„Wir haben uns angesehen, welche die Zukunftsbereiche sind, bei denen wir verstärkt als Standort in eine führende Position kommen müssen und wo in Zukunft Wertschöpfung stattfindet.“
KWF treibt Innovation, KI und Export voran
Die umfassenden Reformen beim Kärntner Wirtschaftsförderungs Fonds sollen Prozesse vereinfachen, mehr Ressourcen für Wirtschaftstreibende bereitstellen und das Angebot des KWF für Kärntner Unternehmer:innen verbessern. Nun wurden die neuen Schwerpunkte von Wirtschaftslandesrat Sebastian Schuschnig und KWF-Vorstand Roland Waldner präsentiert. „Es braucht eine zielgenaue Wirtschaftspolitik, die für nachhaltige Wertschöpfung im Land sorgt, statt einer größtmöglichen Gießkannenförderung. Daher haben wir gemeinsam mit KWF-Vorstand Roland Waldner daran gearbeitet, die Förderungsprodukte noch stärker an den aktuellen Bedürfnissen unseres Wirtschaftsstandorts und an Zukunftsthemen auszurichten“, erklärte Schuschnig. Waldner ergänzt: „Unser Auftrag ist es, gerade KMU die Scheu vor Innovation zu nehmen und die Innovationskraft der Unternehmen, vor allem in einer frühen Phase, zu erhöhen. F&E-intensive Unternehmen sind agiler und resilienter, wachsen schneller, schaffen mehr Arbeitsplätze und stabilisieren die Konjunktur.“
Innovation und KI im Fokus
Bereits mit Jahresbeginn wurden 14 Förderungsprodukte mit einem Förderungsvolumen von 36,4 Mio. Euro geöffnet. Im ersten Quartal liegt der Schwerpunkt auf der Innovationsförderung mit dem Fokus auf Klein- und Mittelunternehmen, und Innovationen wie Produkt-, Prozess- oder Designinnovationen in diesen Betrieben. Ab März startet dafür das KWF-Produkt „PRODUKTION.Invest“. Außerdem wurde ein neues Förderungspaket vorgestellt, welches die Bereiche digitale Transformation der Wirtschaft und KI, Kreislaufwirtschaft, betriebliche Energieversorgung, Tourismus sowie die Exportwirtschaft umfasst. „Wir haben uns angesehen, welche die Zukunftsbereiche sind, bei denen wir verstärkt als Standort in eine führende Position kommen müssen und wo in Zukunft Wertschöpfung stattfindet“, betonte Schuschnig. Besonders KI spiele eine entscheidende Rolle. Deshalb werde der KWF an das mit der WKK bereits geschnürte Digital-Paket anknüpfen und die Anschaffung von KI-Infrastruktur und deren Implementierung in Unternehmen fördern.
Nachhaltigkeit und Energie
Beim Thema Kreislaufwirtschaft geht es neben der Versorgungssicherheit und einer Transformation der Energiesysteme, um Wertschöpfung. Mit dem neuen Produkt „Circular.EFRE.Invest“ werden Maßnahmen zur Dekarbonisierung der Produktionsprozesse sowie zur Herstellung von Anlagen zur Wiederverwendung oder -verwertung von Stoffen gefördert. Mit Investitionszuschüssen für KMU werden betriebliche Vorhaben ab einem Projektvolumen von 300.000 Euro unterstützt, die auf Nachhaltigkeit ausgerichtet sind und einen messbaren Beitrag zur Reduktion des Ressourcenverbrauchs leisten. Dafür stehen vier Mio. Euro zur Verfügung. Zudem setzt sich das Team des KWF für die optimale Nutzung der EU-Mittel ein, um heimische Betriebe bei der Energieversorgung zu unterstützen. „Damit wollen wir Energie- und Netzkosten senken und uns unabhängiger und wettbewerbsfähiger machen“, so Schuschnig. Bei der Errichtung von Energiespeichern von mindestens 50 kWh in Verbindung mit einer PV-Anlage und einer Mindestinvestitionssumme von 50.000 Euro werden Unternehmen aller Größen gefördert. Ergänzend zur geplanten Tourismusreform wird daran gearbeitet, betriebliche Investitionen im Kärntner Tourismus zu unterstützen, die entsprechende neue Förderschiene soll noch im Frühjahr starten.
Exportwirtschaft
Ab dem dritten Quartal werden neue Programme für die Exportwirtschaft vorgestellt. Ziel ist es, mehr Unternehmen für den Export zu gewinnen, dadurch zusätzliche Märkte zu erschließen und die Wirtschaft im Bundesland so zu diversifizieren. Schuschnig betont: „Es ist von höchster Bedeutung, dass wir das Know-how und die Stärken unserer Betriebe auf den Weltmärkten besser positionieren. Mit dieser Förderung wollen wir sie in ihrer strategischen Ausrichtung gezielt unterstützen.“
Wirkung sichtbar machen
Waldner betont die hohe Relevanz einer strukturierten Förderungspolitik. „Man kann nicht einfach Geld verteilen, es muss auch eine Wirkung haben“, erklärt er. Deshalb sollen die Förderungsprodukte laufend durchleuchtet werden, um Wirksamkeit und Bedarf der Förderungen sichtbar zu machen. „Wir wollen genau wissen, wo ein hoher Bedarf besteht und was die Kärntner Wirtschaft braucht“, so Waldner. Dazu wurde eine Roadmap eingeführt, um die Quartale vorzuplanen. So wird ermittelt, was wann gebraucht wird. Insgesamt steht dem KWF für 2026 ein Jahresförderungsbudget von rund 54 Mio. Euro zur Verfügung, mehr als drei Viertel davon für einzelbetriebliche Maßnahmen. 30 Mio. Euro wurden aus EU-Mitteln gesichert.