Jürgen Mandl, Präsident der Wirtschaftskammer Kärnten
© Helge Bauer
Prognosen zufolge steht in den nächsten Jahren aufgrund der demografischen Entwicklung eine Welle an Betriebsübergaben an. Bis 2034 sollen in Österreich rund 52.500 kleine und mittlere Unternehmen eine Nachfolge suchen. In Kärnten wurden 2024 mehr als 500 Betriebe übergeben. Um einen Betrieb erfolgreich zu übergeben, braucht es jedoch gute Planung. „Viele Punkte müssen beachtet werden, damit der Wechsel friktionslos erfolgen kann. Daher unterstützt die Wirtschaftskammer die Unternehmer:innen mit einem umfassenden Serviceangebot“, erklärt Lucija Wakounig, Leiterin des Gründerservice der Wirtschaftskammer Kärnten.
Erhalt von Betrieben für die regionale Wertschöpfung
Die Ausgangslage ist bei jeder Betriebsübergabe eine andere. „Klar ist, jeder erhaltene Betrieb ist ein Gewinn für die Gesellschaft und den Standort Kärnten,“ erklärt Jürgen Mandl, Präsident der Wirtschaftskammer Kärnten. Der Betrieb und die Arbeitsplätze bleiben erhalten, die Wertschöpfung bleibt vor Ort und das Unternehmen kann weiterwachsen. „Aber auch für den ländlichen Raum ist es wesentlich, dass die Unternehmensnachfolgen gesichert bleiben. Gerade dort lebt die Bevölkerung von der Infrastruktur, die ein Unternehmen bietet. Familienunternehmen, die über Generationen geführt werden, sind am Land oft stark verwurzelt und stärken den Standort,“ betont Mandl die Bedeutung des Erhalts regionaler Betriebe.
Vorteile Betriebsübernahme
Mit der Nachfolge wird ein bestehender Betrieb übernommen, gerade bei erstmaliger Selbstständigkeit, ist ein:e Betriebsübernehmer:in aber auch Gründer:in. Die Übernahme eines zukunftsfitten Betriebes kann somit manche Vorteile für Unternehmer:innen mitbringen. Neben einem bestehenden Kundenstamm, aufgebauter Infrastruktur sowie vorhandener Lieferant:innen und Partner:innen, wird ein bestehendes Team übernommen. Außerdem ist die Betriebsübernahme oft eine Chance, vom Start weg erfolgreich zu sein. „Unser Ziel ist es, Hürden abzubauen, Orientierung zu geben und Gründer:innen die Werkzeuge an die Hand zu geben, die sie für einen erfolgreichen Start brauchen – von individueller Beratung bis zu digitalen Tools“, fügt Wakounig hinzu.
Jürgen Mandl, Präsident der Wirtschaftskammer Kärnten
© Helge Bauer
Familienbetriebe unter Druck
Die größte Hürde liegt aktuell darin, geeignete Unternehmer:innen zu finden, die einen Betrieb übernehmen möchten. „Der Fortbestand von Familienunternehmen ist unter Druck. In Zukunft werden Übernahmen durch Familienmitglieder abnehmen. Übernahmen durch familienexterne Nachfolger:innen werden zunehmen. Diese müssen auch gefördert werden, damit wir Wertschöpfung, Arbeitsplätze, Ausbildungsplätze für Lehrlinge und Wissen am Standort halten können,“ erklärt Jürgen Mandl. Die meisten Betriebe werden in den Branchen Gewerbe und Handwerk, Tourismus und Freizeitwirtschaft sowie im Handel übergeben.
Von Expert:innen kompetent begleitet
Mit umfassenden Serviceangeboten unterstützt das Gründerservice der Wirtschaftskammer Kärnten Unternehmen bei allen Schritten der Übergabe und Übernahme. Als zentraler Baustein für Unternehmer:innen gilt die Nachfolgeberatung. Die Experts Group Übergabe Consultants der Wirtschaftskammer steht für professionelle Beratung und Begleitung zur Seite und hilft Unternehmer:innen mit dem Fokus auf Qualität passende Berater:innen für ihre jeweiligen Bedürfnisse zu finden. Sie unterstützt Übergebende von der Planung bis zur finalen Übergabe und sorgt in herausfordernden Situationen durch mediative Begleitung für einen strukturierten und fairen Übergabeprozess. Besonders essenziell sind die rechtliche sowie die steuerliche Beratung. Um Konflikten vorzubeugen und klare Verhältnisse zu schaffen, müssen viele Punkte geregelt und sollten bestenfalls in einem Übergabevertrag festgehalten werden. Aufgrund des breiten Spektrums an Themengebieten, die es bei einer Übergabe zu beachten gilt, beraten die Expert:innen in den Bereichen Arbeitsrecht bis Versicherungsrecht, Förderungen und Betriebsanlagengenehmigung.
„Familienunternehmen, die über Generationen geführt werden, sind am Land oft stark verwurzelt und stärken den Standort.“
Forum-Betriebsnachfolge
Etwa fünf Jahre sollten Unternehmer:innen für eine Betriebsübergabe einplanen, zwei Jahre davon sind für die konkrete Umsetzung notwendig. Für die Suche eines externen Übernehmers veranstaltet die Wirtschaftskammer Klagenfurt am 7. Mai 2026 wieder das Forum-Betriebsnachfolge. Bei der Veranstaltung im Speed-Dating-Format treffen Betriebsübergeber:innen und potenzielle Übernehmer:innen aufeinander. Durch eine strukturierte und moderierte Gesprächsführung soll der Austausch möglichst erfolgreich werden. Interessierte melden sich im Vorfeld an und werden im Hintergrund gegenübergestellt. Übernehmer:innen und Übergeber:innen werden noch im Voraus über ihr Match informiert, welches sie am Tag der Veranstaltung persönlich kennenlernen können. Weitere Informationen zur Platform finden Sie auf www.betriebs-nachfolge.at.
Weitere Services zur Nachfolgesuche
Für noch mehr Unterstützung auf der Suche nach dem passenden Betrieb oder der passenden Nachfolge gibt es die WKO-Nachfolgebörse. Dort werden sowohl potenzielle Übernehmer:innen als auch Betriebe zur Übernahme gesucht. Außerdem besteht die Möglichkeit kostenlose Inserate in der „Kärntner Wirtschaft“ und auf den unterschiedlichen Social-Media-Kanälen der Wirtschaftskammer zu schalten. Auf der Webseite der Wirtschaftskammer finden Sie detaillierte Informationen und Links zu den Services sowie eine Checkliste für die Übergabe, um herauszufinden, wo Sie in Ihrem persönlichen Prozess der Betriebsübergabe stehen.
SAVE THE DATE
Forum-Betriebsnachfolge
07. Mai 2026
Ort: Wirtschaftskammer Klagenfurt
Anmeldeslots
Übergeber: 23. 02. – 23. 03. 2026
Übernehmer: 25. 03. – 30. 04. 2026
www.betriebs-nachfolge.at