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Bildung
18.08.2026

Kärntens beste Nachwuchszimmerer

Drei Kärntner Lehrlinge werden beim Bundeslehrlingswettbewerb der Zimmerer auf der Internationalen Holzmesse ihr Können unter Beweis stellen.

Tobias Napetschnig von Reiter – Lavanttaler Holzbau GmbH, Fabian Krammer-Plattner von der Franz Roth GmbH und Joel Feldner von Holzbau Bretis freuen sich schon darauf, neuerlich komplexe Aufgaben zu erfüllen. Sie waren bereits einmal erfolgreich und belegten beim Landeslehrlingswettbewerb in der Fachberufsschule Spittal die Plätze eins bis drei. Damit qualifizierten sie sich für den Bundeslehrlingswettbewerb, der im Rahmen der Internationalen Holzmesse in Klagenfurt von 2. bis 5. September durchgeführt wird. Insgesamt hatten sich 25 Lehrlinge aus ganz Kärnten der fachlichen Herausforderung gestellt, ein komplexes Dachstuhlmodell mit unterschiedlichen Neigungen zu fertigen. „Die jungen Leute mussten in relativ kurzer Zeit das Modell eines Walmdachs zu Papier bringen und ausarbeiten“, schildert Simon Tödtmann von der Fachberufsschule die Herausforderung. Alle Arbeitsschritte mussten perfekt aufeinander abgestimmt sein. Bereits kleinste Abweichungen konnten das Gesamtergebnis beeinflussen.

„Der Landeslehrlingswettbewerb der Zimmerer beweist eindrucksvoll, dass Kärntens Zimmerer-Nachwuchs bestens für die berufliche Zukunft gerüstet ist.“

Fritz Klaura, Landesinnungsmeister der Zimmerer

Hohes Niveau

Bewertet wurden sowohl die Übersichtlichkeit und Genauigkeit der Planung als auch die Maßhaltigkeit, die Ausführung und der Gesamteindruck des fertigen Werkstücks. Die Jury, bestehend aus erfahrenen Kärntner Holzbaumeistern, zeigte sich vom hohen Niveau der Arbeiten beeindruckt. „Der Landeslehrlingswettbewerb der Zimmerer beweist immer wieder eindrucksvoll, dass traditionelles Handwerk und moderne Anforderungen im Holzbau perfekt zusammenspielen und dass Kärntens Zimmerer-Nachwuchs bestens für die berufliche Zukunft gerüstet ist“, sagt Landesinnungsmeister Fritz Klaura. „Die gezeigten Leistungen sind das Ergebnis einer hochwertigen Ausbildung in den Betrieben und Berufsschulen. Was hier gezeigt wurde, ist echtes Handwerk“, so Klaura weiter.

Handwerkliches Können live

Auf der Internationalen Holzmesse zeigen die Lehrlinge aus ganz Österreich an vier Wettkampftagen Fertigkeiten in Konstruktion, Materialkunde, Präzision und Sicherheit, um ein Meisterstück zu schaffen. Dabei kann das Publikum die jungen Talente live erleben, den Wettbewerb verfolgen und sich über moderne Holzbautechniken informieren. Bewertet werden die Werkstücke von einer erfahrenen Fachjury.

Tobias Napetschnig (Platz 1), Fabian Krammer-Plattner (Platz 2), Joel Feldner (Platz 3).

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Beruf mit Zukunft

Zimmerleute haben gute Jobchancen. Die Nachfrage nach diesen Fachkräften ist nicht zuletzt aufgrund des Trends zu ökologischem Bauen steigend.

In der dreijährigen dualen Ausbildung wird Fachwissen mit handwerklichem Geschick kombiniert. Zimmerleute sind im Holzbau-Meistergewerbe, Baugewerbe sowie in der Bauindustrie beschäftigt. Sie fertigen Holzkonstruktionen und Holzbauten; sie stellen Dachstühle, Fußböden, Decken, Wandverkleidungen, Balkonen oder Terrassen her. Darüber hinaus produzieren sie Bauteile für Fertigteilhäuser und Maßnahmen zur Wärme- und Schalldämmung mit synthetischen oder Naturdämmstoffen sowie Holzschutzarbeiten im Bereich des konstruktiven Holzschutzes. Für die Arbeit in der Zimmerei ist räumliches Vorstellungsvermögen von Vorteil, da unter anderem nach Werkzeichnungen gearbeitet wird. Bei Montagearbeiten auf dem Dach und auf Gerüsten sind die Zimmerer gesichert, sollten aber dennoch ein gutes Gleichgewichtsgefühl haben. Weiters zählen Materialbedarfsberechnungen zu dem Aufgabengebiet.

Zimmereitechnik

Die Zimmereitechnik ist ein vierjähriger Lehrberuf, in dem zusätzlich zu den Ausbildungsinhalten des Lehrberufs Zimmerei planerische, technische und kalkulatorische Kenntnisse vermittelt werden. Dazu zählen Tätigkeiten wie Arbeiten an der Abbundmaschine (Zuschnitt), Projektplanung und Auftragsabwicklung, Erstellen von Konstruktionszeichnungen sowie von Abbund-, Fertigung- und Montageplänen mit EDV-Programmen.

Lehre mit Matura

Beide Lehren sind auch mit Matura möglich. Als Expert:innen für Bauen mit Holz profitieren Zimmerleute und Zimmereitechniker:innen vom Umdenkprozess in Richtung nachhaltiges und ökologisches Bauen. Daher können gute Kenntnisse in den Bereichen Bauökologie und Design die Beschäftigungsaussichten verbessern. Beschäftigungsmöglichkeiten gibt es im Holzbau-Meistergewerbe, Baugewerbe sowie in der Bauindustrie.

Bei Burschen beliebt

Der Zimmererberuf ist bei Burschen sehr beliebt, Mädchen entscheiden sich nur sehr selten dafür. Die Ausbildung liegt bei den männlichen Lehrlingen an zehnter Stelle der Lehrberufe, derzeit stehen österreichweit rund 1.700 junge Menschen in Ausbildung, 36 davon Mädchen. Die Theorie zur praktischen Ausbildung in einem der Lehrbetriebe wird in Kärnten an der Berufsschule Spittal/Drau vermittelt.

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