Katharina Haiden-Fill (Vizepräsidentin) und Werner Stein (Notariatspräsident) © Studiohorst
Wirtschaft
09.09.2026

Kärntner Notar:innen beraten kostenlos

Die Vorsorge- und Immobilienwochen sowie öffentliche Beratungstage sollen der Bevölkerung die Schwellenangst vor Notariatsbesuchen nehmen. 

Bis 7. Oktober finden wieder die Vorsorge- und Immobilienwochen in allen Kärntner Notariaten mit kostenloser Erstberatung und kostenlosen Grundbuchsauszügen statt. Ebenfalls Tradition haben die Beratungstage der Kärntner Notare auf öffentlichen Plätzen: Am 26. September am Alten Platz in Klagenfurt und am 3. Oktober am Hauptplatz in Villach, jeweils von 10 bis 12 Uhr, können die Passanten den Notar:innen Fragen stellen. 

 

Steigende Nachfrage 


„Solange der Bedarf da ist, führen wir diese Beratungsangebote fort. Und der Bedarf ist da, denn die Nachfrage bricht jedes Jahr neue Rekorde“, sagt Notariatspräsident Werner Stein. „Durch den einfachen Zugang zu Beratungen wollen wir der Bevölkerung die Scheu nehmen, ein Notariat aufzusuchen“, ergänzt Vizepräsidentin Katharina Haiden-Fill.
 


Der Schwerpunkt liegt im Bereich der persönlichen Vorsorge und der Immobilientransaktionen. Kaufvertrag und Treuhandschaft, die richtige Vor
­gangsweise beim Schenken, Übergeben und Vererben sowie die Absicherung von Lebensgefährten sind zentrale Themen. Hier gebe es keine Patentrezepte. Jeder Fall sei einzigartig und bedürfe der individuellen Abklärung und Beratung, erklären Stein und Haiden-Fill. 

 

Nachholbedarf bei Jungen 


„Ein wichtiges Element ist auch die Rechtzeitigkeit“, sagt Stein. Rund 2,5 Millionen Testamente sind mit Stichtag 30. 6. 2026 registriert, davon 84.000 Neueintragungen aus dem Jahr 2025. Dennoch gebe es gerade bei jüngeren Menschen noch zu wenig Bewusstsein dafür, so Stein. In der Altersgruppe der 30- bis 50-Jährigen bestehe Nachholbedarf. Denn sobald Vermögen, wie etwa ein Eigenheim, angeschafft wird, sollte man im Sinne der Nachkommen klare Regelungen treffen, um teure Erbstreitigkeiten zu vermeiden.
Nur mit einem Testament kann die gewünschte Erbfolge gewährleistet werden. Dabei müssen bestimmte Formalismen eingehalten werden. „Ein handgeschriebenes Testament muss auch vom Erblasser selbst geschrieben sein. Diktieren und unterschreiben genügt nicht“, nennt Stein als Beispiel. Solche Testamente können angefochten werden. Notar:innen beraten über alle damit zusammenhängenden gesetzlichen Regelungen und registrieren den Letzten Willen im Zentralen Testamentsregister.  

 

Immobilientransaktionen steigen 


Für Vorsorgevereinbarungen
steige das Bewusstsein, hat Stein festgestellt. So habe es im Vorjahr 104.000 Neuneintragungen gegeben.
Für den Fall einer schweren Erkrankung oder eines Unfalls kann mit einer Vorsorgevollmacht festgelegt werden, wer in welchem Umfang Behördenwege, ärztliche Maßnahmen, Bankgeschäfte oder sonstige Rechtshandlungen erledigt. Der Immobilienmarkt zeige derzeit eine deutliche Belebung, berichtet Stein. Im Fokus stünden vor allem gebrauchte, sanierungsbedürftige Objekte. Eine fundierte Beratung sei sowohl auf Verkäufer- als auch auf Käuferseite wesentlich, betonte Haiden-Fill. 

 

Persönliche Beratung 


Digitale oder hybride Abwicklungen sind für alle Notariatsakte möglich und die Nachfrage steigt. „Aber die Menschen haben das Recht der persönlichen Beratung und Abwicklung ihrer Rechtsgeschäfte. Dazu bekennen wir uns ausdrücklich
“, sagt Haiden-Fill. Oft sei Empathie gefragt und die Notar:innen fungierten manchmal auch als Mediator:innen. Mit 43 Notariaten werden in Kärnten flächendeckend professionelle Beratungen in allen Regionen geboten. 
 

WISSENSWERT:

VORSORGE- UND IMMOBILIENWOCHEN KÄRNTNER NOTARIATE

Erstes Beratungsgespräch und Grundbuchauszug sind kostenlos.

Bis 7. Oktober in allen Kärntner Notariaten. 

 

 

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