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Wirtschaft
22.06.2026

Kärntnermilch schafft Stabilität in Kärntens Landwirtschaft

Starke Bilanz für 2025: Mit einem Umsatzplus von 9,6 Prozent, dem höchsten Milchpreis der Unternehmensgeschichte und Millionen-Investitionen in die Zukunft zeigt die Kärntnermilch, wie bäuerliche Wertschöpfung erfolgreich in der Region gehalten werden kann. Dazu kündigt Agrarreferent LHStv. Martin Gruber die Rückkehr des Milchtransportkostenzuschusses an.

Mitte Juni lud die Kärntnermilch zu ihrer Generalversammlung in die Zentrale nach Spittal an der Drau. Neben Geschäftsführer Helmut Petschar, Obmann Albert Petschar und stellvertretendem Geschäftsführer Johann Kandolf folgten Agrarreferent LHStv. Martin Gruber, Landwirtschaftskammer-Präsident Siegfried Huber sowie Vizepräsidentin Astrid Brunner der Einladung. Die Zahlen sprechen für sich: Der Umsatz stieg im Geschäftsjahr 2025 auf 135,49 Millionen Euro, das ist ein Plus von 9,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Insgesamt wurden 128,78 Millionen Kilogramm Rohmilch verarbeitet, die Exportquote lag bei 25,41 Prozent. „Trotz eines herausfordernden wirtschaftlichen Umfelds konnten wir unsere Position als verlässlicher Partner der heimischen Landwirtschaft weiter stärken, die Wertschöpfung ausbauen und gleichzeitig gezielt in Nachhaltigkeit und Zukunftsprojekte investieren", fasste Helmut Petschar zusammen.

„Unser Ziel bleibt es, weiterhin wirtschaftlichen Erfolg mit regionaler Verantwortung, höchster Qualität und nachhaltiger Entwicklung zu verbinden, aber auch die Einkommenssituation unserer Bäuerinnen und Bauern im Blickfeld zu behalten.“

Helmut Petschar, Geschäftsführer der Kärntnermilch

Höchster Milchpreis

Besonders erfreulich entwickelte sich die Auszahlung an die Milchbäuerinnen und Milchbauern. Mit durchschnittlich 55,76 Cent netto pro Kilogramm Milch wurde der Milchpreis gegenüber 2024 um 13,8 Prozent erhöht.
884 Milchbäuerinnen und Milchbauern belieferten die Kärntnermilch im vergangenen Jahr, 213 davon wirtschaften biologisch oder als Bio-Wiesenmilchbetriebe. Nahezu 30 Prozent der Milchmenge werden als Bio-Wiesenmilch verarbeitet.
Besonders hervorzuheben ist, dass 100 Prozent der Milch aus dem kleinstrukturierten Berggebiet Kärntens stammen, dies ist somit ein wesentlicher Beitrag zur Erhaltung der Kulturlandschaft und zur regionalen Versorgungssicherheit. „Die Kärntnermilch ist ein wichtiger Partner für unsere bäuerlichen Familienbetriebe und ein wesentlicher Pfeiler der Kärntner Landwirtschaft. Sie schafft Stabilität in einem herausfordernden Marktumfeld und sorgt dafür, dass die Wertschöpfung aus der heimischen Milchproduktion in der Region bleibt", betonte LHStv. Martin Gruber.

„Unsere Bäuerinnen und Bauern leisten täglich einen unverzichtbaren Beitrag für Versorgungssicherheit, Tourismus und den Erhalt unserer Kulturlandschaft. Dafür gebührt ihnen höchste Anerkennung.“

Albert Petschar, Obmann der Kärntnermilch

Investitionen in Energie und Digitalisierung

Rund 6,7 Millionen Euro investierte die Kärntnermilch 2025 in Infrastruktur, Energieeffizienz und Digitalisierung. Gemeinsam mit der Kelag Energie & Wärme wird ein Biomassekraftwerk errichtet, das künftig den vollständigen Ersatz von Erdgas ermöglichen soll. Die bestehende Photovoltaikanlage deckt bereits heute rund 25 Prozent des Strombedarfs. Weitere Investitionen flossen in die Erweiterung des Spezialmilch-Tanklagers, die Einführung einer automatischen Betriebsdatenerfassung sowie die Implementierung einer neuen ERP-Software. Das Ergebnis vor Steuern liegt bei leicht negativen 123.000 Euro, welche bewusst in Kauf genommen werden, zugunsten langfristiger Investitionen. „Unser Ziel bleibt es, weiterhin wirtschaftlichen Erfolg mit regionaler Verantwortung, höchster Qualität und nachhaltiger Entwicklung zu verbinden, aber auch die Einkommenssituation unserer Bäuerinnen und Bauern im Blickfeld zu behalten", betont Geschäftsführer Helmut Petschar.

„Die Rückkehr des Milchtransportzuschusses wäre ein wichtiges Signal und eine spürbare Unterstützung für jene Betriebe, die täglich hochwertige Lebensmittel erzeugen und unsere Versorgung sicherstellen.“

LHStv. Martin Gruber

Rückkehr des Milchtransportkostenzuschusses

Da viele milchliefernde Betriebe im Berggebiet zu kleine Milchmengen für eine Hofabholung produzieren, müssen sie die Milch oft selbst zu Sammelstellen bringen – mit erheblichem Mehraufwand und Zusatzkosten. Gruber kündigte daher an, an der Wiedereinführung des Milchtransportkostenzuschusses für 2026 zu arbeiten. „Wir wollen damit die Mehrkosten des Eigentransports ausgleichen und gleichzeitig die Auswirkungen von Milchpreisschwankungen abfedern. Die Rückkehr des Milchtransportzuschusses wäre ein wichtiges Signal und eine spürbare Unterstützung für jene Betriebe, die täglich hochwertige Lebensmittel erzeugen und unsere Versorgung sicherstellen – und das unter schwierigen Verhältnissen", so Gruber. Landwirtschaftskammer-Präsident Siegfried Huber schloss sich an: „Der Transportkostenzuschuss wäre eine treffsichere Unterstützung für die Milchviehbetriebe, um die Mehrkosten in der Produktion bei gleichzeitig sinkenden Abnahmepreisen abzufedern."

Landesauszeichnung für Leo Brunner

Im Rahmen der Generalversammlung verlieh Gruber die Landesauszeichnung des Landes Kärnten an Leo Brunner. Der langjährige Aufsichtsratsvorsitzende der Kärntnermilch habe sich durch seinen Einsatz für die biologische Milchwirtschaft und die erfolgreiche Entwicklung des Unternehmens besondere Verdienste erworben. „Leo Brunner hat die Kärntnermilch über viele Jahre mit Umsicht, Weitblick und großer Verantwortung mitgestaltet. Sein Engagement galt stets den Bäuerinnen und Bauern ebenso wie der erfolgreichen Weiterentwicklung der Genossenschaft", betonte Gruber.

Foto © Büro LHStv Gruber

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