Ob bei Forschung, Lehre oder den administrativen Prozessen: In Sachen Digitalisierung bewegt sich die FH Kärnten schon seit Jahren dicht am Puls der Zeit. Auch das Thema Künstliche Intelligenz (KI) steht im Fokus. KI nimmt nicht nur immensen Einfluss auf Alltag und Lernpraxis der Studierenden, auch in die Arbeit des wissenschaftlichen Personals hat sie längst Einzug gehalten. Zudem ist es heute Aufgabe von Hochschulen, Studierende auf einen Berufsalltag vorzubereiten, in dem der Umgang mit Künstlicher Intelligenz immer mehr zur Kernkompetenz wird. Hier setzt die FH Kärnten an – in umfassenden Lernangeboten und zahlreichen Spezialisierungsmöglichkeiten innerhalb der Studiengänge wird den Studierenden fundiertes Fach- und Praxiswissen im Bereich der Datenwissenschaften vermittelt. „Künstliche Intelligenz nimmt unmittelbaren Einfluss auf Wirtschaft, Gesellschaft und Bildung. Das betrifft auch unsere hochschulinternen Arbeitsabläufe“, erklärt Peter Granig, Rektor der FH Kärnten. „Wir bereiten unsere Studierenden auf die großen gesellschaftlichen Herausforderungen und Transformationsprozesse vor. Dazu zählt insbesondere der professionelle und verantwortungsvolle Umgang mit generativer KI“, betont er.
Natürliche Intelligenz als Grundlage
Anita Kloss-Brandstätter ist Professorin für Mathematik an der FH Kärnten und dem Masterstudiengang Applied Data Science zugeordnet. Künstliche Intelligenz spielt nicht nur in ihrer Forschung – etwa im Bereich der Radiologie – eine wichtige Rolle, auch in ihren Lehrveranstaltungen bereitet sie die Studierenden auf den Umgang mit den neuen Technologien vor. „Wenn Studierende die Werkzeuge der höheren Mathematik erlernen, ist mir zunächst wichtig, dass sie die Aufgaben selbst lösen können“, erklärt Kloss-Brandstätter. „Dann leite ich sie an, KI verantwortungsbewusst und unterstützend zu verwenden, und schließlich lernen sie explizit, Verfahren des maschinellen Lernens zu nutzen und zu verstehen, wie sie ein solches Programm selbst entwickeln können.“ Diese schrittweise Heranführung und kritische Nutzung bilden eine wichtige Grundlage für einen sinnvollen Umgang mit KI-Technologien. „Noch sind wir mit unserer natürlichen Intelligenz der künstlichen Intelligenz sehr wohl überlegen. ChatGPT beachtet beispielsweise gewisse mathematische Rahmenbedingungen nicht. Das kann zu falschen Ergebnissen führen“, erklärt die Mathematikerin und Biologin, die ihr Fachwissen im YouTube-Kanal „Sciencebarbie erklärt Mathematik“ einer breiten Öffentlichkeit zugänglich macht.
Women in Data Science
Doch nicht nur in der Nutzung, auch beim Programmieren von KI-Tools sind Wissen und kritische Reflexion von großer Bedeutung. So übernehmen Algorithmen oft unhinterfragt Vorurteile und reproduzieren gesellschaftliche Missstände, etwa in Bezug auf Diversität und die Gleichstellung von Frauen und Männern. Aus diesem Grund sei es dringend notwendig, mehr Frauen in die Datenwissenschaften zu bringen, so Kloss-Brandstätter. Dieses Anliegen treibt die FH Kärnten seit Jahren aktiv voran. Als Veranstalter der Konferenz Women in Data Science (WiDS) Villach nimmt die FH Kärnten eine österreichweite Vorreiterrolle ein. Die Konferenz, die ursprünglich an der Universität Stanford entstand, versammelt jährlich Expert:innen, Visionär:innen und Nachwuchstalente, um Frauen in der Tech-Welt eine Bühne zu bieten und die technologischen Trends von morgen zu diskutieren. Anita Kloss-Brandstätter und Olivia Pfeiler vom Kompetenzzentrum Automobil- und Industrieelektronik (KAI) der Infineon brachten die Konferenz gemeinsam nach Villach, im April 2026 fand sie zum siebten Mal statt. Für Kloss-Brandstätter bietet das Format einen klaren Mehrwert: „Wir bringen Frauen auf die Bühne, schaffen Rollenvorbilder, vernetzen Frauen untereinander und holen aktuelles Wissen aus Forschung und Industrie direkt an die FH Kärnten“. Peter Granig ergänzt: „Mehr Frauen für die Datenwissenschaften zu begeistern, ist der FH Kärnten ein großes Anliegen. Gerade in der Programmierung von KI-Software braucht es mehr Diversität, um ausgewogene, kreative und unvoreingenommene Lösungen zu gewährleisten. Diese gesellschaftliche Verantwortung nehmen wir sehr ernst.“
Zukunftsorientiertes Studienangebot
Auch abseits der WiDS-Konferenz sind Digitalisierung und KI in zahlreichen Bachelor- und Masterstudiengängen an der FH Kärnten präsent. Besonders stark werden sie im Studiengang Informationstechnologien – mit Schwerpunkten wie Netzwerk- und Kommunikationstechnik, Multimediatechnik, Medizintechnik oder Geoinformation & Umwelt – eingebunden. Auch im Bachelorstudiengang Green Transition Engineering oder in den spezialisierten Masterstudiengängen Applied Data Science, Digital Transformation Management, Disability, Diversity & Digitalisierung, Advanced Practice in Diagnostic Imaging und Digital Construction Management spielen sie eine zentrale Rolle.
Auch im Bereich von Digital Health ist die FH Kärnten führend. So lotet etwa der neue Masterstudiengang Angewandte Telemedizin für Gesundheitsberufe digitale Möglichkeiten einer zukunftsorientierten Gesundheitsversorgung aus. Gemeinsam mit der Universität Klagenfurt und weiteren Partnern wurde 2026 außerdem ein starkes Forschungsnetzwerk zu Digital Health ins Leben gerufen. Bei aktuellen Themen wie diesen profitiert die FH Kärnten besonders von der Flexibilität ihrer Strukturen, so Anita Kloss-Brandstätter: „Als nicht allzu große, aber sehr moderne Hochschule können wir rasch auf Veränderungen reagieren.“ Diese Rahmenbedingungen ermöglichen effiziente Anpassungen an neue Anforderungen in Wirtschaft und Wissenschaft, wie Rektor Peter Granig ausführt: „Wir legen großen Wert darauf, neue Technologien und Wissensbereiche zeitnah in unseren Hochschulbetrieb, insbesondere auch in die Lehre, zu integrieren. So schaffen wir die bestmöglichen Bedingungen für unsere Studierenden und ein innovatives Forschungsumfeld an der FH Kärnten.“