Wirtschaft

Lakeside Park: Weiterer Ausbau ist sicher

Wo arbeiten Unternehmen, Forschungs- und Bildungseinrichtungen an der Zukunft von Kommunikations- und Informationstechnologien? Im Lakeside Park.

Beim Schlagwort Digitalisierung fällt vielen Kärntnern als erstes der Lakeside Science & Technology Park ein. Seit über 15 Jahren beheimatet der Park Unternehmen und Institute, die im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologien arbeiten und forschen. Der Grundgedanke der Begegnung und Vernetzung wird gelebt – Bildung, Wissenschaft und Technologie treffen hier aufeinander.

Ein Beispiel für den kooperativen Ansatz: Im Herbst 2019 wurde das „Athena Christian Doppler Labor“ eröffnet. Hierbei geht es um die Kooperation zwischen Forschung und Industrie. Das im Park ansässige Streaming-Unternehmen bitmovin arbeitet mit der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt zusammen. Ziel sind neue Werkzeuge und Methoden für die Codierung, den Transport und die Wiedergabe von Videos auf Basis eines Streaming-Standards (MPEG-DASH), der von den bitmovin-Gründern an der Uni Klagenfurt entwickelt wurde.

1.400 Arbeitsplätze

Nicht nur die Vernetzung zeichnet den Lakeside Park aus, auch der Campus-Charakter durch die Nähe zur Uni. Die Vorteile des Parks haben schon viele erkannt: Er beherbergt mittlerweile 13 Gebäude, acht Forschungsorganisationen, um die 70 Unternehmen, ein Gründerzentrum und 13 Einrichtungen für Kinder und junge Erwachsene. Rund 1.400 Arbeitsplätze sind das in Summe – bei Unternehmen wie Infineon, Kapsch, Hex oder addIT.

Ursprünglich sollte mit der dritten Baustufe Schluss sein. Derzeit läuft Baustufe sechs, der Bau eines weiteren Gebäudes plus Hochgarage. „Die hohe Auslastung von fast 100 Prozent und die gute Interessenlage von technologieorientierten Unternehmen haben uns zu der Entscheidung bewogen, ein 14. Gebäude zu errichten“, sagt Gründer und langjähriger Geschäftsführer Hans Schönegger. Im Lakeside Park wird eben nur dann zugebaut, wenn Bedarf besteht.

Baustufe 6 verursachte Gesamtinvestitionen von 17 Millionen Euro, 4.000 Quadratmeter Büroflächen kommen hinzu – auch eine Hochgarage mit mehr als 500 Stellplätzen. Der Rohbau ist fertig, Ende 2021 ist der Bau bezugsfertig. Auch das neue Gebäude ist schon fast gänzlich ausgelastet. Bedarf besteht also weiterhin.

"Die hohe Auslastung von fast 100 Prozent und die gute Interessenlage von technologieorientierten Unternehmen haben uns zu der Entscheidung bewogen, ein 14. Gebäude zu errichten."

Hans Schönegger

Ambitionierte Pläne

Doch damit noch nicht genug. Das Ziel ist, dass sich der Park in den nächsten zehn Jahren verdoppelt. Das Potential ist da, so Schönegger. 2030 sollen es also 2.800 Arbeitsplätze sein.

Der Lakeside Campus soll weiterentwickelt werden, „indem wir beispielsweise die Fachhochschule Kärnten und ein Studentenwohnheim an den Standort bringen“, verrät Schönegger. Neue Angebote in den Bereichen Fitness, Gesundheit und Nahversorgung wären die perfekte Ergänzung, um Alltagswege für die „Park-Bewohner“ zu verkürzen.    

Momentan wird an einem Mobilitätskonzept gearbeitet, um den Park noch besser an den öffentlichen Verkehr anzubinden.

Dazu passend: Im „Educational Lab“, im offenen Forschungslabor für neue Formen der Bildung, werden noch bis 1. März Ideen für innovative Bildungsformate, -methoden oder -materialien zum Thema „Nachhaltige Mobilität“ gesucht. Der Ideenwettbewerb ist mit 20.000 Euro dotiert (mehr unter www.educational-lab.at).

Neuer Geschäftsführer

Der Lakeside Park ist also ständig in Entwicklung. Einer, der maßgeblich dazu beigetragen hat, dass der Park heute international Anerkennung genießt, ist Gründer Hans Schönegger, für den nun eine neue Zeit anbricht – der Ruhestand. Mit 1. März übernimmt Bernhard Lamprecht die Geschäftsführung des Innovationszentrums und auch jene des High Tech Campus Villach.

Der studierte Immobilienwirtschaftsexperte konnte seine Expertise zum Beispiel schon in der Bundesimmobiliengesellschaft einbringen. Lamprecht sieht seine neue Aufgabe darin, den „Rahmen für Menschen zu schaffen, über Kärnten hinaus an innovativen Forschungen gemeinsam zu arbeiten und dafür eine Plattform für den Dialog mit Wirtschaft, Start-ups und Investoren bereitzustellen“. „Unsere Zukunft wird vor allem davon abhängen, wie Forschung und Innovation sowie Digitalisierung und vor allem der Dialog innerhalb von Organisationen funktioniert“, so der Neo-Geschäftsführer.

Hans Schönegger und Bernhard Lamprecht (rechts) – Foto: Fritzpress
Facts zum Lakeside Park
  • Gesamtinvestitionen seit 2002: 105,5 Millionen Euro
  • Gesamtfläche: 246.000 Quadratmeter
  • Eigentümer: Babeg (66,67 %), Landeshauptstadt Klagenfurt (33,33 %)
  • derzeit ca. 1.400 Arbeitsplätze
  • 13 Gebäude
  • 8 Forschungsorganisationen und -partner
  • 13 Einrichtung für Kinder ab drei Jahren und junge Erwachsene
  • 65 Unternehmen
  • 1 Gründerzentrum
Meilensteine im Lakeside Park:
  • 2002: Gründung der Lakeside Science & Technology Park GmbH
  • 2005: Abschluss der ersten Bauphase und Einzug erster Unternehmen, Eröffnung des Kunstraums Lakeside
  • 2006: Abschluss von Bauphase 2
  • 2010: Bauphase 3 ist fertig – fünf Jahre früher als vorgesehen
  • 2015: Fertigstellung von Bauphase 4 mit Eröffnung des „Educational Lab“ und des Veranstaltungszentrums Lakeside Spitz)
  • 2019: Abschluss der fünften Bauphase samt Drohnenhalle der Uni und Robotik Lab des Instituts für Robotik und Mechatronik der Joanneum Research Forschungsgesellschaft, Einzug des „Christian Doppler Labors“, Park wird zur Testregion für 5G
  • 2020: Einzug von Fraunhofer Austria Research, Start der sechsten Baustufe
Im Lakeside Park läuft Baustufe 6 und es wird nicht die letzte sein. – Foto: Lakeside Park GmbH
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