Leben

Kärnten setzt auf bäuerliche Fischzucht

LR Gruber: Neue Förderschiene soll Einstieg in Fischproduktion ermöglichen und Import reduzieren - Nachfrage nach heimischem Fisch kann derzeit nicht gedeckt werden – Sektor bietet neue Erwerbsmöglichkeiten für Kärntner Landwirte.

Klagenfurt (LPD). Die Nachfrage nach heimischem Fisch steigt, nicht nur weil es ein gesundes, sondern auch weil es ein regionales Lebensmittel ist. Der Pro-Kopf-Verbrauch liegt in Österreich derzeit bei rund acht Kilogramm pro Jahr. In Kärnten hat sich die Fischproduktion in den letzten 20 Jahren verdoppelt, trotzdem kann die Nachfrage nach Fisch aus heimischen Gewässern noch nicht gedeckt werden. „Speziell bei der bäuerlichen Fischproduktion gibt es noch großes Entwicklungspotenzial. Wir möchten daher mehr landwirtschaftlichen Betrieben den Einstieg in die Fischzucht und so eine zusätzliche Einkommensquelle ermöglichen“, informiert Agrarreferent Landesrat Martin Gruber heute, Donnerstag. Mithilfe einer neuen Förderschiene soll bei Erstinvestitionen finanziell unterstützt werden.

Die Mittel stammen aus dem Agrarreferat von Landesrat Gruber, die Abwicklung der Aktion übernimmt die Landwirtschaftskammer Kärnten (LK). „Die Produktion und vor allem die Direktvermarktung von Fisch bieten eine große Chance in einer attraktiven Nische für die bäuerlichen Betriebe. Der Trend zu vermehrtem Konsum von Fisch begünstigt diese Entwicklung nachhaltig. Wir als LK Kärnten begrüßen diese Initiative von LR Gruber, sind gerne Partner in der Abwicklung dieser Förderung und hoffen auf rege Nachfrage seitens der Betriebe“, unterstreicht Astrid Brunner, Vizepräsidentin der Landwirtschaftskammer Kärnten.

Derzeit gibt es in Kärnten nur rund 40 Betriebe, die im Verein der Kärntner Fischzüchter aktiv sind. Nur 20 davon produzieren auch in einer Menge, die ein bäuerliches Nebeneinkommen ermöglicht. Die am häufigsten gezüchteten Fischarten in Kärnten sind dabei Saibling, Seeforelle und Lachsforelle. Die neue Förderaktion soll nun dazu beitragen, im Rahmen der landwirtschaftlichen Produktion, den Selbstversorgungsgrad mit heimischen Fischen zu steigern und somit auch die Importabhängigkeit an Fischprodukten zu reduzieren.

Gefördert würden alle Kosten, die im Zusammenhang mit dem Neubau von Fischteichanlagen anfallen, von Grabungsarbeiten bis hin zu Wasserzuleitungen und Einzäunungen. „Wir wollen damit die ersten Investitionshürden erleichtern“, betont Gruber. Pro Betrieb sei eine Unterstützung von bis zu 6.000 Euro bzw. 30 Prozent der Kosten möglich. Die geförderte Anlage müsse allerdings mindestens fünf Jahre lang selbst bewirtschaftet werden. „Der Sektor hat Zukunftschancen und Kärnten mit seinem sauberen Wasser alle Voraussetzungen, um in der Fischzucht erfolgreich zu sein“, ist sich Landesrat Gruber sicher. In einer Erstdotierung hat er ein Budget von 50.000 Euro dafür aufgestellt. Anträge können ab sofort gestellt werden.

Foto: Büro LR Gruber
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