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Wirtschaft
05.08.2025

Meilenstein für das Kärntner Bahn­netz

Modernere Züge, bessere Taktungen und die Anbindung des Bahnhofs Kühnsdorf Klopeiner See an Koralmbahn und Fernverkehr optimieren künftig das öffentliche Verkehrsangebot in Kärnten.

Die Eröffnung der Koralmbahn im Dezember 2025 bringt nicht nur weitreichende Folgen für die Vernetzung zwischen Kärnten und der Steiermark – auch der öffentliche Verkehr innerhalb Kärntens wird sich entscheidend weiterentwickeln. Über die Details der zu erwartenden Veränderungen informierten kürzlich ÖBB-Personenverkehrsvorständin Sabine Stock und Reinhard Wallner, ÖBB Regionalmanagement Kärnten gemeinsam mit Landesrat Sebastian Schuschnig. So wird sich die Fahrzeit zwischen Klagenfurt und Graz auf 45 Minuten verkürzen – eine deutliche Zeitersparnis gegenüber dem Auto. Und auch im Nahverkehr wird es umfassende Verbesserungen geben, die großteils bereits mit Schulbeginn am 8. September umgesetzt werden. Hinzu kommt eine verbesserte Anbindung an das internationale Verkehrsnetz: Am neuen ÖBB-Koralmbahn-Halt Kühnsdorf Klopeiner See etwa werden zukünftig bis zu acht Fernverkehrszüge Halt machen und den Bahnhof mit Frankfurt, Wien oder Zürich verbinden – darunter auch der deutsche ICE 4, der Geschwindigkeiten von bis zu 250 km/h erreicht.

Tourismusregion Klopeiner See profitiert

Der Anbindung vom Bahnhof Kühnsdorf Klopeiner See gingen intensive Verhandlungen, Gespräche und Vorarbeiten voraus. Nun ist gesichert, dass neben der Westbahn auch die ÖBB hier mehrmals täglich halten werden. Für die Region Klopeiner See-Südkärnten als nächtigungsstärkste Sommerdestination Kärntens ein wichtiger Impuls: „Mit der Inbetriebnahme der Koralmbahn wird im Süden Österreichs eine neue Zeitrechnung im öffentlichen Verkehr beginnen. Es ist ein Meilenstein, dass es uns nun auch gemeinsam mit den ÖBB gelungen ist, einen Fernverkehrshalt in Kühnsdorf zu realisieren. Der Klopeiner See wird erstmals direkt an das internationale Bahnnetz angebunden. Vor allem aber ist das ein bedeutender Impuls für die Region, sowohl wirtschaftlich als auch touristisch“, so Landesrat Sebastian Schuschnig.

Moderne Züge auf neuer Hochleistungsstrecke

Für die neue Strecke zwischen Graz und Klagenfurt setzen die ÖBB auf durchwegs moderne Züge – darunter neben modernisierten Railjets auch der ICE 4, der als Rückgrat des deutschen Fernverkehrs gilt und künftig erstmals auch im österreichischen Binnenfernverkehr unterwegs sein wird. „Die Südstrecke hat immer im Schatten der Weststrecke gestanden. Das ist hiermit vorbei“, erklärt Sabine Stock, Personenverkehrsvorständin der ÖBB.

„Die Südstrecke hat immer im Schatten der Weststrecke gestanden. Das ist hiermit vorbei.“

Sabine Stock, Personenverkehrsvorständin der ÖBB

„Mit der Koralmbahn beginnt eine neue Ära für den Süden: Erstmals seit Jahrzehnten geht eine komplett neue Strecke in Betrieb, die ab Dezember Kärnten mit der Steiermark verbindet. Es freut mich sehr, dass wir unseren Fahrgästen auf dieser Strecke moderne Züge bieten werden, darunter den ICE 4, der künftig täglich auf der Koralmbahn unterwegs ist und auch in Kühnsdorf-Klopeiner See hält. Damit stellen wir ein komfortables, schnelles und umweltfreundliches Reiseerlebnis in den Regionen sicher“, so Stock.

Nachschärfungen im Nahverkehr

Besonders wichtig für den gesamten Raum Kärnten ist neben der zukünftigen Verbindung Klagenfurt-Graz auch der Ausbau des Nahverkehrs. Hier sind mit Schulbeginn am 8. September umfassende Verbesserungen geplant. So werden erstmals alle Bezirkshauptstädte bereits vor sechs Uhr Früh und bis spätabends erreichbar sein – eine wichtige Maßnahme für Menschen, die im Schichtbetrieb arbeiten und den öffentlichen Verkehr nützen wollen, um zur Arbeit zu gelangen. Zudem wird werktags der Halbstundentakt zwischen Klagenfurt und Villach geschlossen, die Taktung der S3 nach Wolfsberg deutlich ausgebaut und das Zugangebot spätabends signifikant verbessert. So soll es etwa Besucher:innen von Kulturveranstaltungen in Klagenfurt oder Villach erleichtert werden, abends mit öffentlichen Verkehrsmitteln nach Hause zu gelangen. Auch die Anbindung von S-Bahnen und Bussen an Fernverkehrszüge wird deutlich verbessert – denn „Mobilität funktioniert nur in Mobilitätsketten“, wie Reinhard Wallner vom ÖBB Regionalmanagement Kärnten erklärt.

„Wir haben in den letzten Jahren im großen Stil in den gesamten ÖV investiert und das Angebot gezielt ausgebaut – damit alle Regionen Kärntens bestmöglich an die Koralmbahn angebunden sind.“

Landesrat Sebastian Schuschnig

Es sei die größte Fahrplanänderung in der Geschichte Kärntens, so Wallner – insgesamt bringen die Maßnahmen bis zur Koralmbahn-Eröffnung eine Ausweitung von rund 94.000 zusätzlichen Angebotskilometern in Kärnten. „Wir haben in den letzten Jahren im großen Stil in den gesamten ÖV investiert und das Angebot gezielt ausgebaut – damit alle Regionen Kärntens bestmöglich an die Koralmbahn angebunden sind. Ganz Kärnten wird von der Koralmbahn profitieren und wir sind auf die Vollinbetriebnahme im Dezember bestens vorbereitet“, so Schuschnig abschließend.

© ÖBB | Martin Hofmann, Büro LR Schuschnig/LPD Kärnten

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