"Kärnten präsentiert sich heute als europäischer Lebens-, Forschungs- und Innovationsstandort, der wirtschaftliche Dynamik und gesellschaftliche Verantwortung verbindet."
Kärnten als Bühne für Europas Innovationen
Die Fachkonferenz „Carinthia innovates“ im Lakeside Science & Technology Park Klagenfurt war erneut Bühne für aktuelle Zukunftsthemen – von Hightech-Entwicklungen in der Halbleiterindustrie über nachhaltige Technologien bis hin zu innovativen Standortentwicklung. Unter dem Motto „Conversation sparks Cooperation, Cooperation drives Co-Creation“ präsentierte sich Kärnten als Region, die auf Kooperation setzt. Die Konferenz, organisiert von der BABEG Kärntner Betriebsansiedlungs- und Beteiligungsgesellschaft und unterstützt von zahlreichen Kooperationspartner:innen, vernetzte erneut über 250 nationale und internationale Gäste aus Wirtschaft und Wissenschaft, regionale und internationale Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Institutionen und zeigt: Kärnten hat sich als europäischer Innovationsstandort etabliert.
Innovation als Grundlage
Zum offiziellen Auftakt betonte LH-Stellvertreterin Gaby Schaunig, dass eine erfolgreiche Zukunftsgestaltung ohne forschungsgetriebene Entwicklung nicht denkbar sei. „Forschung, technologische Entwicklung und Nachhaltigkeit müssen zusammenspielen, wenn wir unseren Wohlstand und unsere Lebensqualität auch in Zukunft sichern wollen. Innovation ist kein Selbstzweck, sondern die Grundlage für sozialen Fortschritt, gute Arbeit und faire Chancen. Als Land Kärnten unterstützen wir diese Transformation mit konkreten Maßnahmen in Forschung und Entwicklung und vor allem durch Zusammenarbeit. Kooperation und Innovation sind die großen Stärken Kärntens. Dass heute so viele Entscheider:innen aus Wirtschaft und Wissenschaft hier sind, zeigt, wie stark das Interesse ist, gemeinsam Innovationskraft aufzubauen und Partnerschaften zu vertiefen. Kärnten präsentiert sich heute als europäischer Lebens-, Forschungs- und Innovationsstandort, der wirtschaftliche Dynamik und gesellschaftliche Verantwortung verbindet. Es ist entscheidend, dass unsere Hochschulen, Forschungszentren und Technologieunternehmen auch auf europäischer Ebene als verlässliche Partner:innen wahrgenommen werden. Veranstaltungen wie Carinthia innovates tragen wesentlich dazu bei: Sie machen sichtbar, wie eng Forschung, Wirtschaft und Gesellschaft in Kärnten zusammenarbeiten – und dass wir damit Zukunft gestalten, die allen zugutekommt.“
Auch LH-Stv. Martin Gruber unterstrich Kärntens Position als attraktiven Innovationsstandort für Technologieunternehmen: „Kärnten wird zunehmend als Hotspot für hoch innovative und technologieorientierte Unternehmen wahrgenommen. Wir setzen daher ganz bewusst auf Technologieoffenheit und starke Partnerschaften, um damit auch die Wettbwerbsfähigkeit des Standortes langfristig zu sichern. Unser klares Ziel ist mit einer modernen Infrastruktur, schnellen Behördenwegen und einem zielgerichteten Förderangebot bestmögliche Rahmenbedingungen am Wirtschaftsstandort zu schaffen, in denen Innovationen gedeihen können.“ Zudem betonte er die Bedeutung des heutigen Formats für internationale Unternehmen und Kärntner Partner:innen: „Innovation braucht einen Ort wie diesen, an dem sich Menschen aus Wirtschaft und Forschung auf Augenhöhe begegnen. Denn die Kombination aus hoch technologischer Expertise und innovativen Unternehmergeist sind der Erfolgsschlüssel für Kärnten als international erfolgreichen Wirtschaftsstandort. Durch diesen engen Schulterschluss schaffen wir es uns im internationalen Wettbewerb langfristig als verlässlicher und innovativer Wirtschaftsstandort zu positionieren.“
„Mit Carinthia innovates schaffen wir nicht nur Sichtbarkeit – wir bringen die richtigen Akteur:innen zusammen, initiieren Kooperationen und stärken das Vertrauen in den Standort Kärnten."
Vorhandene Potenziale sichtbar machen
BABEG-Geschäftsführer Markus Hornböck hob hervor, dass es nicht nur um die Präsentation von Stärken geht, sondern um aktives Standortmanagement und konkretes Matchmaking: „Mit Carinthia innovates schaffen wir nicht nur Sichtbarkeit – wir bringen die richtigen Akteur:innen zusammen, initiieren Kooperationen und stärken das Vertrauen in den Standort Kärnten. Wir denken wirtschaftliche Entwicklung und Forschung zusammen und sehen es als unsere Aufgabe, die vorhandenen Potenziale sichtbar, vernetzbar und nutzbar zu machen."
Hochkarätiges Programm mit TOP-Speaker:innen
Ein erstes Highlight war die gemeinsame Keynote von Infineon Technologies Austria und KELAG: Thomas Reisinger, COO von Infineon, und Martin Glatz, Leiter Innovation & Digitalisierung bei KELAG, präsentierten, wie neue GaN-Technologien der Halbleiterindustrie die Energiewende beschleunigen können – ein Thema, bei dem Kärnten sowohl technologisch als auch strukturell eine Vorreiterrolle einnimmt.
Im Programmpunkt „Invest in Carinthia“ stellte Thereza Christina Grollitsch von der BABEG die strategischen Vorteile des Standorts Kärnten vor – von stabiler Infrastruktur über exzellente Forschungslandschaft bis hin zur aktiven Unterstützung bei Betriebsansiedlungen. Am Beispiel der angesiedelten Firma PackWall AT wurde deutlich, wie das maßgenschneiderte Service und das starke Netzwerk internationale Unternehmen nach Kärnten bringen und langfristig halten. Das Unternehmen produziert nachhaltige Bau- und Verpackungsmaterialien aus recyceltem Altpapier und steht exemplarisch für die Verbindung von Innovation, Umweltbewusstsein und industrieller Wertschöpfung am Standort Kärnten.
Meinrad Höfferer, Direktor der Wirtschaftskammer Kärnten, unterstrich die Rolle der Standortservices und des internationalen Netzwerks: „Kärnten ist nicht nur innovativ, sondern auch international gut vernetzt. Mit unserem weltweiten Netzwerk der WKO-Außenwirtschaft und unserem Gründerservice begleiten wir als Wirtschaftskammer Unternehmen vom ersten Interesse bis zur nachhaltigen Ansiedlung. Besonders gefragt sind derzeit die High-Tech-Branchen, Mikroelektronik, nachhaltiges Bauen und Kreislaufwirtschaft – hier bieten wir als Wirtschaftskammer gemeinsam mit unseren Partner:innen echte Standortvorteile, ein starkes Serviceangebot und rasche Lösungen.“
Die Session „Innovation in Carinthia“ stand ganz im Zeichen der regionalen Forschungsstärke. In Kurzpräsentationen zeigten unter anderem die Silicon Austria Labs, Joanneum Research, die Lakeside Labs, die Universität Klagenfurt, die FH Kärnten sowie das Kompetenzzentrum Holz, wie vielfältig Kärntens Innovationslandschaft aufgestellt ist. Themen wie Elektronik- und Softwarebasierte Systeme, Modulare Sensorfusion Technologie, Schwarmintelligenz & Resilienz, Robotik, Künstliche Intelligenz oder intelligente Verbundwerkstoffe aus erneuerbaren Materialien spiegeln den Anspruch wider, Forschung greifbar und wirtschaftlich nutzbar zu machen.
Best-Practice-Beispiele
Am Nachmittag kamen bei den „Voices of Impact“ jene zu Wort, die bereits erfolgreiche Innovationswege gegangen sind – teils in Partnerschaft mit Forschungseinrichtungen, teils aus eigenem Unternehmergeist heraus. Mit dabei waren CISC Semiconductor, die Infineon Start-Up Challenge, Bitmovin, AIR6 Systems, Treibacher Industrie und Steinbeis PolyVert. Ihre Erfolgsgeschichten verdeutlichten, wie Unternehmen aus Kärnten weltweit Wirkung entfalten – von der Entwicklung neuer GaN Chips und bahnbrechenden Videostreaming-Technologien über Drohnenanwendungen bis zu Hochleistungsrecycling. Einen inhaltlichen Akzent setzte das Forschungsprojekt AVIATOR, das von STILL, Joanneum Research, Fraunhofer Austria und BABEG gemeinsam getragen wird. Ziel ist es, autonome Mobilitätslösungen für Flughäfen zu realisieren – ein Beispiel für gelebte Spitzenforschung aus Kärnten mit internationalem Anspruch. Aufgrund der forschungstechnischen Relevanz von AVIATOR wurde auch das Interesse der Firma Boeing geweckt. AVIATOR ist mittlerweile Projektpartner des komplementären Forschungsprojekts von Boeing im Rahmen des deutschen Luftfahrtforschungsprogramms LuFo, das sich aktuell in der finalen Förderevaluierungsphase befindet – ein klares Indiz für das internationale Potenzial des Kärntner Projekts.
Durch das Programm führte den gesamten Tag über die renommierte Journalistin und Puls-4-Redakteurin Gundula Geiginger.
Vernetzung & exklusive Einblicke
Parallel zum Vortragsprogramm nutzten viele Teilnehmer:innen die Gelegenheit für persönliche Gespräche im Rahmen des Business-Matchmaking-Formats. In B2B-Slots konnten konkrete Kooperationsmöglichkeiten, Projektideen und gemeinsame Geschäftsmodelle ausgelotet werden. Auf geführten Touren gab es spannende Einblicke in die Kärntner Forschungsszene: unter anderem mit dabei waren der Kärntner Drohnen Hub mit der größten Drohnenflughalle Europas, der 5G Playground, Joanneum Research, Fraunhofer KI4Life sowie das Innovationszentrum rund um Holz Wood K Plus.
Das Carinthian International Center (CIC), die ABA – Work in Austria, das AMS Kärnten, das Karriereservice der Universität Klagenfurt und der FH Kärnten sowie das Carinthian Welcome Center präsentierten im Programmpunkt „Work in Carinthia“ ihre Services zur Personal- und Talentsuche.
Fokus auf Halbleiterindustrie
Beim „Explore Carinthia – Semiconductor Hub“ in Villach am Konferenztag 2 lag der Fokus auf der Halbleiterindustrie. Teilnehmer:innen erhielten exklusive Einblicke in Produktionsstätten und Forschungszentren am High Tech Campus Villach. Den inhaltlichen Rahmen bildete eine hochkarätig besetzte Paneldiskussion mit Lam Research, Mechatronik Systemtechnik und dem Austrian Chips Competence Center (ATC3). Dabei wurden nicht nur aktuelle Entwicklungen und Markttrends beleuchtet, sondern auch konkrete Kooperationschancen entlang der Wertschöpfungskette diskutiert – vom global agierenden Konzern bis zum hochspezialisierten Kärntner Zulieferbetrieb.
Die Veranstaltung Carinthia innovates 2025 zeigt: Kärnten verfügt über starke Netzwerke, strategisches Denken und eine klar definierte Zukunftsorientierung. Die hohe Dichte an Expertise, gepaart mit gelebter Kooperationskultur, macht den Standort zu einem der spannendsten Innovationsräume Europas. Forschung und Wirtschaft wachsen hier nicht nebeneinander, sondern miteinander.
Save the Date: 20. Mai 2026. Dann dreht sich bei der vierten Carinthia innovates alles um das Thema Drohnen, Quantumtechnologie und Photonics – mit spannenden Formaten, Demos und Deep Dives.