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Wirtschaft
17.01.2026

KI und Cyber­sicherheit als Wettbewerbs­faktor

Mit Förder­maßnahmen und KI-Beratungs­angeboten setzen die Wirtschaftskammer Kärnten und das Wirtschaftsreferat des Landes klare Schwerpunkte und unterstützen Unternehmen in ihrer digitalen Entwicklung.

KI könnte ein Produktivitätsbooster sein und Fehlerquoten minimieren, jedoch bietet sie Angriffsfläche für Cyberkriminalität. Um Kärntner Unternehmen in ihrer digitalen Entwicklung zu unterstützen, gibt es Fördermaßnahmen, KI-Beratungsangebote sowie den KI-Day oder die Cyber Security Night. Förderungen und Qualifizierungsimpulse für Kärntner Unternehmen sollen die Entwicklung von KI und Cybersicherheit vorantreiben. 

„Die digitale Transformation bietet enorme Chancen – insbesondere durch Künstliche Intelligenz. Entscheidend ist, dass Unternehmen diese Technologien sinnvoll, verantwortungsvoll und wirtschaftlich einsetzen.” 

Martin Zandonella, Obmann der Fachgruppe UBIT, Wirtschaftskammer Kärnten

Neuer Wettbewerbsfaktor

Künstliche Intelligenz entwickelt sich zu einem Wettbewerbsfaktor für alle Branchen. Gleichzeitig ist Cybersicherheit die Voraussetzung für den sicheren Einsatz digitaler Technologien. Künstliche Intelligenz eröffnet Unternehmen die Möglichkeit zur Effizienzsteigerung und Automatisierung sowie zur Entwicklung innovativer Geschäftsmodelle. KI-Anwendungen werden künftig in allen Bereichen zum Einsatz kommen, ob im Kundenservice, in der Produktion, im Marketing oder in administrativen Prozessen.

Zukunftsfit im digitalen Wandel

Das Ziel der Maßnahmen der Wirtschaftskammer Kärnten und des Wirtschaftsreferats des Landes ist klar: Kärntner Unternehmen sollen gesetzeskonform und wettbewerbsfähig in die Zukunft des digitalen Wandels geführt werden. In Summe werden 200.000 Euro für diese Maßnahmen zur Verfügung gestellt. „Damit setzen wir gemeinsam ein starkes Signal für eine gezielte, niederschwellige und praxisnahe Unterstützung der Kärntner Unternehmen im digitalen Wandel“, so Martin Zandonella, Obmann der Fachgruppe UBIT in der Wirtschaftskammer Kärnten. Aktuell unterstützt die WK Kärnten Betriebe bereits mit einem Maßnahmenpaket zur Digitalisierung. Gemeinsam mit dem Wirtschaftsreferat des Landes soll dieses mit klarem Schwerpunkt auf Künstliche Intelligenz ausgebaut werden. „Die digitale Transformation bietet enorme Chancen – insbesondere durch Künstliche Intelligenz. Entscheidend ist, dass Unternehmen diese Technologien sinnvoll, verantwortungsvoll und wirtschaftlich einsetzen“, betont Zandonella.

Lücken schließen

Viele Betriebe stehen beim Thema Künstliche Intelligenz vor großen Herausforderungen. „Oft fehlt ein solides Grundverständnis, der konkrete Nutzen für den eigenen Betrieb ist nicht sofort greifbar oder es mangelt an den richtigen Expert:innen. Hinzu kommen Unsicherheiten bei der Zusammenarbeit mit Forschung und Start-ups, beim Finden passender Partner:innen oder beim Zugang zu Rechenleistung“, erklärt Zandonella und führt weiter aus. „Genau hier setzen wir mit unseren Förderungen und Qualifizierungsmaßnahmen an. Wir begleiten Unternehmen, vernetzen die richtigen Akteur:innen und unterstützen dabei, aus Ideen konkrete Anwendungen zu machen, inklusive gezielter Unterstützung durch Fördermöglichkeiten, mit denen der Einstieg in KI jetzt noch leichter wird.“ betont Zandonella. Der richtige Einsatz von Künstlicher Intelligenz wirkt wie ein Produktivitäts-Turbo für Unternehmen. Zandonella: „Wiederkehrende Prozesse benötigen um bis zu 60 Prozent weniger Zeit, Fehlerquoten, etwa in der Produktion, sinken um bis zu 70 Prozent und die Entwicklungszeit neuer Produkte verkürzt sich um bis zur Hälfte.“

KI-Förderkompass

Mit der KI-Umsetzungsförderung werden Unternehmen dabei unterstützt, konkrete KI-Lösungsvorschläge zu erarbeiten und umzusetzen. Pro Mitglied werden sechs Beratungsstunden zu 100 Prozent von der WK Kärnten und dem Land Kärnten gefördert. Die Beratung erfolgt durch ausgewiesene Expert:innen. Ergänzend kommt künftig ein KI-Förderkompass zum Einsatz. „Dieser ist ein KI-gestützter Chatbot, der auf der WKK-Webseite eingebunden wird und Unternehmen bei der Suche nach passenden Förderungen unterstützt. Nutzer:innen beschreiben kurz ihr Vorhaben und stellen Fragen. Der Förderbot analysiert diese Angaben anhand definierter Quellen und schlägt die am besten geeigneten Förderungen vor, inklusive Kurzbeschreibung, weiterführender Links und zuständiger Ansprechpersonen,“ erklärt Zandonella.

Gesetzliche Anforderungen

Laut der EY-Cybersecurity-Studie aus dem Jahr 2025 sind die Zahlen von Angriffen auf Netzwerke oder Daten österreichischer Unternehmen um zehn Prozent zum Vorjahr gestiegen. Sichere digitale Strukturen sind daher ein Muss für den Einsatz von KI und anderen Zukunftstechnologien. Mit dem Inkrafttreten des Netz- und Informationssystemsicherheitsgesetzes 2026 wird Cybersicherheit endgültig zur unternehmerischen Pflichtaufgabe. Betroffen sind dann neben Betreibern kritischer Infrastrukturen, Tausende Unternehmen mittlerer Größe aus Industrie, Gesundheit oder digitaler Infrastruktur, selbst kleine und Kleinstunternehmen könnten indirekt betroffen sein. Die NIS2-Beratungsförderung wird ebenfalls zu 100 Prozent gefördert. Sie unterstützt Unternehmen dabei, sich gezielt auf die neuen gesetzlichen Anforderungen im Bereich Cybersicherheit vorzubereiten. Die NIS2-Richtlinie stellt eine umfassende Weiterentwicklung der bisherigen Vorgaben zur Netz- und Informationssicherheit dar. Die Wirtschaftskammer Kärnten und das Wirtschaftsreferat des Landes bieten dazu bis zu zehn Beratungsstunden an, die zu 100 Prozent gefördert werden. Diese umfassen eine rechtliche Abklärung, ob ein Unternehmen unter die NIS2-Pflicht fällt, einen technischen Check zur Identifikation notwendiger Sicherheitsmaßnahmen sowie eine Governance- und Organisationsberatung zu Sicherheitsanforderungen und zum Risikomanagement.

Neue Chancen für Wachstum und Innovation

„Die Digitalisierung eröffnet enorme Chancen für Wachstum und Innovation. Gleichzeitig gibt es in einem so dynamischen Umfeld auch sehr viel Neuland für unsere Betriebe und Herausforderungen, die es zu bewältigen gibt, wie zum Beispiel das NIS-Gesetz. Umso wichtiger ist es, sie dabei gezielt zu unterstützen. Das stärkt nicht nur den Standort, sondern auch die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Unternehmen“, betont Wirtschaftslandesrat Sebastian Schuschnig. „Mit dem gemeinsam geschnürten Digitalisierungspaket setzen wir nun weitere, gezielte Maßnahmen in strategisch enorm wichtigen Bereichen wie Cybersecurity und KI-Entwicklung“, so Schuschnig. Insbesondere der KI-Förderkompass stelle laut Schuschnig ein wichtiges Service für Unternehmen bei Förderanliegen aller Art dar: „Aber auch die Entwicklungsförderung von KI-Prototypen, die Betriebe bei der Implementierung von KI-Anwendungen unterstützt, halte ich im Hinblick auf die aktuellen technologischen Veränderungen für enorm wichtig.“

WISSENSWERT

KI-Day: Dienstag, 5. Mai 2026
Digital Service Day: Dienstag, 14. April 2026 und Mittwoch, 7. Oktober 2026
Cyber Security Night: Dienstag, 10. November 2026

NIS2-Beratungsförderung

Die NIS2-Richtlinie stellt eine umfassende Weiterentwicklung der bisherigen Vorgaben zur Netz- und Informationssicherheit dar. Mit dem Inkrafttreten des Netz- und Informationssystemsicherheitsgesetzes 2026 (NISG 2026) wird Cybersicherheit zur unternehmerischen Pflichtaufgabe.
Das Gesetz setzt die NIS-2-Richtlinie ab Oktober 2026 um.
Gefördert werden zu diesem Thema bis zu zehn Stunden Beratungsstunden für:

- die rechtliche Abklärung zur NIS2-Pflicht
- einen technischen Check zur Identifikation notwendiger Sicherheitsmaßnahmen
- eine Governance- und Organisationsberatung zu Sicherheitsanforderungen und Risikomanagement

Die NIS2-Beratungsförderung wird von der Wirtschaftskammer Kärnten und dem Wirtschaftsreferat des Landes zu 100 Prozent getragen.

KI-Umsetzungsförderung

Mit der KI-Umsetzförderung werden Unternehmen dabei unterstützt konkrete KI-Lösungsvorschläge zu erarbeiten und umzusetzen.
Gefördert werden pro Mitglied sechs Beratungsstunden, geteilt in:

- zwei Stunden zur Ausarbeitung einer konkreten Potenzialanalyse
- vier Stunden zur Umsetzung eines einfachen Prototyps

Die Beratungsstunden werden zu 100 Prozent von der WK Kärnten und dem Land Kärnten gefördert und erfolgt durch ausgewiesene Expert:innen der Fachgruppe UBIT. 

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