© Kelag/Henry Welisch
Wirtschaft
06.07.2026

Kelag koppelt erstmals Batteriespeicher mit Wasserkraftwerk

Die Kelag hat ihr größtes Laufkraftwerk in Arnoldstein mit einer Speicherlösung kombiniert. Die neue Anlage soll die Flexibilität im Netz erhöhen und die Versorgungssicherheit stärken.

Mit der Inbetriebnahme ihres ersten Batteriespeichers erweitert die Kelag ihre Infrastruktur. Der Speicher ist mit dem Kraftwerk Schütt an der Gail in der Marktgemeinde Arnoldstein gekoppelt – dem größten Laufkraftwerk des Unternehmens. Dadurch wird mehr Flexibilität im Energiesystem geschaffen und gleichmäßig, planbar sowie zuverlässig Energie geliefert. Der Batteriespeicher kann bei Bedarfsspitzen sofort reagieren und zusätzliche Energie einspeisen. Bei niedrigem Strombedarf oder hoher Erzeugung wird der Batteriespeicher direkt über das Wasserkraftwerk wieder aufgeladen. „Der erste Kelag-Batteriespeicher spielt eine wichtige Rolle bei der effizienten Nutzung erneuerbarer Energie aus Wasserkraft. Wir erhöhen damit die Flexibilität unserer Erzeugungsanlagen und stärken die Versorgungssicherheit. Die Anlage gleicht Schwankungen in der Stromerzeugung aus und ermöglicht eine bedarfsgerechte, flexible Einspeisung“, erläutert Kelag-Vorstand Reinhard Draxler. „Mit einem Investitionsvolumen von rund drei Millionen Euro haben wir dieses Projekt innerhalb eines Jahres umgesetzt. Der Batteriespeicher trägt dazu bei, das Stromnetz zu stabilisieren und ermöglicht es, das Laufwasserkraftwerk vielseitiger und bedarfsgerecht einzusetzen.“

„Bewährte Technologie trifft auf modernste Technik, um gemeinsam dazu beizutragen, das Stromnetz zu stabilisieren und Blackouts vorzubeugen.“

Projektleiter Thomas Eiper

Starke Umsetzungspartner

Umgesetzt wurde das Pilotprojekt mit dem oberösterreichischen Unternehmen neoom sowie dem Anlagenbauer Andritz Hydro GmbH. neoom stellte dabei die Speicherlösung bereit, während Andritz die Regelungstechnik lieferte und die elektrotechnische Einbindung in die bestehende Kraftwerksanlage realisierte. „Das Projekt Batteriespeicher Schütt II zeigt eindrucksvoll, wohin die Reise im Bereich industrieller Energiespeicher geht: weg von isolierten Einzelanlagen, hin zu intelligenten Hybridkraftwerken, die Versorgungssicherheit und Marktflexibilität vereinen. Mit 16 TERRA-Speichersystemen und einer Leistung von zwei Megawatt sowie einer Kapazität von knapp vier Megawattstunden haben wir gemeinsam mit der Kelag und Andritz Hydro ein System geschaffen, das nicht nur schnell auf Netzanforderungen reagiert, sondern gleichzeitig die mechanische Belastung der Wasserkraftanlage deutlich reduziert. Für neoom zeigt dieses Projekt, dass die Zukunft der Energiewirtschaft in intelligent vernetzten Systemen liegt, die Erzeugung, Speicherung und Flexibilität miteinander verbinden“, sagt Nikolas Iwan, CEO von neoom.
Andritz-Projektleiter Thomas Eiper ergänzt: „Das Batterieprojekt Schütt II markiert einen bedeutenden Schritt in Richtung einer nachhaltigen und stabilen zukünftigen Energieversorgung. Bewährte Technologie trifft auf modernste Technik, um gemeinsam dazu beizutragen, das Stromnetz zu stabilisieren und Blackouts vorzubeugen. Andritz ist sehr stolz darauf, dass dieses Projekt in enger Zusammenarbeit mit den Partnern Kelag und neoom realisiert werden konnte und wir dadurch einen wichtigen Beitrag zu einer sicheren Energiezukunft in Österreich leisten können.“
„Innovative Projekte wie wir sie hier sehen, zum Beispiel die Kombination von Wasserkraft und Batteriespeicher, zeigen, wie wir bestehende erneuerbare Energien noch effizienter und flexibler nutzen können. Mit dem Erneuerbaren-Ausbau wächst auch die Bedeutung moderner Speicherlösungen. Sie werden für eine sichere und stabile Stromversorgung immer wichtiger und sind deshalb auch ein wesentlicher Baustein der Energiewende. Als Land Kärnten setzen wir daher einen gezielten Fokus auf dieses Thema, mit dem Ziel, die Versorgungssicherheit zu stärken und unsere Stromnetze effektiv zu entlasten“, so Landesrat Sebastian Schuschnig.

„Als langjährige e5-Gemeinde ist uns Nachhaltigkeit, Energieeffizienz und zukunftsorientierte Umweltpolitik seit jeher ein wichtiges Anliegen.“

Bürgermeister Reinhard Antolitsch

Hybridlösung sorgt für mehr Flexibilität

Das Laufkraftwerk wurde durch die Kombination von Batteriespeicher und Kaplan-Turbine zu einem flexibel steuerbaren Energiesystem weiterentwickelt. Während die Wasserkraftanlage durchgehend Strom erzeugt, ermöglicht der Batteriespeicher eine gezielte Steuerung der Einspeisung sowie eine effizientere Nutzung verfügbarer Wassermengen. Der Batteriespeicher ist mit einer Leistung von 2 Megawatt und einer Erzeugungskapazität von vier Megawattstunden ausgestattet.

Nachhaltige Energieprojekte in Arnoldstein

In der Marktgemeinde Arnoldstein wurden bereits mehrere nachhaltige Energieprojekte vom Kelag-Konzern umgesetzt. So nutzt die Kelag Energie & Wärme die Energie der Kärntner Restmüllverwertungs GmbH (KRV) zur Erzeugung von Wärme und Strom und errichtete eine PV-Anlage für das Unternehmen Tribotecc. Bereits seit April produziert die Anlage der Kelag Wasserstoff für den öffentlichen Nahverkehr am Gelände der KRV. „Ich freue mich, dass die Zusammenarbeit der Marktgemeinde Arnoldstein und der Kelag, durch die Errichtung eines Batteriespeichers, weitere positive Früchte trägt. Als langjährige e5-Gemeinde ist uns Nachhaltigkeit, Energieeffizienz und zukunftsorientierte Umweltpolitik seit jeher ein wichtiges Anliegen. Wichtig ist auch, dass das Zusammenwirken von Wasserkraftwerk mit einem Batteriespeicher einen wesentlichen Beitrag zur Stabilität des Stromnetzes und damit der Versorgungssicherheit für unsere Bevölkerung leistet“, hebt Bürgermeister Reinhard Antolitsch die langjährige Partnerschaft hervor.

© Kelag

Schlagwörter