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Wirtschaft
14.04.2026

Kelag startet Wasserstoff­produktion für Busflotte

Eine neue Anlage in Arnoldstein liefert künftig emissionsfreien Treibstoff für den Regionalverkehr rund um Villach und markiert einen Wendepunkt in der Mobilität.

Die Kärntner Restmüllverwertungs GmbH, kurz KRV, ist ein Gemeinschaftsunternehmen der Kelag und der Kärntner Entsorgungsvermittlungs GmbH. Die Anlage entstand im Rahmen der Initiative „DeCarB – Decarbonising Carinthian Bus Transport“. Projektpartner sind das Land Kärnten, Postbus, Gutmann und der Verkehrsverbund Kärnten.

Start für emissionsfreien Regionalverkehr

Bei der Eröffnung am 13. April betonte Energie- und Verkehrslandesrat Sebastian Schuschnig die Dynamik des Projekts. Innerhalb eines Jahres sei der Weg von der Planung zur Produktion gelungen.
„Mit der Elektrolyseanlage wird aus einer Vision Realität. Kärnten produziert ab sofort grünen Wasserstoff aus regionaler, erneuerbarer Energie und wird damit Österreichs erste Wasserstoff-Busflotte im Regionalverkehr versorgen. Die Eröffnung ist ein wesentlicher Schritt bei der Umsetzung der Kärntner Wasserstoffstrategie sowie des Leuchtturmprojektes „DeCarB“ und zeigt das Potenzial einer nachhaltigen Wasserstoffwirtschaft für den heimischen Standort,“ so Schuschnig.
Kärnten positioniert sich damit als Vorreiter in der Dekarbonisierung des öffentlichen Verkehrs. Gleichzeitig stärkt das Projekt den Standort als Zentrum für Wasserstofftechnologie. „Mein großer Dank gilt unseren Projektpartnern für ihre Weitsicht und ihren Mut, dieses Projekt gemeinsam zu realisieren. Aus erneuerbarer Energie emissionsfreien Wasserstoff für 36 Busse zu produzieren, ist ab heute keine bloße Idee mehr, sondern gelebte Realität. Wir werden mit diesem Projekt auch wichtige Erkenntnisse für die Wasserstoff-Zukunft unseres Landes gewinnen,“ erklärte der Landesrat.

Versorgung für 36 Busse – Ausbau geplant

Die Anlage liefert ab Mai 2025 grünen Wasserstoff mit bis zu drei Megawatt Leistung. Rund ein Megawatt fließt direkt in den Betrieb der Busse. Die restliche Kapazität dient der Versorgungssicherheit und künftigen Anwendungen in Mobilität und Industrie.
Die Kelag investierte rund 16 Millionen Euro in Anlage und Infrastruktur. „Wir sind stolz darauf, im Vollbetrieb jährlich rund 140 Tonnen grünen Wasserstoff zu erzeugen. Damit können wir 36 Postbus Fahrzeuge mit einer täglichen Reichweite von bis zu 500 Kilometern im Regionalverkehr von Villach versorgen. In der finalen Ausbaustufe können wir die Produktion sogar auf bis zu 400 Tonnen pro Jahr erhöhen. Besonders hervorzuheben ist die zeitliche Effizienz: Ein Betankungsvorgang dauert nur acht Minuten“, erklärt Kelag Vorstand Danny Güthlein.
Der Wasserstoff wird per Lkw transportiert. Die Anlage benötigt dafür lediglich eine geringe Wassermenge. „Dieses Projekt zeigt eindrucksvoll, was möglich ist, wenn engagierte Partner zusammenarbeiten. Der bestehende Industriestandort am Gelände der KRV in Arnoldstein wird damit nachhaltig genutzt und profitiert von der vorhandenen verkehrstechnischen Infrastruktur“, so Güthlein.
Auch die Kärntner Entsorgungsvermittlungs GmbH sieht einen strategischen Mehrwert, Geschäftsführer Günther Albel erklärt: „Ich freue ich mich über die neue Wasserstoffanlage. Als konsequente und positive Weiterentwicklung ergänzt sie das bestehende Gefüge der KRV ideal. Mit innovativen Technologien wird der Standort, an dem bereits Strom und Fernwärme produziert werden, langfristig erfolgreich positioniert. Es ist ein starkes Signal für unsere Region.“

Doppelte Systeme sichern Betrieb

Für hohe Versorgungssicherheit setzt die Kelag auf redundante Technik. Zwei parallele Erzeugungslinien garantieren eine stabile Produktion. „Zwei parallele Erzeugungslinien sichern die kontinuierliche Produktion und gewährleisten eine zuverlässige Lieferung. Mein besonderer Dank gilt allen Kooperationspartnern und Mitwirkenden, die diese hohe technische Qualität möglich gemacht haben. Die Anlage steht zugleich für unsere Technologieoffenheit und die Nutzung regionaler erneuerbarer Energiequellen,“ erklärt Kelag-Vorstand Reinhard Draxler.

Impulse für die Region

Die Anlage stärkt auch die lokale Wirtschaft. „Mit der Inbetriebnahme der Kelag-Wasserstoffanlage in unserer Marktgemeinde Arnoldstein, wird eine weitere zukunftsweisende Maßnahme zum Thema Klima- und Umweltschutz realisiert. Für Investitionen in eine enkeltaugliche Zukunft haben wir immer ein offenes Ohr. Zusätzlich wird auch für unsere Gemeinde eine Wertschöpfung generiert, zumal das heimische Unternehmen, die Firma Maurer, den Transport des Wasserstoffs übernommen hat,“ so Reinhard Antolitsch, Bürgermeister der Marktgemeinde Arnoldstein.

Umsetzung in Rekordzeit

Im europäischen Vergleich fällt die kurze Bauzeit ebenfalls auf. Zwischen Genehmigung im Jänner 2025 und Produktionsstart im Februar 2026 lagen nur 13 Monate.

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