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Wirtschaft
11.11.2025

JOANNEUM RESEARCH: Wo For­schung Zukunft schafft

370 Erfinder:innen ent­wickeln bei JOANNEUM RESEARCH Techno­logien mit Fokus auf wirt­schaft­lichem Nutzen – mit 50 aktiven Patent­fami­lien als Zeichen ihrer Inno­vations­kraft.

Durch Patente werden Nutzungs- und Verwertungsrechte für einen Zeitraum von 20 Jahren gesichert – sie schaffen damit langfristige Planungssicherheit. Die innovative Stärke der JOANNEUM RESEARCH zeigt sich dabei nicht nur in der Zahl der Schutzrechte, sondern auch in ihrer Vielfalt und der Breite der Einsatzfelder.

Wegweisende Innovationen

Zu den maßgeblichsten Entwicklungen zählt die Open-Flow-Mikroperfusion (OFM) – eine Technologie, mittels derer Wirkstoffe direkt im lebenden Gewebe gemessen werden können. Zur Anwendung kommt sie vor allem in der personalisierten Medizin und bei klinischen Studien und bei der Bewertung von Medikamenten. Die zentralen Komponenten der Technologie sind gleich durch drei Patentfamilien gesichert. Der Vorteil für Patient:innen: Therapien können durch OFM gezielter angepasst werden.

An der Spitze der Entwicklung steht die JOANNEUM RESEARCH auch mit einer zum Patent angemeldeten Erfindung für Quantencomputing im Rahmen des Projekts OptoQuant. In Zusammenarbeit mit der Universität Innsbruck und der Infineon haben die Forschenden einzelne Ionen in elektromagnetischen Fallen eingefangen und mit Laserlicht gezielt manipuliert, um ihre Quantenzustände zu steuern. Dabei wurden optische Wellenleiter direkt in die Ionenfallen integriert – etwa durch Femtosekunden-Laserbearbeitung von Quarzglas –, sodass die Laserstrahlen präziser und stabiler eingekoppelt werden können. Durch die Verbindung von Mikrooptik und Quantentechnologie soll die Zahl verschränkter Qubits deutlich steigen – und damit ein weiterer Schritt zu skalierbaren Quantenprozessoren gelingen.

„Ob Medizintechnik, Materialwissenschaften, Sensorik oder Kommunikationstechnologie – die Erfindungen der JOANNEUM RESEARCH zeigen, wie außeruniversitäre Forschung eine Brücke zwischen Wissenschaft und Wirtschaft schlägt.“

Heinz Mayer, Geschäftsführer JOANNEUM RESEARCH

Technologien, die Ressourcen schonen

Ein weiterer Forschungsschwerpunkt der JOANNEUM RESEARCH ist die Entwicklung umweltfreundlicher Materialien. So wurde mit dem Patent zur Erfindung SUPRESIL ein Verfahren zur Verlängerung der Topfzeit von Silikonen entwickelt, was bei Anwendungen in der Bau-, Elektronik- oder Medizintechnik von Nutzen ist. Noch stärker auf Nachhaltigkeit setzt das Patent für biobasierte Prägelacke, die ohne fossile Rohstoffe auskommen und in der Verpackungs- sowie Druckindustrie eingesetzt werden. Beide Entwicklungen machen deutlich, wie technologische Innovation und Ressourcenschonung Hand in Hand gehen können.

Kommunikation neu gedacht

Im Kooperation mit der TU Graz hat ein Team aus dem Forschungsbereich Weltraum ein Verfahren zur bandbreiteneffizienten optischen Datenübertragung entwickelt. Technologien wie diese sind vor allem für die Kommunikation über Satelliten oder in entlegenen Gebieten von Bedeutung. Ein besonders zukunftsträchtiges Anwendungsfeld ist die Satellite-to-Satellite-Kommunikation, wo Energieeffizienz entscheidend ist. Auch das Zusammenspiel von Licht und Sensorik wird in Zeiten automatisierter Systeme und smarter Anwendungen immer wichtiger. Die Forschenden der JOANNEUM RESEARCH haben dazu eine raffinierte Lösung generiert: Eine am Standort Pinkafeld entwickelte Erfindung beschreibt ein Verfahren, bei dem LEDs nicht nur als Lichtquelle genutzt werden – sondern auch als photosensitives Element, das Fahrzeuge über minimale Veränderungen im reflektierten Licht des sichtbaren Spektrums erkennt und klassifiziert.

Erfolgreichste Erfindung der Joanneum Research ist das akustische Tunnelmonitoring AKUT®, welches als Frühwarnsystem in zahlreichen Tunnels eingesetzt wird – auch über Österreichs Grenzen hinaus. Mit Hilfe von künstlicher Intelligenz und intelligenten Mikrofonen detektiert das System kritische Ereignisse in weniger als einer Sekunde.

Weitreichender Patent­schutz

Durch die Patente sind die Erfindungen der JOANNEUM RESEARCH in Europa, Nordamerika sowie Asien geschützt. Wichtigste Zielregion ist Europa – vor allem der deutschsprachige Raum, Frankreich, Großbritannien, Skandinavien und die Benelux-Staaten. Ergänzend wird im Bedarfsfall Patentschutz in den USA, Japan, Südkorea und zunehmend auch in Indien angestrebt. Der europäische Schutz erfolgt in Zukunft verstärkt über das neue Einheitspatent, das einen einfacheren und kostengünstigeren Erfindungsschutz bietet.

„Ob Medizintechnik, Materialwissenschaften, Sensorik oder Kommunikationstechnologie – die Erfindungen der JOANNEUM RESEARCH zeigen, wie außeruniversitäre Forschung eine Brücke zwischen Wissenschaft und Wirtschaft schlägt“, so Geschäftsführer Heinz Mayer. „In enger Zusammenarbeit mit Wirtschaftspartnern entstehen Innovationen mit messbarem gesellschaftlichem und wirtschaftlichem Nutzen. Die hohe Patentdichte, die Internationalität der Schutzrechte und die thematische Breite der Erfindungen unterstreichen die Rolle der JOANNEUM RESEARCH als wichtiger Impulsgeber im österreichischen Innovationssystem.“

WISSENSWERT

Die JOANNEUM RESEARCH ist Innovations- und Technologieanbieter im Bereich der angewandten Forschung. Als Forschungsgesellschaft der Länder und Regionen prägt sie mit unseren Forschungskompetenzen die Entwicklung unserer modernen Gesellschaft und Wirtschaft nachhaltig und menschenzentriert. Das multidisziplinäre Team in flexiblen, innovationsfreundlichen Strukturen lebt wir höchste gesellschaftliche und wissenschaftliche Ansprüche.

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