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Leben
19.08.2025

Leistbares Wohnen für alle

Das kürzlich präsentierte Kärntner Wohnbau­programm 2026–2028 knüpft nahtlos an das bisherige an und sichert leistbaren Wohn­raum langfristig ab.

Wohnbaureferentin LHStv.in Gaby Schaunig, Klubobmann und Vorsitzender des Kärntner Wohnbauförderungsbeirates LAbg. Herwig Seiser sowie LAbg. Bürgermeister Herbert Gaggl präsentierten vor Kurzem das neue Kärntner Wohnbauprogramm 2026–2028. Seine Basis bildet eine klare Strategie für leistbaren, nachhaltigen und regional abgestimmten Wohnraum und damit auch für die kommende Förderperiode. Als übergeordnetes Ziel soll Wohnraum geschaffen werden, der nicht nur leistbar, sondern vor allem den Bedürfnissen der Kärntner Bevölkerung gerecht wird – von jungen Familien bis zu Senior:innen. Ökologische Standards sowie regionale Wertschöpfung werden ebenso in den Mittelpunkt gestellt.

Gesamt-Investitionsvolumen von rund 204 Mio. Euro

Das Wohnbauprogramm 2026 – 2028 schließt nahtlos an das aktuelle an. „Im Wohnbauprogramm 2023 – 2025 wurden 38 Projekte mit 907 Wohneinheiten (WE) zugesichert, 29 Projekte (796 WE) davon aus den Wohnbauprogrammen des Landes und neun (111 WE) über das Sonderwohnbauprogramm des Bundes. Das Fördervolumen des Landes beträgt 142 Mio. Euro, vom Bund kommen 12 Mio. Damit gelingt es uns ein Gesamt-Investitionsvolumen von rund 204 Mio. Euro auszulösen,“ so Schaunig. Weitere 24 Projekte sind durch die Fachabteilung vorgeprüft, was zusätzliche 641 Wohneinheiten bedeutet. „Elf Spatenstiche sind für 2025 noch geplant und es gibt heuer auch noch vier Schlüsselübergaben in den Bezirken Spittal, Feldkirchen, Villach und Völkermarkt.“

Rund 380 neue Wohneinheiten jährlich

„In der strategischen Planung für die nächsten drei Jahre sind wir bereits sehr konkret und weit fortgeschritten. Bisher sind für das Jahr 2026 zwölf, 2027 fünfzehn und 2028 elf Bauvorhaben fixiert. Alleine diese Projektzahl bedeutet jährlich einen Durchschnitt von 380 neuen Wohneinheiten. Darüber hinaus gibt es noch zahlreiche weitere Projekte die kurz vor der konzeptionellen Fertigstellung und damit Einreichung stehen. Ein besonderes Augenmerk legen wir nicht nur auf modernste und höchste Standards bei der baulichen Umsetzung, die langfristig Energieeffizienz und damit niedrige laufende Kosten mit sich bringen. Wir betrachten Wohnen und Wohnraum als ganzheitliches Konzept, orientieren uns an den geografischen aber auch altersspezifischen Bedarfen. Daraus entstehen unterschiedliche Angebote – von Reihenhäusern für junge Familien bis hin zu Generationenwohnen mit Pflege- und Betreuungsangeboten und Sozialraumkoordination. Aber auch neu entstehende Verkehrsadern und damit einhergehend Wohnraumpotenziale wie etwa die Koralmbahn, finden im Wohnbauprogramm Berücksichtigung“, erläutert Wohnbaureferentin Schaunig.

"Wir betrachten Wohnen und Wohnraum als ganzheitliches Konzept, orientieren uns an den geografischen aber auch altersspezifischen Bedarfen."

Kärntner Wohnbaureferentin LHStv.in Gaby Schaunig

Standortfaktor Wohnraumattraktivität

SPÖ-Klubobmann Herwig Seiser hob bei der Pressekonferenz die zentrale Bedeutung des Wohnbaus für Kärnten als attraktiven Wohnort, aber auch als generellen Standortfaktor hervor: „Kärnten hat österreichweit überzeugende Standortfaktoren zu bieten, insbesondere im gemeinnützigen Wohnbaubereich ist Kärnten Vorzeigeland.“ Kärnten habe österreichweit die günstigsten Mieten im gemeinnützigen Wohnbau und „bei einem Anteil von zwei Dritteln an gemeinnützigen Wohnungen am Kärntner Wohnungsmarkt ist das mehr als ein Tropfen auf dem heißen Stein, sondern eine wirksame Preisbremse. Auch für die Mieten am Privatmarkt. Ein weiteres zentrales Entlastungswerkzeug beim Thema Wohnen ist die neue Kärntner Wohnbeihilfe,“ so Seiser, der auch die Versorgung mit Wohnraum hervorhebt: „Wir stellen durchschnittlich mehr als 300 Wohnungen pro Jahr fertig. Für das Jahr 2025 sind sogar 700 neue Wohnungen zugesichert.“

Für Familien ist die Förderung der Kinderbetreuung durch das Kärntner Kinderstipendium ein weiterer Anreiz, sich in Kärnten niederzulassen. Hinsichtlich Kärntens Attraktivität als Unternehmensstandort habe sich die Unternehmensansiedelungs-Strategie des Landes für Seiser mehr als bewährt. „Allein 2024 konnten 32 neue nationale und internationale Unternehmen in Kärnten durch die BABEG angesiedelt werden. Das ist kein Zufall, sondern weil Kärnten in einem stark umkämpften Markt zu überzeugen weiß“, so der Wohnbauförderungsbeirat.

Erfolgspartnerschaft Gemeinde, Land und Wohnbauträger

Bürgermeister Herbert Gaggl verwies unter anderem auf die wichtige Rolle der gemeinsamen Zusammenarbeit: „Nicht nur, aber gerade im Wohnbaubereich sieht man eindrücklich wieviel Positives man bewegen kann, wenn Gemeinden, Land und Wohnbauträger an einem Strang ziehen. Die Gemeinden ermöglichen durch vorausschauende Planung gemeinnützigen Wohnbau, das Land vergibt Wohnbauförderungskredite mit niedriger Verzinsung an die gemeinnützigen Bauvereinigungen oder direkt an die Gemeinden und diese errichten am Bedarf orientierte, moderne Wohnhäuser nach höchsten Standards.“

Ob Wohnbau, Schule oder Infrastruktur – Gemeinde und Land sollten den jeweiligen Bedarf gemeinsam ermitteln und sich abstimmen. Um als attraktiver und lebenswerter Wohnort wahrgenommen zu werden, muss eine Gemeinde ihren Bürger:innen auch Dementsprechendes in den Bereichen Wohnen über Sport und Freizeit bis hin zu Kultur bieten. Gaggl unterstrich zusätzlich „wie wichtig geförderter Wohnbau und das Wohnbauprogramm für die Bauwirtschaft allgemein und die lokalen Firmen und Unternehmen sind. Denn auch sie müssen planen und profitieren von den langfristigen Aufträgen und Investitionen im Wohnbaubereich.“

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