© elsner | riccio.at
Bildung
14.01.2026

Gemeinsam für den Hoch­schul­raum Süd­österreich

Auf einer Strategieklausur in St. Paul intensivierten die Universitäten Graz und Klagenfurt ihre Zusammenarbeit und diskutierten gemeinsame Zukunftsthemen.

Die Rektorate, Universitätsrät:innen und weitere Leitungspersonen der Universität Graz und der Universität Klagenfurt trafen sich im Jänner 2026 im Benediktinerstift St. Paul – dem neuen Zentrum der Koralmbahn-Achse – für eine gemeinsame Strategieklausur. Ziel des Treffens war es, Themen zu besprechen, die zukünftig wichtig für die Hochschulregion werden könnten, und die Zusammenarbeit zu stärken. Seit mehr als zehn Jahren arbeiten die beiden Universitäten bereits erfolgreich miteinander im Entwicklungsverbund Süd-Ost, dem auch das Burgenland angehört. Hier wurden etwa in der regionalen Lehrer:innenbildung wichtige gemeinsame Ziele erreicht.

Auch international möchten die beiden Universitäten den Hochschulraum Südösterreich stärker etablieren: Durch gemeinsame Schritte soll die Region für Wissenschaftler:innen aus dem In- und Ausland attraktiver gemacht werden. Dabei unterstützt insbesondere das Dual Career Service der Universitäten in Kärnten und der Steiermark, das Beratung in Bezug auf Karriere, Familie und Mobilität anbietet.

Universitäten als Säulen der Demokratie

Ein Anliegen der Klausur war es zudem, die gesellschaftspolitische Rolle von Universitäten zu festigen. Sie sind nicht nur bedeutende Arbeitgeber, sondern auch Zentren der kritischen Reflexion und somit wichtige Säulen der Demokratie. Einen Bereich, in dem die Zusammenarbeit schon jetzt besonders eng ist, bildet die Slawistik. Hier wurde eine gemeinsame Koordinationsstelle Russisch etabliert, die auch mit der Ukrainehilfe verknüpft ist. Zudem gibt es eine naturwissenschaftliche Kooperation im Rahmen des FWF-geförderten Spezialforschungsbereichs „Mathematik der Rekonstruktion für dynamische aktive Modelle“.

Peter Riedler, Rektor der Universität Graz, zeigt sich erfreut über die neuen Möglichkeiten: „Die Koralmbahn ist eine historische Chance, den Süden Österreichs als Hochschulraum weiterzuentwickeln und im Alpe-Adria-Raum stärker zu verankern“, betont er. „Neben der Förderung klimafreundlicher Mobilität setzen wir gemeinsam mit der Uni Klagenfurt auf die effiziente Nutzung von Ressourcen – etwa im IT-Bereich – sowie auf die Optimierung gemeinsamer Lehrangebote.“

„Die Koralmbahn ist eine historische Chance, den Süden Österreichs als Hochschulraum weiterzuentwickeln und im Alpe-Adria-Raum stärker zu verankern.“

Peter Riedler, Rektor der Universität Graz

„Unser Ziel ist es, die internationale Sichtbarkeit und Attraktivität dieses Wissenschaftsraumes gezielt zu steigern. Dabei denken wir grenzüberschreitend: Wir schaffen neue Perspektiven für Studierende, Forschende und Lehrende im Alpen-Adria-Raum und fördern den Wissensaustausch über Regionen hinweg. Die verbesserte Erreichbarkeit ermöglicht es uns, strategische Partnerschaften mit Hochschulen in Kärnten, der Steiermark, Slowenien und Norditalien auszubauen. Das stärkt nicht nur die internationale Wettbewerbsfähigkeit unserer Institutionen, sondern bringt auch Antworten auf die großen Fragen unserer Zeit“, so Riedler.

Möglichkeitsraum Kärnten-Steiermark

Auch die Rektorin der Uni Klagenfurt, Ada Pellert, freut sich auf die intensivierte Zusammenarbeit: „Die Koralmbahn ist die neue, lebendige Verbindungsader zwischen Kärnten und der Steiermark. Dass wir uns in St. Paul – an einer Haltestelle dieser Zukunftsroute – als Vertreter:innen der Universität Graz und der Universität Klagenfurt getroffen haben, ist ein starkes Zeichen: Wir wollen diese neue Nähe aktiv nutzen. Schon heute verbindet die Universität Graz und die Universität Klagenfurt eine sehr gute Zusammenarbeit, getragen von gemeinsamen Projekten, gegenseitiger Ergänzung und einem klaren Bekenntnis zur Qualität in Forschung, Lehre und Transfer. Mit der Koralmbahn entsteht nun ein neuer Möglichkeitsraum: schneller, direkter, alltäglicher Austausch – für Studierende ebenso wie für Forschende und Lehrende.“

„Mit der Koralmbahn entsteht nun ein neuer Möglichkeitsraum: schneller, direkter, alltäglicher Austausch – für Studierende ebenso wie für Forschende und Lehrende.“

Ada Pellert, Rektorin der Universität Klagenfurt

„Unser Ziel ist klar: Wir möchten die Kooperationen zwischen Graz und Klagenfurt weiter intensivieren, Synergien gezielt ausbauen und gemeinsam noch sichtbarer als starke Wissenschafts- und Bildungsachse im Süden Österreichs auftreten. Wir können unsere Profile noch besser verzahnen – von der Forschung über innovative Studienangebote bis hin zu regionaler und internationaler Vernetzung. Davon profitieren vor allem unsere Studierenden: durch ein breiteres, komplementäres Lehrangebot, neue Austauschformate sowie eng vernetzte Studien- und Forschungswelten zwischen Graz und Klagenfurt. Auch für Forschende eröffnet sich ein neuer Alltag der Zusammenarbeit – mit mehr gemeinsamen Vorhaben, leichteren Treffen und einem intensiveren Dialog über Disziplinen hinweg“, so Pellert.

Schlagwörter