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Bildung
19.01.2026

Meilenstein für die Kärntner Elemen­tar­pädagogik

Im Zuge eines neuen Bachelor­studiums an der Päda­gogi­schen Hoch­schule Kärnten wird ab 2027 erst­mals ein durch­gängig zwei­sprachiger Bildungs­weg möglich.

Kärnten ist ein zweisprachiges Bundesland – eine Tatsache, die nicht nur seit Jahrhunderten gelebte Realität, sondern seit Jahrzehnten auch vertraglich festgeschrieben ist. Dennoch ist es im Kärntner Bildungssystem bis heute nicht möglich, eine durchgängig zweisprachige Ausbildung vom Kindergarten bis zur Hochschule zu absolvieren. Gerade im Bereich der Elementarpädagogik, der im Hinblick auf den Spracherwerb der Kinder besonders wichtig ist, gibt es auch für Pädagog:innen aktuell keine Möglichkeit, eine Berufsausbildung mit Schwerpunkt Zweisprachigkeit zu absolvieren. Zwar stehen österreichweit vielfältige Angebote – von den Bildungsanstalten für Elementarpädagogik (BAfEP) über Kollegs bis hin zum Master Elementarpädagogik an der Universität Graz – zur Auswahl. Ein grundständiges Bachelorstudium, das im Kärntner Fall auch zweisprachige Bildungsangebote in den Fokus nimmt, war in Österreich bis dato jedoch nicht vorgesehen.

Beste Betreuung in der frühen Kindheit

Diese Situation soll sich nun ändern: Mit dem heurigen Wintersemester startet an der FH Campus Wien das Bachelorstudium Elementarpädagogik, ab 2026 wird es an Pädagogischen Hochschulen in den meisten Bundesländern angeboten – und ab dem Wintersemester 2027 auch an der PH Kärnten. „Das grundständige Studium Elementarpädagogik ist in dieser Form wirklich eine Neuheit für Österreich – und eine lange geforderte Ausbildungsform“, erklärt Elisabeth Nuart, Stv. Leiterin am Institut für Bildungswissenschaft und Leiterin des Hochschullehrgangs Elementarpädagogik an der PH Kärnten.

Europaweit sei eine akademische Ausbildung in diesem Bereich schon lange Standard. „Tatsächlich sind wir hier Schlusslicht – und wenn wir die Bedeutung der frühen Kindheit wissenschaftlich betrachten, wird deutlich, dass es hier die bestausgebildetsten Personen braucht“, ergänzt Sabine Strauß, Professorin für Pädagogische Psychologie und Studiengangsleiterin im Bachelorstudium Elementarpädagogik

„Das grundständige Studium Elementarpädagogik ist in dieser Form wirklich eine Neuheit für Österreich – und eine lange geforderte Ausbildungsform.“

Elisabeth Nuart, Stv. Leiterin am Institut für Bildungswissenschaft und Leiterin des Hochschullehrgangs Elementarpädagogik an der PH Kärnten

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Alleinstellungs­merkmal Zwei­sprachigkeit

Gründe für eine Akademisierung der Ausbildung gibt es den Expertinnen zufolge viele. Familien würden heute anders funktionieren als noch vor ein paar Jahrzehnten und Betreuungsangebote viel früher und umfangreicher in Anspruch genommen. Gerade für die vulnerable Lebensphase der frühen Kindheit gelte es daher, Pädagog:innen bestmöglich auszubilden und auf Herausforderungen entsprechend vorzubereiten – und auch die wissenschaftliche Begleitung des Themas sei zentral.

„Dass wir Slowenisch und Deutsch für das grundständige Studium anbieten wollen, ist das Einzigartige an unserem Konzept. Im Volksschulbereich wird der Staatsvertrag, was das Minderheitenschulwesen betrifft, sehr gut umgesetzt und wir haben diesbezüglich auch Expertise im Haus“, betont Strauß. Ein Mehrwert, von dem ganz Kärnten profitieren kann: „In einem größeren Kontext geht es uns darum, Slowenisch als Landessprache aktiv zu fördern und Menschen zu gewinnen, die Slowenisch nicht als Erstsprache sprechen, aber sich dafür interessieren, zweisprachig im Bereich der Elementarpädagogik zu arbeiten“, so Nuart abschließend.

„Dass wir Slowenisch und Deutsch für das grundständige Studium anbieten wollen, ist das Einzigartige an unserem Konzept.“

Sabine Strauß, Professorin für Pädagogische Psychologie und Studiengangsleiterin im Bachelorstudium Elementarpädagogik

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