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Wirtschaft
20.06.2025

Millionen­investition für Glasfaser­ausbau in Kärnten

Mit der Ausbau­partnerschaft von Land Kärnten/BIK und Kelag sollen bis 2030 über 300 Mio. Euro in den Breitband­ausbau fließen.

 

Kürzlich präsentierten das Land Kärnten, die Breitbandinitiative Kärnten (BIK GmbH) und der Energieversorger Kelag ein umfangreiches Bauprogramm zum Glasfaserausbau für das Jahr 2025. Vor einer laufenden Baustelle in Köttmannsdorf betonten die Verantwortlichen den landesweit einzigartigen Schulterschluss zwischen öffentlicher Hand und Privatwirtschaft. Insgesamt sollen heuer 117 Mio. Euro investiert und über 800 Kilometer Glasfaserleitungen in 40 Kärntner Gemeinden verlegt werden.

Die letzten Vergabeverfahren für die heurigen Projekte seien abgeschlossen, die Bauaktivitäten laufen nun in allen Gebieten mit voller Intensität an, hieß es von den Verantwortlichen. Die Projektregionen betreffen das Lavanttal, das Gurktal, das Gebiet Kärnten Süd Hochobir, das Gebiet Kärnten Süd Hochstuhl und das Gebiet Lieser Maltatal 2. Das Ziel: 11.150 zusätzliche Haushalte an das Hochleistungsnetz anschließen.

 

Kärntner Erfolgs­modell

„Der Ausbau von Glasfaser und der Ausbau weiterer Infrastrukturprojekte in den Gemeinden werden dadurch deutlich beschleunigt, was die Qualität unserer Bauvorhaben auf ein Niveau hebt, für das wir österreichweit beneidet werden“, erklärte der zuständige Landesrat Sebastian Schuschnig. Die Zusammenarbeit von öffentlicher Hand und Privatwirtschaft sei ein Erfolgsmodell, das weit über Kärnten hinausstrahle. „In 40 Kärntner Gemeinden investieren wir als Land dafür heuer 117 Millionen Euro in den Breitbandausbau“, so Schuschnig weiter. Der digitale Ausbau sei ein entscheidender Standortfaktor – insbesondere für den ländlichen Raum.

"In 40 Kärntner Gemeinden investieren wir als Land dafür heuer 117 Millionen Euro in den Breitbandausbau.“

Landesrat Sebastian Schuschnig

Langfristige Strategie sichert Arbeits­plätze

Kelag-Vorstand Reinhard Draxler unterstrich den strategischen Weitblick der Investitionen: „Seit über 100 Jahren planen und betreiben wir unterschiedlichste Infrastrukturen in Kärnten – von Kraftwerken über Strom- und Fernwärmenetze bis hin zur Telekommunikation. Was im Bereich Telekommunikation zunächst als betriebseigene Lösung begann, ist heute ein zentraler Bestandteil unserer Unternehmensstrategie. Jeder Euro, den wir investieren, sichert und schafft Arbeitsplätze in Kärnten.“ Bis 2030 sollen durch die Partnerschaft zwischen Land Kärnten, BIK und Kelag über 300 Millionen Euro in den Breitbandausbau fließen. Im Rahmen des gesamten Infrastrukturprogramms der Kelag sind sogar 3,8 Milliarden Euro bis 2034 vorgesehen.

"Jeder Euro, den wir investieren, sichert und schafft Arbeitsplätze in Kärnten.“

Kelag-Vorstand Reinhard Draxler

Flächendeckend in ländlichen Regionen

BIK-Geschäftsführer Peter Schark hob die Vorteile der Kooperation hervor: „In der Marktgemeinde Köttmannsdorf schaffen wir damit 94% Abdeckung. In der gesamten Projektregion Kärnten Süd Hochstuhl wird eine Flächendeckung von 96% erreicht.“ Er betonte die Bedeutung des Glasfaserausbaus für gleichwertige Lebensverhältnisse: „Er schafft die Grundlage für zukunftssichere Arbeitsplätze, digitale Bildung, Telemedizin und eine gleichwertige Teilhabe am gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Leben.“

„Er schafft die Grundlage für zukunftssichere Arbeitsplätze, digitale Bildung, Telemedizin und eine gleichwertige Teilhabe am gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Leben.“

BIK-Geschäftsführer Peter Schark

Mehr als nur schnelles Internet

Petra Rodiga-Laßnig, Leiterin des Bereichs Telekommunikation bei der Kelag, ergänzt zum Netzausbau: „Es steht für Stabilität, Verlässlichkeit und Nachhaltigkeit – und damit echte Standortqualität. Das stärkt nicht nur die regionale Wirtschaft, sondern schafft Perspektiven für die nächste Generation. Es geht hier nicht um einen kurzfristigen Trend – wir schaffen eine Infrastruktur, die bleibt, die wächst und die mit den Anforderungen von morgen Schritt hält.“

 

Köttmannsdorf als digitales Vorzeige­modell

Auch Bürgermeister Josef Liendl zeigte sich hochzufrieden mit dem Projektverlauf: „Das Ausbauprojekt in Köttmannsdorf ist ein Meilenstein für unsere Gemeinde. Ich danke der KELAG AG in Zusammenarbeit mit der BIK GmbH und der Firma DPB GmbH für das große Engagement und freue mich, dass wir gemeinsam den Weg in eine digitale Zukunft für Köttmannsdorf erfolgreich gestalten.“ Liendl lobte die professionelle Umsetzung, die transparente Kommunikation mit den Bürger:innen sowie das hohe Umsetzungstempo.

Kritik an Kürzungs­plänen des Bundes

Für Unmut sorgt die angekündigte Mittelkürzung durch die Bundesregierung beim dritten Call der Breitbandmilliarde. LR Sebastian Schuschnig zeigte sich kämpferisch: „Es geht um bis zu 75 Millionen Euro an Fördermittel, um die Kärnten umfallen würde, und rund 40 Kärntner Gemeinden, die betroffen wären, vor allem im ländlichen Raum. Das ist eine Benachteiligung Kärntens, die ich so nicht hinnehmen werde. Zugesagtes muss eingehalten werden.“ Der geplante Sparkurs auf Bundesebene stößt insbesondere deshalb auf Kritik, weil die Mittelkürzung nach den bereits erfolgten Planungen und Einreichungen konkreter Projekte sowie einer durchgeführten Jurybewertung beschlossen wurde.  

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