„Kärnten und die Steiermark bilden einen neuen wirtschaftlichen Ballungsraum, der in dieser Form einzigartig in Österreich ist.“
Jahrhundertchance für den Süden Österreichs
Es ist eine Chance, die es zu nutzen gilt: Nach jahrzehntelangen Planungs- und Bauarbeiten wurde die Koralmbahn am 12.12.2025 feierlich eröffnet. Der Süden Österreichs rückt so nah zusammen wie nie zuvor – nicht nur, was die Alltage und Lebensrealitäten der Menschen, sondern auch, was die Wirtschaftswelt betrifft. Aus diesem Grund haben die Wirtschaftskammer Kärnten und Steiermark schon im Vorfeld der Koralmbahn-Eröffnung gemeinsam die Dachmarkte AREA SÜD ins Leben gerufen. Ziel ist es, den Standort Südösterreich sowohl national als auch international ins Bewusstsein zu rücken.
Die AREA SÜD erstreckt sich über ein knappes Drittel der Fläche Österreichs, rund 1,8 Mio. Menschen leben hier. Der Wirtschaftsraum umfasst mehr als 50.000 Arbeitgeberbetriebe mit 730.000 Beschäftigten und erbringt eine Wirtschaftsleistung von knapp 70 Mrd. Euro. Damit bildet die AREA SÜD den zweitgrößten Wirtschaftsraum Österreichs.
Chancen für Unternehmen
Der Zusammenschluss der beiden Wirtschaftskammern wird von der Mehrheit der Unternehmen in Südösterreich positiv bewertet. Besonders befürworten die Unternehmen die höhere Arbeitskräftemobilität, die bessere Erreichbarkeit des jeweiligen Bezirks und dessen wirtschaftlicher Bedeutungsgewinn.
„Mit der Koralmbahn wächst zusammen, was zusammengehört. Kärnten und die Steiermark bilden einen neuen wirtschaftlichen Ballungsraum, der in dieser Form einzigartig in Österreich ist. Das schafft Chancen für Kooperationen, für Betriebsansiedlungen, für Innovation. Für Kärnten ist das ein echter Quantensprung – wir sind nicht länger peripher, sondern mittendrin in einem neuen Zentrum wirtschaftlicher Dynamik. Darum sehen wir in der Koralmbahn mehr als ein Verkehrsprojekt: Sie ist ein Standortimpuls mit enormem Potenzial“, erklärt Jürgen Mandl, Präsident der Wirtschaftskammer Kärnten.
Und auch Josef Herk, Präsident der Wirtschaftskammer Steiermark, freut sich über die enge Zusammenarbeit: „Für den Süden Österreichs ist die Koralmbahn eine Jahrhundertchance. Denn durch sie entsteht entlang der Achse Graz-Klagenfurt der – neben Wien – zweitgrößte Ballungsraum des Landes, der auch im internationalen Maßstab eine Größenordnung darstellt. Nun gilt es, eine gemeinsame regionalpolitische Agenda umzusetzen, um den Wirtschaftsraum zu einem Vorzeigestandort in Europa zu machen. Diese Agenda beginnt beim Arbeitsmarkt – Stichwort Skills – und führt über den weiteren Infrastrukturausbau sowie den F&E- und Innovationsbereich bis hin zu einer gemeinsamen Vermarktung mit der neuen Dachmarke AREA SÜD.“
„Nun gilt es, eine gemeinsame regionalpolitische Agenda umzusetzen, um den Wirtschaftsraum zu einem Vorzeigestandort in Europa zu machen.“
Gemeinsamer Auftritt
Für die Zukunft wünschen sich 67 Prozent der befragten Unternehmen einen rascheren Ausbau der Infrastruktur (Top 3-Themen in diesem Bereich: Breitbandausbau, Photovoltaik und Pumpspeicherkraftwerke), 57 Prozent plädieren für eine Vereinheitlichung von Landesgesetzen und 51 Prozent für einen gemeinsamen Markenauftritt in Form der AREA SÜD. Mit dieser Dachmarke soll nicht nur Standortmarketing betrieben werden, sondern auch ein strategischer und operativer Austausch auf Politik-, Verwaltungs- und Wirtschaftsebene institutionalisiert werden. Ziel ist es, eine bundesländerübergreifende Kooperation mit definierten Themenbereichen und einem gemeinsamen Forderungspaket zu bilden.
Die wichtigsten Punkte auf der Agenda der AREA SÜD
Infrastrukturmaßnahmen:
- Ausbau der wichtigsten Schienenbereiche entlang der Koralmbahn: Abschnitt Graz – Bruck & Gütertrasse Klagenfurt- Villach
- Ausbau der zentralen Bahnstrecken abseits der Koralmbahn:
- InterRegio-Verbindung Klagenfurt – Bruck/Mur
- Ausbau der Neben- und Zubringerverbindungen zur Koralmbahn: ÖV-Ausbau im Bereich Oberkärnten & Ausbau der Schienenbahnen in der Süd-/Oststeiermark
- Ausbau bundeslandübergreifender Straßeninfrastruktur: Sicherheitsausbau S36/37
- Anbindung Flughafen Graz an Koralmbahn & Erhalt bzw. Revitalisierung der Güterverladestation Kühnsdorf
Attraktivierung des Wirtschafts- und Lebensstandorts:
- Deregulierungsoffensive auf Länderebene
- Energiepreise & Energieinfrastruktur am Puls der Zeit: Netztarife senken & Ausbau Energienetze
- Ausbau des schulischen Angebots im Bereich HTL & Kooperation im Hochschulbereich
- Vereinbarkeit Familie & Beruf: flächendeckendes Betreuungsangebot in Stadt/Land
- Gemeinsame Vermarktung des touristischen Angebots der AREA SÜD