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Wirtschaft
08.07.2026

Kärnten Netz investiert in Strom­versorgung der Zukunft

Ein neues Umspann­werk in Aich erweitert die Netz­kapa­zitäten der Region Wörthersee und St. Jakob im Rosental und ver­bessert die Voraus­setzungen für die Nut­zung erneuer­barer Energien.

Das neue Umspannwerk in der Nähe der Ortschaft Aich (Gemeinde Schiefling am Wörthersee) ist Teil des sehr umfangreichen, mehrjährigen Investitionsprogrammes der Kärnten Netz. Es wird dazu beitragen, die Kund:innen in der Tourismusregion Wörthersee und St. Jakob im Rosental auch in den nächsten Jahrzehnten zuverlässig und sicher mit Strom zu versorgen – und die Einspeisekapazitäten für erneuerbare Energien deutlich zu erhöhen.

Standort mit Bedacht gewählt

Bei der Auswahl des Standorts wurde auf möglichst geringe Auswirkungen auf Anrainer:innen sowie auf das Landschaftsbild geachtet. So wird das Umspannwerk in ausreichender Entfernung zu bewohnten Objekten errichtet und aufgrund seiner Lage kaum einsehbar sein. Weil sich die Anlage direkt unter der bestehenden 110-kV-Leitung befinden wird, sind keine zusätzlichen 110-kV-Leitungsanlagen erforderlich. „Von diesem Umspannwerk verlegen wir insgesamt 32 km leistungsstarke 20-kV-Kabelsystemlängen zum bestehenden Schaltwerk Velden Süd, Umspannwerk Rosegg und der Schaltstation Mühlbach sowie zu Trafostationen in den Gemeinden Schiefling am Wörthersee und Velden“, betont Kärnten-Netz-Geschäftsführer Michael Marketz. „Teil des Projektes ist auch der Bau von drei modernen Kompakt-Trafostationen. Mit diesem Projekt schaffen wir automatische Umschaltmöglichkeiten bei Störungen, damit erhöhen wir die Versorgungssicherheit in der Region spürbar. Und nach Inbetriebnahme der neuen 20-kV-Kabelverbindungen können rund 6,5 km der bestehenden 20-kV-Freileitungen in dieser Region demontieren.“

„Mit dem Umspannwerk Aich machen wir das Stromnetz im Raum Wörthersee und Rosental fit für die kommenden Jahrzehnte, denn wir sind mitten in der Energiewende.“

Reinhard Draxler, Vorstand Kelag

Fit für die Energiewende

Insgesamt investiert die Kärnten Netz in das Umspannwerk Aich und die dazu gehörenden Ausbauten in die 20-kV-Netzinfrastruktur in der Region Wörthersee und St. Jakob im Rosental rund 11,5 Millionen Euro – davon 7,5 Millionen Euro in das Umspannwerk und 4 Millionen Euro in den Ausbau des Mittel- und Niederspannungsnetzes. Derzeit laufen die Genehmigungsverfahren. „Nach Vorliegen aller Bewilligungsbescheide möchten wir im Jahr 2027 mit den Bauarbeiten beginnen, die bis Ende 2028 andauern werden“, so Marketz.

„Der schrittweise Ausstieg aus fossiler Energie erfordert sowohl den Ausbau der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energieträgern als auch Investitionen in das Stromnetz auf allen Spannungsebenen“, betont Reinhard Draxler, Vorstand der Kelag. „Mit dem Umspannwerk Aich machen wir das Stromnetz im Raum Wörthersee und Rosental fit für die kommenden Jahrzehnte, denn wir sind mitten in der Energiewende. Unsere Kund:innen werden mehr Strom für Wärmepumpen für die Raumheizung und für E-Autos benötigen und gleichzeitig auch mehr Strom aus PV einspeisen. Genau darauf richten wir das Stromnetz aus.“

„GreenSwitch“ treibt Netzausbau voran

Die Europäische Union fördert den Bau des Umspannwerks Aich und den Ausbau des Mittelspannungsnetzes im Rahmen des Projekts „GreenSwitch“ mit rund 3,7 Millionen Euro. „Die EU unterstützt die Automatisierungstechnik in diesem Umspannwerk, die der sicheren Versorgung der Region und der zusätzlichen Integration von erneuerbarer Energie ins Stromnetz dient sowie Investitionen in das Mittelspannungsnetz“, erläutert Kärnten-Netz-Geschäftsführerin Tatschl-Unterberger. Für das Förderprojekt „GreenSwitch“ kooperieren sieben Netzbetreiber aus Slowenien und Kroatien und die Kärnten Netz aus Österreich. Ziel ist, die Energiesysteme im Zusammenhang mit der Energiezukunft weiterzuentwickeln und zu transformieren. „Über dieses Projekt fließen insgesamt 146 Millionen Euro in Projekte der sieben Netzbetreiber, rund die Hälfte dieser Summe wird gefördert. Knapp 25 Millionen Euro Förderungen gehen an Projekte der Kärnten Netz, das Umspannwerk Aich ist eines davon“, so Tatschl-Unterberger. Knapp die Hälfte der Fördermittel ist bei der Kärnten Netz bereits in konkrete Projekte geflossen.

„Mit diesem Projekt schaffen wir automatische Umschaltmöglichkeiten bei Störungen, damit erhöhen wir die Versorgungssicherheit in der Region spürbar.“

Michael Marketz, Geschäftsführer Kärnten Netz

Starkes Signal aus den Gemeinden

Für Thomas Wuksch, Bürgermeister der Marktgemeinde Schiefling am Wörthersee, ist die Errichtung des neuen Umspannwerks Aich ein wichtiger Schritt für die langfristige Versorgungssicherheit der Region. Der Raum Wörthersee und das Rosental würden wachsen und damit auch der Bedarf an einer stabilen und zukunftsfitten Strominfrastruktur. Das Projekt verbessere die Netzqualität für Haushalte und Betriebe und schaffe die notwendigen Kapazitäten für die Energiewende sowie für den weiteren Ausbau von Photovoltaik, Wärmepumpen und Elektromobilität. Die EU-Förderung unterstreiche zudem die Bedeutung des Vorhabens für den gesamten Standort.

Auch für die Marktgemeinde Velden am Wörthersee hat das neue Umspannwerk Aich Bürgermeisterin Margit Heissenberger zufolge große Bedeutung. Eine sichere und leistungsfähige Stromversorgung sei eine wesentliche Voraussetzung für Lebensqualität, Wirtschaft, Mobilität und die Energiewende in der Region. Mit dem Ausbau der Netzinfrastruktur würden die Voraussetzungen für eine langfristig verlässliche Stromversorgung sowie für die verstärkte Einspeisung erneuerbarer Energien geschaffen.

Guntram Perdacher, Bürgermeister der Marktgemeinde St. Jakob im Rosental, sieht in einer sicheren und leistungsfähigen Stromversorgung eine wesentliche Grundlage für die Entwicklung der Gemeinden. Das geplante Umspannwerk stärke die Versorgungssicherheit, schaffe die Voraussetzungen für die Energiewende und verbessere die Rahmenbedingungen für Haushalte, Betriebe sowie die wirtschaftliche Entwicklung der Region. Das Projekt sei daher eine wichtige Investition in die Zukunft des Rosentals.

WISSENSWERT

Die Kärnten Netz setzt derzeit ihr größtes Investitionsprogramm um und investiert jährlich mehr als 150 Millionen Euro in die Verstärkung und Erneuerung der Netzinfrastruktur. Neben zahlreichen kleineren Maßnahmen umfasst das Programm auch eine Reihe bedeutender Großprojekte.

In den vergangenen Jahren wurden bereits die Umspannwerke Klagenfurt/Kirchengasse, Ferlach und Treibach erneuert. Darüber hinaus erfolgten die Erweiterung des Umspannwerkes Wolfsberg sowie der Neubau des Umspannwerkes Rangersdorf im Mölltal.

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