IV Kärnten lud zum Neujahrsauftakt
Die Kärntner Industriellenvereinigung lud unter dem Motto „Mut. Wandel. Chancen.“ zu ihrem Neujahrsauftakt ein. Rund 200 Gäste und zahlreiche Vertreter aus Industrie, Politik, Bildung, Forschung und Öffentlichkeit waren vor Ort, darunter LHStv.in Gaby Schaunig, LHStv. Martin Gruber und LR Sebastian Schuschnig. Diskutiert wurden die aktuellen Entwicklungen und Herausforderungen für das Jahr 2026. Seitens der Politik gab es einen Ausblick auf das neue Jahr. IV-Kärnten-Geschäftsführerin Claudia Mischensky eröffnete den Abend mit einem klaren Appell: Gerade in Zeiten von Unsicherheit und Veränderung braucht es Mut, um Chancen zu ergreifen und Wandel aktiv zu gestalten.
Sichtbarkeit
Die beeindruckende Vielfalt und Innovationskraft der Industrie wurde sichtbar gemacht und gezeigt, wie sehr Industrie den Alltag prägt und Fortschritt ermöglicht. Als Technologiereferentin ging LHStv.in Gaby Schaunig auf die österreichische Industriestrategie ein, die einen besonderen Schwerpunkt auf Forschung und Entwicklung legt: „Ein zutiefst europäisches Thema. Kärnten leistet hier mit seinen Beteiligungen an Forschungsorganisationen einen herausragenden Beitrag, wie erst jetzt ganz aktuell etwa mit dem Startschuss für Europas erste Ionenfallen-Chip-Pilotlinie unter der Leitung der Silicon Austria Labs.“ Der Industriestandort Österreich stehe vor großen Aufgaben. Diese könne man nur mit Innovation und Kooperation begegnen. „Glücklicherweise zwei der absoluten Stärkefelder Kärntens“, so Schaunig, und darin liege ein entscheidender Hebel für nachhaltiges Wachstum.
Herausfordernde Zeiten
Timo Springer, Präsident der IV Kärnten, zeichnete in seiner Rede ein realistisches Bild der wirtschaftlichen Lage zu Beginn des Jahres 2026: Hohe Inflation, geringes Vertrauen und wachsende Ungeduld prägen die Stimmung in Wirtschaft und Gesellschaft. Österreich befinde sich als Exportnation angesichts globaler Krisen in einer besonders schwierigen Lage. „Die Unternehmen kämpfen mit stark steigenden Lohnkosten, Verlust an Wettbewerbsfähigkeit und schwachen internationalen Impulsen. Ergebnis ist die längste Rezession der Nachkriegsgeschichte, verbunden mit einer schleichenden Deindustrialisierung und dem Verlust sicher geglaubter Arbeitsplätze“, erklärte Springer. Besonders alarmierend seien die wirtschaftlichen Kennzahlen, denn die Gewinnquote sei von durchschnittlich 27 Prozent auf unter zehn Prozent gesunken. Die Investitionsquote liege auf unter fünf Prozent, damit schwinden Spielräume für Innovation.
Konkrete Forderungen
Der IV-Präsident warnte davor, dringend notwendige Strukturreformen aufzuschieben. Positiv bewertete er erste Signale der österreichischen Industriestrategie, insbesondere die Aussicht auf einen Industriestrompreis ab 2027. Er stellte konkrete Forderungen für den Standort Kärnten und Österreich. Darunter Punkte wie gezielte Fachkräftezuwanderung, flexiblere Arbeitszeitmodelle, modernere Pensionsmodelle oder starke MINT-Ausbildungen. Eine Digitalisierungsoffensive sowie eine sichere, leistbare Energieversorgung sowie der Bau der 380-kV-Leitung als Lückenschluss im gesamtösterreichischen Energienetz sind weitere Punkte.
Blick in Zukunft
Über die Herausforderungen der letzten Jahre, mit denen die heimische Industrie konfrontiert wurde, sprach Wirtschaftslandesrat Sebastian Schuschnig. „Der Druck, dem unsere Industriebetriebe ausgesetzt waren, ist nicht kleinzureden. Das gemeinsame Ziel muss es daher sein, dass wir die Phase der Herausforderungen hinter uns lassen. Auch die Bundesregierung hat das erkannt und mit der gerade erst präsentierten Industriestrategie ein wichtiges, erstes Signal gesetzt“, so Schuschnig. Damit habe der Bund zentrale Forderungen der länderübergreifenden Standort-Deklaration aufgegriffen. Diese wurde auf Kärntner Initiative und im Schulterschluss mit der Industriellenvereinigung angestoßen. „Es geht auch 2026 um zentrale Standortthemen wie internationale Wettbewerbsfähigkeit, Arbeitsmarktflexibilisierung, Energiewirtschaft und Innovationen. Ich bin weiterhin von der Leistungsstärke unserer Industrie überzeugt, denn Kärnten verfügt über beeindruckende Betriebe, die am Puls der Zeit agieren. Es gibt auch heuer wieder alle Hände voll zu tun – ich bin mir sicher, dass uns vieles gelingen wird“, so der Wirtschaftslandesrat.
WISSENSWERT
Forderungen der Industriellenvereinigung
- Gezielte Fachkräftezuwanderung
- Flexiblere Arbeitszeitmodelle
- Modernere Pensionsmodelle
- Starke MINT-Ausbildung
- Digitalisierungsoffensive
- Sichere, leistbare Energieversorgung
- Bau der 380-kV-Leitung als zwingende Voraussetzung für Kärnten und als Lückenschluss im gesamtösterreichischen Energienetz