"Der Mut der Frauen, die Hilfe suchen, verdient unseren größten Respekt – und er verpflichtet uns, diesen Mut mit zuverlässigen Strukturen und echter Solidarität zu beantworten."
Gemeinsam gegen Gewalt
Gewalt hat viele Gesichter – körperliche, psychische, sexualisierte oder digitale Gewalt. Sie kann in Beziehungen, Familien, am Arbeitsplatz oder im öffentlichen Raum stattfinden. In Österreich erlebt jede dritte Frau körperliche und/oder sexuelle Gewalt. Diese Zahlen zeigen: Gewalt gegen Frauen ist kein Randphänomen, sondern eine gesellschaftliche Realität. Vom 25. November, dem Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen und Mädchen, bis 10. Dezember, dem Internationalen Tag der Menschenrechte, wird weltweit auf Gewalt gegen Frauen und Mädchen aufmerksam gemacht.
„Jede Frau soll die Möglichkeit haben, selbstbestimmt, unabhängig und frei von Gewalt zu leben“, sagt Frauen- und Gleichstellungsbeauftrage Martina Gabriel. „Dafür setzten wir uns das ganze Jahr über mit Projektförderungen zur Gewaltprävention und finanzieller Unabhängigkeit ein.“ Die 16 Tage gegen Gewalt an Frauen und Mädchen sind ein Aufruf an jede und jeden, hinzuschauen, zu handeln und nicht zu schweigen. Nur gemeinsam kann Gewalt gestoppt werden. Frauen- und Gleichstellungsreferentin LHStv.in Gaby Schaunig betont: „Gewalt gegen Frauen passiert mitten unter uns – in Beziehungen, Familien, im Freundeskreis, am Arbeitsplatz. Viele Frauen tragen diese Erfahrungen viel zu lange allein, nicht selten aus Angst, Scham oder weil das Umfeld wegschaut. Es ist mir ein großes Anliegen zu betonen: Keine Frau muss das aushalten. Jede Form von Gewalt verletzt Würde, Selbstbestimmung und das Vertrauen in ein sicher geglaubtes Umfeld. Genau deshalb setzen wir in Kärnten alles daran, Betroffene nicht nur mit gut ausgebauten Unterstützungsstrukturen zu erreichen, sondern ihnen auch deutlich zu signalisieren: Du wirst gesehen, du wirst ernst genommen, und du kannst dir Hilfe holen – jederzeit und anonym. Gewalt endet nicht von selbst, aber gemeinsam können wir den Schritt aus der Ohnmacht erleichtern und Wege in ein Leben in Sicherheit eröffnen.“
Prävention, Aufklärung und konkrete Unterstützung
Mit zahlreichen Aktionen wird auf das Ausmaß von Gewalt aufmerksam gemacht, über Unterstützungsmöglichkeiten informiert und ein klares Zeichen für ein selbstbestimmtes, sicheres Leben von Frauen gesetzt. Wie im letzten Jahr wurden Plakate und Folder per Mail zur Weiterverwendung an die Kärntner Gemeinden versendet und diese um Mitwirkung gebeten.
Ein sichtbares Symbol der Solidarität ist die Teilnahme an der UN Women-Kampagne „Orange the World“: Vom 25. November bis 10. Dezember erstrahlen das Amt der Kärntner Landesregierung und das Landhaus in der Farbe Orange – als Zeichen für eine Zukunft ohne Gewalt.
„Prävention, Aufklärung und konkrete Unterstützung sind nur drei Bausteine. Genauso wichtig ist es, ein gesellschaftliches Klima zu schaffen, in dem Grenzverletzungen nicht bagatellisiert und Warnsignale nicht überhört werden. Wenn wir als Gesellschaft klar und geschlossen auftreten, geben wir Betroffenen Rückhalt – und nehmen Tätern den Raum. Jede und jeder kann dazu beitragen: indem wir hinhören, nachfragen, Hilfe vermitteln und das Schweigen durchbrechen. Der Mut der Frauen, die Hilfe suchen, verdient unseren größten Respekt – und er verpflichtet uns, diesen Mut mit zuverlässigen Strukturen und echter Solidarität zu beantworten“, so Schaunig weiter.
„Jede Frau soll die Möglichkeit haben, selbstbestimmt, unabhängig und frei von Gewalt zu leben.“
Zahlreiche Aktionen
Die Kinokampagne „Hinschauen. Handeln. Helfen.“ bildet den Auftakt der diesjährigen Aktionen und macht die Kärntner Beratungshotline für Frauen und Mädchen (0660 / 244 24 01) in allen Kärntner Kinos vor jedem Film sichtbar und hörbar. Ein starkes öffentliches Zeichen setzt das Referat für Frauen und Gleichstellung mit der aktionistischen Manifestaufführung „Menschsein ohne Gewalt“ am 27. November um 13:00 Uhr beim Kiki Kogelnik-Brunnen im Landhauspark. Ergänzend finden kostenlose Themenfilmabende im Volkskino (4., 5. und 6. Dezember) statt, bei denen Gewalt in ihren unterschiedlichen Facetten beleuchtet wird. Am 4. Dezember stellen vor Beginn der Vorstellung Gewaltpräventionseinrichtungen sich und ihre Arbeit vor. Am 10. Dezember, dem Tag der Menschenrechte, wird mit der neuen K.O.-Tropfen-Awareness-Kampagne die Devise „Hinschauen. Handeln. Helfen.“ fortgeführt. Auch eine SPAR-Kassabon-Aktion macht auf niederschwellige Weise auf dieses Hilfsangebot aufmerksam: 16 Tage lang wird die Hotline auf jeden Kassabon in Kärnten gedruckt.
Anlaufstellen bei Gewalt:
- Kärntner Beratungshotline für Frauen und Mädchen: 0660 244 24 01
- Frauenhelpline gegen Gewalt: 0800 222 555
- Gewaltschutzzentrum Kärnten: 0463 590 290
- Anlaufstellen im Überblick (auch Männerberatungsangebote): https://frauen.ktn.gv.at/service/gewaltschutz
- Weitere Informationen zu den Initiativen im Rahmen der „16 Tage gegen Gewalt“ des Referats für Frauen und Gleichstellung: https://frauen.ktn.gv.at/veranstaltungen