Umwelt

Frutura wächst natürlich

Manfred Hohensinner war es schon lange vor der Gründung der Firma Frutura ein Dorn im Auge, dass Obst und Gemüse, das auch in Österreich wachsen kann, vom Ausland importiert werden muss. Dieser Gedanke prägt das Unternehmen bis heute.

Die Frutura ist ein steirisches, inhabergeführtes Familienunternehmen. Die Wurzeln liegen in der Landwirtschaft und daher ist neben der Vermarktung von regionalem und internationalem Obst und Gemüse auch die Eigenproduktion von Obst und Gemüse sowie die Investition in landwirtschaftliche Kooperationen und Partnerschaften ein wesentliches Standbein der Frutura Unternehmensgruppe. Die Frutura vermarktet jährlich ca. 150.000 Tonnen Obst & Gemüse und setzt in Summe mehr als 300 Millionen Euro um. Mit über 800 eigenen MitarbeiterInnen sowie eigener Bananen- und Exotenreifung und Packanlage ist die Frutura für die KonsumentInnen täglich im Frische- und Trockenfrüchtebereich im Einsatz.

„Wir leben Obst und Gemüse mit Leidenschaft, heute und morgen“. Ausgehend von diesem Leitsatz arbeitet die Frutura mit ­innovativen Obst- und Gemüseproduk­tionen und in innovativen Projekten daran, in allen Schichten der Bevölkerung ein massives Umdenken hin zu ökologisch nachhaltiger und ressourcenschonender Ernährung zu erreichen. „Mut, Weitsicht und hohes Innovationsvermögen sollen uns zum Vorreiter für eine ökologisch nachhaltige und innovative Obst- und Gemüseproduktion und -vermarktung machen“, so Katrin Hohen­sinner, Geschäftsführerin der Frutura Unternehmens­gruppe.

Die Frutura Unternehmensgruppe wurde vor 20 Jahren von drei Landwirten Manfred Hohensinner, Franz Städtler und Johann Schwarzenhofer gegründet. Schon lange vor der Gründung der Firma Frutura, war es Manfred Hohensinner ein Dorn im Auge warum Obst und Gemüse, das auch in ­Österreich wachsen kann, vom Ausland ­importiert werden muss. Dieser Gedankenansatz hat die Frutura bis heute geprägt und war auch die Grundlage aller folgenden ­Projekte. So wurde 2008 gemeinsam mit dem Steiermark Tourismus und Spar die Marke ­Steiermark Genuss Apfel im Obst- und ­Gemüseregal etabliert, die mittlerweile um eine Vielzahl weiterer Produkte erweitert wurde, wie die Steiermark Genuss-­Marillen, -Kirschen, -Birnen und -Pfirsiche. Genussprodukte, die für höchste Qualität und Regionalität stehen sollen.

„Das Prinzip hinter diesem Projekt ist genial einfach und einfach genial.“

Katrin und Manfred Hohensinner, Geschäftsführer der Frutura Unternehmensgruppe
Credit: Frutura Blumau

Energie aus der Erde lässt Gemüse reifen. Getreu dem Motto: Wir leben im Heute, leben aber vom Morgen.

Das größte Leuchtturmprojekt und gleichzeitig ein echter Meilenstein des Unternehmens ist die Frutura Thermal Gemüsewelt. Auf einer Fläche von 26 ha wurden in der Steiermark Gewächshäuser errichtet, in denen ganzjährig klimaschonend Fruchtgemüse angebaut werden kann. Durch die Nutzung des Thermalwassers für das Beheizen der Gewächshäuser können in der Thermal-Gemüsewelt mehr als 28.000 Tonnen CO2 jährlich im Vergleich zu mit Erdgas beheizten Gewächshäusern eingespart werden. Das entspricht dem durchschnittlichen jährlichen Stromverbrauch von 20.500 Haushalten in Österreich. Aufgrund des regionalen Anbaus in Bad Blumau können zusätzlich pro Jahr 1 Million gefahrene LKW-Kilometer eingespart werden. Das entspricht einer Distanz von 25 Erdumrundungen.

„Das Prinzip hinter diesem Projekt ist genial einfach. Das reichlich vorhandene Thermalwasser des steirischen Thermenlandes wird genutzt, um den gesamten Energiebedarf der Gewächshäuser umweltschonend zu decken. Das bis zu 125° C heiße Thermalwasser wird über eine Tiefenbohrung an die Oberfläche gepumpt, dort wird in einem technischen Verfahren die Wärme entnommen, ehe das Wasser über eine zweite Bohrung wieder zur Gänze in 3.500 Meter Erdtiefe rückgeführt wird. Auf diese Weise entsteht ein geschlossener Kreislauf, in dem nachhaltig Wärme gewonnen, aber kein Wasser verbraucht wird“ so Manfred Hohensinner, Geschäftsführer der Unternehmensgruppe. Aber nicht nur auf Grund der klimaschonenden Produktion finden die Blumauer Tomaten und Paprika Anklang bei den Konsumenten, sondern auch auf Grund ihres Geschmackes. So wurden die Blumauer Tomaten zu den geschmackvollsten Tomaten Österreichs gewählt.

Dass mit der Investition in die Tiefenbohrung im Bad Blumau, die den klimaschonenden Betrieb der Gewächshäuser heute möglich macht, mit einem hohen unternehmerischen Risiko und Mut verbunden war, passt zur Unternehmensstrategie. Die ist krisenfest, wie das heurige Jahr gezeigt hat. Während in anderen Unternehmen die Auftragsbücher leer sind, verzeichnet die Frutura in den letzten Monaten außergewöhnlich hohe Nachfrage nach österreichischer Ware, speziell im Bereich von gut lagerbarer Ware wie Steinobst. „Im März und April 2020 ­lagen die Mengen sogar um 40 Prozent über jenen des Vorjahres“, erzählt Geschäfts­führerin und Tochter des Unternehmensgründers Katrin Hohensinner.

Und der Erfolgsweg geht weiter: Die Gruppe wächst nach Oberösterreich. Nach dem Scheitern der Sanierung des insolventen Fensterherstellers Wick wird an dessen ehemaligem Firmensitz in Vorchdorf im Bezirk Gmunden bald Gemüse umgeschlagen. Schon im Laufe des Jahres 2021 soll der neue Frutura-Standort starten, zu den bestehenden 30 oberösterreichischen Arbeitsplätzen kommen 70 neue Jobs hinzu, erklärt Hohensinner.

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