispflichten und EU-Vorgaben führen zu einer wachsenden Zertifizierungsflut, die die praktische Arbeit im Wald erschwert.
Der gemeinsame Tenor der Forstverbände: Waldbewirtschafter sind ein wesentlicher Teil der Lösung im Umgang mit dem Klimawandel. Gefordert werden daher Rahmenbedingungen, die aktives und nachhaltiges Wirtschaften ermöglichen – statt zusätzlicher bürokratischer Hürden. „Wir Forstverbände müssen handlungsfähig bleiben“, so Thurn-Valsassina.
© Wolfgang Jannach