„Eine Nachfragesteigerung um nur 1 Prozent an mehr Kärntner Lebensmitteln bewirkt eine zusätzliche Wertschöpfung von rund 3,8 Mio. Euro in der Landwirtschaft und 8 Mio. Euro für die Gesamtwirtschaft Kärntens.“
Kärntner Lebensmittel im Fokus
Am 16. Oktober ist Welternährungs- und Weltbrottag – ein Datum, an dem Kärnten zusätzlich den Tag der Kärntner Lebensmittel feiert. Unter dem Motto „Kärnten is(s)t anders – Kärnten isst gesund & frisch & regional“ stehen heimische Produkte, ihre Erzeuger:innen und die Bedeutung bewusster Ernährung im Mittelpunkt. Slow Food Kärnten, die Landwirtschaftskammer, das Genussland und die Wirtschaftskammer Kärnten laden dazu ein, den Blick auf das zu lenken, was im Land wächst, produziert und verarbeitet wird. Regionale Lebensmittel stehen für Qualität, kurze Transportwege und faire Preise – sie sichern Arbeitsplätze, fördern Nachhaltigkeit und erhalten die Kulturlandschaft.
Vorteile für Klima und Region
Auch in Sachen Klimaschutz ist der Konsum regionaler Lebensmittel von großer Wichtigkeit. Lokale Produkte zeichnen sich durch kurze Transportwege und eine bessere CO₂-Bilanz aus. Zudem helfen sie dabei, die kleinstrukturierte Landwirtschaft in Kärnten zu erhalten, Kreislaufwirtschaften zu fördern und selten gewordene Sorten von Getreide, Obst und Gemüse wieder zu kultivieren.
Wie wichtig die Wertschätzung und der Einkauf von Lebensmitteln aus Kärnten ist, zeigt eine Umfrage des IHS im Auftrag der Landwirtskammer Kärnten: „Eine Nachfragesteigerung um nur 1 Prozent an mehr Kärntner Lebensmitteln bewirkt eine zusätzliche Wertschöpfung von rund 3,8 Mio. Euro in der Landwirtschaft und 8 Mio. Euro für die Gesamtwirtschaft Kärntens. Zusätzlich könnten damit ca. 300 zusätzliche Vollzeitarbeitsplätze geschaffen werden“, so Astrid Brunner, Vizepräsidentin der Landwirtschaftskammer Kärnten.
Ziele des Aktionstags
- Sicherung von Arbeitsplätzen in Landwirtschaft, Handwerk und Gastronomie
- Nachhaltigkeit und Tierwohl durch regionale Produktion
- Stärkung der bäuerlichen Familienbetriebe und ihrer Vermarktungschancen
- Sensibilisierung der Konsument:innen für Umwelt- und Qualitätsstandards
- Kooperation zwischen Landwirtschaft, Gastronomie und Gemeinschaftsverpflegung
Dass die Nachfrage nach Kärntner Lebensmitteln durchaus vorhanden ist, bestätigt auch das Genussland Kärnten. „Immer mehr Menschen wollen wissen, woher ihre Lebensmittel kommen und setzen bewusst auf regionale Qualität. Wer Kärntner Lebensmittel sucht, findet sie ganz einfach in unserem Online-Genuss-Wegweiser. Hier findet man zahlreiche Bauernhöfe und Manufakturen mit Ab-Hof-Verkauf sowie unsere Handelspartner mit einem Klick. So wird der Einkauf regionaler Lebensmittel transparent, bequem und nachhaltig“, erklärt Petra Pobaschnig, Obfrau Genussland Kärnten.
„Immer mehr Menschen wollen wissen, woher ihre Lebensmittel kommen und setzen bewusst auf regionale Qualität.“
Um auch bei Schüler:innen ein stärkeres Bewusstsein für regionale Lebensmittelproduktion zu schaffen, wurde vor mehr als zehn jahren die Aktion „Bäuerinnen und Bauern machen Schule“ der Landwirtschaftskammer Kärnten ins Leben gerufen. Rund um den 16. Oktober werden dabei nahezu flächendeckend alle ersten und zweiten Volksschulklassen im Land besucht. Bäuerinnen und Bauern gestalten aktiv eine Schulstunde zum Thema Landwirtschaft und das Leben am Bauernhof. Im Mittelpunkt steht die Bedeutung einer regionalen, bäuerlichen Landwirtschaft für eine gesunde Ernährung, Klimaschutz und Artenvielfalt.
Konsument:innen als Co-Produzent:innen
Aktuell läuft im Rahmen der Genusswochen eine Umfrage von Genussland Kärnten zum regionalen Lieblingsprodukt der Kärntner:innen. Aktuell steht die Kärntner Kasnudel unangefochten auf Platz eins, gefolgt von der klassischen Kärntner Jause und hochwertigen Milchprodukten aus Kärnten. Noch bis Ende Oktober kann unter https://www.genusslandkaernten.at/aktuelles/detail/mein-lieblingsprodukt abgestimmt werden.
Slow Food Kärnten versteht sich als Brückenbauer zwischen Erzeuger:innen, Verarbeiter:innen und Konsument:innen. „Mit jedem Griff ins Regal wird der Konsument zum Co-Produzenten, weil sie mit ihren Entscheidungen einen Auftrag an die Bauern und Lebensmittelhandwerker erteilen“, erklärt Obmann Gottfried Bachler. Slow Food Kärnten setzt sich für eine nachhaltige, faire und genussvolle Esskultur ein – von Ernährungsbildung an Schulen bis zu kulinarischen Initiativen in den Regionen.