Gleichstellung als Wirtschaftsfaktor
Gleichstellung wird im allgemeinen Diskurs oft mit fairer Bezahlung gleichgesetzt. Das ist aber zu kurz gegriffen. Denn dieses Thema entscheidet sich im täglichen Handeln und zeigt sich in der Sprache und darin, wer tatsächlich Chancen bekommt. „Gerade im Arbeitsmarkt sehen wir täglich, dass ungenutzte Potenziale direkte wirtschaftliche Kosten verursachen. Gleichstellung ist daher kein ‚Soft-Thema', sondern eine betriebswirtschaftliche Notwendigkeit", sagt Ingrid Manthei, Gleichstellungsbeauftragte des Arbeitsmarktservice (AMS) Kärnten. Genau daraus entsteht ihre wirtschaftliche Relevanz.
Ungenutztes Potenzial
Unternehmen stehen mit Blick auf demografischen Wandel und Fachkräftemangel zunehmend unter Druck. Gleichzeitig zeigt sich in der Wirtschaft, dass Gleichstellung zunehmend zum Erfolgsfaktor wird. Frauen spielen dabei eine zentrale Rolle und könnten ein wesentlicher Hebel sein, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Dieses Potenzial bleibt aufgrund bestehender Rahmenbedingungen oft ungenutzt. „Gleichstellung ist deshalb kein kurzfristiges Projekt, welches schnell abgearbeitet werden kann. Sie ist eine strategische Entscheidung; eine Haltung, die sich in Prozessen und der Unternehmensstruktur widerspiegelt", so AMS-Kärnten-Geschäftsführer Peter Wedenig. Die zentrale Frage ist also, wie Gleichstellung konkret im Arbeitsalltag verankert werden kann.
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