„Die Seedruckleitungen waren in den 1970er Jahren eines der größten Umweltschutzprojekte Kärntens.“
Großinvestition sichert Wasserqualität des Wörthersees
Die 50 Jahre alten Seedruckleitungen verlaufen am Grund des Wörthersees und sorgen für den Abtransport der Abwässer umliegender Gemeinden. Für die Sicherung der Abwasserverbringung werden bis 2030 drei Bauprojekte umgesetzt. Insgesamt werden 25 Kilometer Seedruckleitungen ausgetauscht, ein 7,5 Kilometer langer Haupttransport- und Sammelkanal zur Kläranlage sowie eine neue Ableitung für das Keutschacher Seental über 2,5 Kilometer errichtet.
Vom Ufer auf den Seegrund
Bereits im Juli starten die Vorarbeiten für das Großprojekt durch den Wasserverband Wörthersee-Ost mit den zwölf Mitgliedsgemeinden. Ziel ist es, die Sicherheit der Abwasserverbringung und die Sauberkeit des Wörthersees weiterhin zu gewährleisten. Bürgermeister Christian Scheider als Obmann des Wasserverbandes Wörthersee-Ost (WWO) stellte Anfang Juli gemeinsam mit Ingolf Herold (Geschäftsführer WWO) und Projektleiter Daniel Seebacher (CCE Ziviltechniker) Details vor. Die alten Seedruckleitungen werden auf einer Länge von 25 Kilometern zwischen Klagenfurt und Techelsberg sukzessive ausgetauscht. „Die Seedruckleitungen waren in den 1970er Jahren eines der größten Umweltschutzprojekte Kärntens. Es wurde verhindert, dass der Wörthersee aufgrund von Abwässern kippt. Die Wasserqualität hat sich massiv verbessert. Damit das so bleibt, investieren wir in den nächsten Jahren 35 Millionen Euro in neue Leitungen und Kanäle“, erklärt Bürgermeister Scheider.
Die Rohre der neuen Pumpdruckleitung werden durch Schweißen an Land zu mehreren hundert Meter langen Leitungsabschnitten verbunden und anschließend in den See eingezogen. Auf dem See werden die Leitungsabschnitte auf Schwimmkörpern miteinander verschweißt. Durch kontrolliertes Befüllen mit Wasser werden sie anschließend an den vorgesehenen Trassenabschnitt abgesenkt. Nach einem erfolgreichen Probebetrieb sowie der Inbetriebnahme der neuen Pumpdruckleitung werden die bestehenden Leitungen aus dem See geborgen und fachgerecht entsorgt.
Neuer Kanal fürs Seental
Eine Abwasserableitung für das Keutschacher Seental schließt das Projekt ebenfalls ein. Dazu wird ein Kanal über 2,5 Kilometer Länge von Keutschach nach Reifnitz errichtet. „Damit verlaufen dann die Leitungen von Süd- und Nordufer getrennt bis zur Schnittstelle Maiernigg. Dort werden dann Abwässer von bis zu 400 Liter pro Sekunde anfallen – eine immense Menge“, betont Seebacher. Um das Abwasser von den neuen Seedruckleitungen Süd und Nord in der Ostbucht weiterzuleiten, wird ein rund 7.500 Meter langer Haupttransport- und Sammelkanal von Maiernigg bis zur Kläranlage errichtet. Dieser soll künftig die bestehenden Verbandskanäle in den Bereichen Viktring, Waidmannsdorf und St. Ruprecht entlasten. „Dadurch profitiert das Klagenfurter Kanalnetz insgesamt, da wieder mehr Kapazitäten frei werden. Aufgrund der neuen Trassenführung kann zukünftig der Betrieb mehrerer Pumpwerke eingespart werden“, so Herold.
Zeitplan und Kosten
Die Ausschreibungsverfahren für das Großprojekt laufen bis Anfang 2027. Erste Baumaßnahmen erfolgen in der tourismusfreien Zeit von Oktober bis April 2027. Die Gesamtprojektkosten von rund 35 Millionen Euro werden über den WWO mit den zwölf Mitgliedsgemeinden Klagenfurt, Maria Wörth, Pörtschach, Krumpendorf, Schiefling, Moosburg, Techelsberg, Ebenthal, Maria Saal, Keutschach, Köttmannsdorf und Maria Rain finanziert. 2030 sollen die ersten Bauabschnitte fertiggestellt sein und in Betrieb gehen.